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Bad Wildbad Ein Wald-Hotel der besonderen Art?

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Wolfgang Scheidtweiler (Brauhaus Pforzheim GmbH) und Bad Wildbads Bürgermeister Klaus Mack (Mitte) unterzeichneten bereits 2017 eine Absichtserklärung, die den Weg für eine neue bewirtschaftete Wanderhütte auf dem Sommerberg ebnen soll. Rechts ist Johannes Schweizer (Brauhaus Pforzheim GmbH) zu sehen. Foto: Archiv

Bad Wildbad - Wenn der Pforzheimer Unternehmer Wolfgang Scheidtweiler über Bad Wildbad und den Sommerberg spricht, spürt man, wie sein "Herzblut" anspringt. Er sah den Niedergang - ab den 1980er-Jahren. Und weiß deshalb den aktuellen Aufschwung und "Boom" hier zu würdigen.

"Noch 1980 war der Sommerberg die erste Adresse im Nordschwarzwald", so der langjährige Chef und Inhaber der Brauhaus Pforzheim GmbH. Dann kam das Aus für die alte Form des Kur-Tourismus. Und der Sommerberg versank wie ganz Bad Wildbad "irgendwie im Dornröschen-Schlaf". Bis dahin waren Scheidtweiler und seine Familie eher Beobachter des Nordschwarzwalds – privat ging man zum Wandern und Spazieren eher ins nördlich von Pforzheim gelegene Kraichgau.

Weil es da die Ausblicke gab, die Blumenpracht am Wegesrand – Scheidtweiler liebt Orchideen, aber nur jene, die in hiesigen Breiten in freier Natur wachsen. "Der Schwarzwald mit seinen dichten Wäldern war da für uns eher uninteressant." Das änderte sich erst, als 1999 am zweiten Weihnachtstag der Orkan Lothar durch Mitteleuropa fegte – und dabei auch den (Nord-)Schwarzwald mehr als ordentlich "auslichtete". Was für Förster und Waldbesitzer sicher ein Horror war, bedeutete für Scheidtweiler eine echte Chance, nun auch endlich den Naherholungsraum südlich seiner Wahl-Heimat Pforzheim für sich und seine Familie zu entdecken. "Weil es licht wurde", und auf den ausgedünnten Waldflächen eine für Scheidtweiler spannendere Vegetation sich die Wuchsgebiete eroberte.

Natur des Nordschwarzwalds direkt vor der Haustür

Erst auf ausgedehnten Wanderungen begann Wolfgang Scheidtweiler den Nordschwarzwald für sich zu entdecken. Dann auch als Investor – wobei Scheidtweiler diesen Titel irgendwie so gar nicht mag. "Ich bin Unternehmer", unterstreicht er nachdrücklich. Der Unterschied: einem Investor geht es um den Besitz, den Wert der aufzubauenden Marke – und um eine "Exit-Strategie", also die Realisation von Spekulationsgewinnen. Ein Unternehmer will das Unternehmen, in das er investiert, auch (auf Dauer) betreiben. Will solide wirtschaften, Arbeitsplätze schaffen – und erhalten. Und die Region, in der er sich engagiert, voranbringen.

Weshalb Scheidtweiler – nach seinen Übernahmen des Bad Liebenzeller Mineralbrunnens und des Bad Teinacher Thermen-Hotels – 2017 auf dem Bad Wildbader Sommerberg die dortige Hans-Fuld-Hütte erwarb, im Volksmund auch als "Pforzheimer Skihütte" bekannt – weil sie 1922 von Mitgliedern des Pforzheimer Skiclubs eigenhändig erbaut worden war. Eine heuer etwas in die Jahre gekommene Hütte für Selbstversorger – ohne Strom- und Wasseranschluss, aber "mit einer einmaligen und wunderschönen Lage mitten im Wald". Ein Traum. Mit der prallen Natur des Nordschwarzwalds direkt vor der Haustür.

