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Bad Wildbad Der Verkehrslärm muss toleriert werden

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Sechs Stipendiaten und ein Pianist eröffneten das "Mini-Festival" (von links): Medea de Anna, Mariangela De Vita, Irina Golovina, Andrés Jésus Gallucci, Pierpaolo Martella, Joseph Kauzman und Remy Burnens. Foto: Schwarzwälder Bote

Das Festival "Rossini in Wildbad" ist immer wieder für eine Überraschung gut. Auch wenn es wie in diesem Jahr pandemiebedingt als "Mini-Festival", zwei Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin für das 32. Festival, sehr reduziert stattfindet.

Bad Wildbad. Nach den in den Vorjahren auf dem Baumwipfelpfad veranstalteten Konzerten ging es diesmal an eine völlig andere Spielstätte, nämlich den bunten, goldbehelmten Maurischen Pavillon im Kurpark nahe der historischen Reiterbrücke. Hier entzückte als Auftakt des Mini-Festivals am Mittwochabend ein "Kleines Rossini-Konzert" mit Stipendiaten der Academie BelCanto unter der Leitung von Andrés Jesús Gallucci (Klavier) die kleine Zuhörerschar.

Große Herausforderung

In diesem Jahr ist eben alles anders – und für alle Beteiligten und Konzertbesucher wohl eher gewöhnungsbedürftig, so Festspielleiter Jochen Schönleber bei seiner Begrüßung.

Technisch und organisatorisch bedeute das Festival eine große Herausforderung bei sehr bescheidenen Mitteln. Man habe sich vieles einfallen lassen müssen. Er sei froh, mit einem teilweise neuen und begeisterungsfähigen Team an ungewöhnlichen Orten, "Corona-safe" natürlich, dem Publikum dennoch etwas Besonderes anbieten zu können. Dies sei nicht immer einfach, da sowohl die kurzen Probezeiten als auch die Spielstätten im Freien durch massiven Motorrad- und Straßenlärm belästigt und beeinträchtigt würden. Da würden ihm sogar die Wildbader Bürger leidtun, die dies täglich erdulden müssten.

Zauberhafte Beleuchtung

Für das Eröffnungskonzert wurde der Maurische Pavillon in den Kuranlagen gewählt, da an diesem Platz das störende Rauschen der Enz, die momentan wenig Wasser führt, nicht so stark zu hören sei. Den Verkehrslärm, besonders zu Beginn des Konzertes, mussten sowohl die Akteure als auch die Zuhörer tolerieren.

Ganz im Zeichen von Gioachino Rossini stand dann auch das Programm. Zu Gehör kamen ausschließlich Rezitative, Arien und Kavatinen sowie Romanzen und Gebet aus Rossini-Opern, die allesamt schon bei früheren Festspielen in Bad Wildbad aufgeführt wurden – so aus "L’italiana in Algeri", "Il turco in Italia", "Tancredi", "Otello", "La Cenerentola" sowie "La gazza ladra".

Augen und Ohren kamen bei dieser außergewöhnlichen Spielstätte voll auf ihre Kosten. Die zauberhafte Beleuchtung im Pavillon schuf für die Sänger eine "Bühne" besonderer Art. Zu bewundern waren dabei die Sängerinnen, die in entsprechender dekolletierter festlicher Robe trotz der Abendkühle im Kurpark auftraten. Bleibt nur zu hoffen, dass sich keine der Künstlerinnen eine Erkältung zugezogen hat.

Die Sänger, Joseph Kauzman (Tenor), Pierpaolo Martella (Bariton), Medea de Anna (Sopran), Irina Golovina (Mezzosopran), Mariangela De Vita (Mezzosopran) und Remy Burnens (Tenor), alle Stipendiaten der Academie BelCanto unter der Leitung von Filippo Morace, präsentierten sich mit beachtlichen Darbietungen, wie sie an diesem Ort sicher noch nie gehört wurden.

Vom Verhalten enttäuscht

Freude und Überraschung für das Publikum war das "Duetto buffo di due gatti", bekannter als humoristisches Duett für zwei Katzen, diesmal dargeboten von "drei Katzen und drei Katern". Sehr anpassungsfähig, harmonisch und einfühlsam begleitete Andrés Jesús Gallucci die Sänger bei ihren Vorträgen.

Ein schöner Auftakt also für das "Mini-Festival", der Lust auf mehr macht.

Enttäuscht zeigte sich Festspielleiter Jochen Schönleber allerdings vom Verhalten von Silvia Dalla Benetta, die in den vergangenen fünf Jahren ein fester Bestandteil der Rossini-Festspiele war. Von Schönleber war zu hören, dass sie das gemeinsam geplante Konzert am 10. September im Forum König-Karls-Bad kurzfristig abgesagt habe.

"Unsere Festspiele beruhen auf Freundschaft, Verlässlichkeit und Vertrauen", so Schönleber. "Doch der Zufall hat uns in die Hände gespielt: Wir sind sehr glücklich, dass durch die enge Zusammenarbeit unseres Pianisten Michele D‘Elia (Mailand) mit Aya Wakizono, einer international begehrten jungen Solistin, ein mehr als vollwertiger Ersatz gefunden wurde."

Aya Wakizono, zuletzt mit Rossini-Hauptrollen unter anderem in Pesaro, Bologna, Tokyo, Mailand erfolgreich, wird Rossini-Werke, die sie derzeit mit D‘Elia einstudiert, und sogar die Raritäten des ursprünglich geplanten Programms singen.

Lang gehegter Wunsch

"Dafür sind wir ihr sehr dankbar. Am Dienstagmittag war sie noch in Mailand und wir konnten sie engagieren. Um 21 Uhr fand schon die erste Probe im Kurtheater statt. Und ich kann Ihnen verraten: Es klang wunderbar. So schnell geht es manchmal! Damit erfüllt sich für mich ein lang gehegter Wunsch, diese bezaubernde Ausnahmesolistin in Bad Wildbad zu präsentieren", so Schönleber in einer Pressemitteilung.

Ein wichtiger Tipp von Schönleber für die Besucher der weiteren Konzerte im Freien lautete: warme Bekleidung und Decken mitbringen!

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