Die vier Neuenbürger Jungs von Dudebox haben am Samstag das Polterbattle gewonnen. Foto: Ferenbach

Newcomerband holt sich im Jugendhaus den Slot für das 22. Polterplatz-Open-Air am 7. und 8. Juni.

Bad Wildbad - Die Newcomerband Dudebox hat sich bei der Polterbattle am Samstag im Jugendhaus den Slot für das 22. Polterplatz-Open-Air am 7. und 8. Juni in Bad Wildbad geholt.

Kurz nach Mitternacht wurden die vier Musiker aus Neuenbürg zu den Siegern der Vorausscheidung gekürt. Daniel Locher vom Organisationsteam verkündete vor rund 90 Zuschauern das Ergebnis aus der Auszählung der abgegebenen Stimmen, von denen gut die Hälfte auf Dudebox entfiel.

Die vielen jungen und vor allem auch weiblichen Fans jubelten vor Freude, nachdem sie zunächst einmal mehr als drei Stunden warten mussten, bis Dudebox als letzte der vier teilnehmenden Bands die Bühne betrat.

Für die 17-jährigen Jungs Denny Safaridis (Gesang und Gitarre), Pascal Kühnemund (Gitarre), Philipp Förschler (Bass) und Raphael Ferenbach (Schlagzeug) war es erst der zweite Auftritt, aber bereits der zweite Sieg bei einem Vorentscheid seit den ersten Proben vor eineinhalb Jahren.

Die Gruppe Mamma Mammut machte mit eigenwilligem Indie-Rock den Auftakt der jeweils 30-minütigen Auftritte (ohne Umbaupausen) eines musikalisch sehr abwechslungsreichen Abends. Die aus Freiburg stammenden Musiker sorgten mit einem Wechselbad der Gefühle von Anfang an für gute Stimmung im gut besuchten Jugendhaus. Mal rockig vorantreibende Beats, mal einfühlsame Passagen zu sehr poetisch ausgestalteten deutschen Texten, die rund um die Themen Lügen, Mut und Nichtstun kreisen und zu Sommer, Regenbogen und Luftballons Metaphern schreiben sowie ein Ausflug auf die iberische Halbinsel mit »Solo por tocar«, demonstrierten die Vielseitigkeit der Band.

Schlagzeuger Michael Eitel, der aus Bad Wildbad stammt, hat sich vor einem Jahr mit den drei jüngeren Musikern zu Mamma Mammut zusammengefunden und war mit ihnen zum ersten Mal in der alten Heimat zu Gast. Schon seit fünf Jahren spielt Superwiser aus Großbottwar in der aktuellen Besetzung. Sänger und Songwriter Daniel Österle strotzte beim halbstündigen Auftritt nur so vor Energie und ließ es bei »Let’s go«, »Waiting«, »Manifesto« und »Ever get better« ordentlich krachen. Die vier Jungs überzeugten mit ausgefallenen Gitarrensoli und ansteckender Spielfreude.

Mit ihren schreienden Gitarren und ihrem dröhnenden Bass trafen »Sinners in Rage« nicht ganz den Geschmack des Publikums. Die aus Altensteig stammende fünfköpfige Band mit Sänger Bryan Grgic hat sich dem harten metal core verschrieben, der sich in düsteren, psychedelisch angehauchten und aggressionsgeladenen Songs manifestiert. Sinners in Rage zelebrierte diese auch durchgängig mit überzeugender Inbrunst und einem nackten Hintern von Bassist Sebastian Heieck. Einen eindrucksvollen und umjubelten Schlusspunkt setzte dann Dudebox mit ihren eingängigen Beats und dem charismatischen Frontman Denny Safaridis. Bei »Just shout«, »What you say«, »Could be so much better« und »Ask myself« gingen die Fans begeistert mit und brachten zu später Stunde den Saal zum Toben.

Trotz ihrer jungen Jahre demonstrierten die vier Jungs ein souveränes und vielseitiges Programm aus eigens komponierten Stücken, das »auch beim Polterplatzfestival gut ankommen wird«, wie sich Michael Eitel von Mamma Mammut am Ende anerkennend äußerte. Zunächst wartet aber ein weiterer Contest auf Dudebox, nämlich die zweite Runde des internationalen Bandfestivals »Born to play live!«. Dieser wird am Freitag, 10. Mai, ab 19 Uhr, vom Veranstalter Emergenza im »Substage« in Karlsruhe ausgerichtet. Insgesamt acht Bands stehen dort im Semifinale für eine Weiterqualifikation auf Landesebene.