Schon seit ein paar Jahren ist Bierbrauer Scheidtweiler auch als Gastronom (unter anderem "Ratskeller", Pforzheim) und Hotelier (unter anderem "Parkhotel", Pforzheim; "Therme", Bad Teinach) unterwegs. Da lag es wohl irgendwie nahe, aus der Fuld-Hütte etwas mehr machen zu wollen als eventuell nur eine bewirtete Berghütte. Scheidtweiler erzählt bei einem Abendessen ("Forelle Müllerin" aus dem Calmbacher Teil des Würzbachtals), wie er und Ehefrau Andrea vor ein paar Jahren kurz vor der Eröffnung der von ihnen ebenfalls gebauten Schlossberghütte in Bad Teinach oben unter dem Dach des neuen Gebäudes saßen – und von dort aus in die (ebenfalls) wunderschöne Natur des Teinachtals schauten. Ein Ausblick, der unmittelbar die eigene Seele mit ultimativen Glücksgefühlen flutete.

Vision: Wald-Erlebnis für die Übernachtungsgäste

Die Erkenntnis: "Der Wald, die Natur – die machen etwas mit uns." Weshalb Scheidtweiler sich auch für sein Projekt auf dem Wildbader Sommerberg solche Ausblicke wünschte. Wie das künftig genau funktionieren soll – da ist noch nicht alles spruchreif und in "trockenen Tüchern". Aber eine "Art Hotel" soll es schon werden. Da sei man sich auch mit der Stadt Bad Wildbad und Bürgermeister Klaus Mack sowie dem Landratsamt Calw "absolut einig". Scheidtweilers Vision: Ein Wohnturm mit vielleicht 50 bis 60 Wohneinheiten/Zimmern, die "Container-artig" in Fächerform ein ultimatives Wald-Erlebnis für die Übernachtungsgäste schaffen sollen – auf allen Ebenen. Oben drauf, im Dachgeschoss und vielleicht -terrasse, die notwendige Gastronomie. Die Fuld-Hütte selbst bleibt dabei wie gewohnt erhalten, bekommt vielleicht (endlich) den (möglichen) Strom- und Wasseranschluss für ein Mehr an Komfort.

Wobei alles einem "magischen Gebot" hier mitten im Wald auf dem Sommerberg unterliegen soll: "Der totalen Ruhe." Nicht einmal eine Heizung oder einen Aufzug solle man hören, wenn man den Wald, den Wind, vielleicht das Raunen der Tierwelt genieße. Es gehe um eine ganz und gar neue Form von Walderlebnis. Weshalb – das versteht sich irgendwie von selbst – auch kein (gewöhnliches) Auto die Fuld-Hütte oder das geplante Hotel wird anfahren dürfen. Gedacht ist etwa an ein Shuttle-System – wahrscheinlich mit E-Fahrzeugen – von einem Versorgungsparkplatz aus an den vorhandenen Verkehrswegen auf dem Sommerberg.

Eine echte Herzensangelegenheit

Für Scheidtweiler ist dieses "ganz besondere" Hotel-Projekte wirklich eine echte Herzensangelegenheit. Weshalb er hier – anders als etwa beim Parkhotel in Pforzheim – nicht mit einem Investoren-Konsortium antritt, sondern das komplette Projekt aus eigener Kraft wird stemmen wollen. Wieder – ausdrücklich – nicht als schnöder Investor, der nur Profit-Maximierung als Geschäftszweck kennt. Sondern als "echter Unternehmer", der mit seinem Engagement die ultimative Verantwortung für die Region, die Menschen und – in diesem Fall – "ganz besonders für die Natur" leben will.

Geht alles gut – und sind die Ideen von Scheidtweiler für sein "Wald-Hotel" der neuen Art auf dem Sommerberg am Ende auch genehmigungsfähig – soll möglichst bis Ostern 2022 alles fertig realisiert sein. Was nicht von ungefähr genau auf den 100. Geburtstag der Fuld-Hütte fallen würde.

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