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Bad Wildbad Corona-Krise: Festival-Absage trifft Hoteliers

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Hoteliers und Festivalleitung versuchen noch, ein kleines Rossini-Programm auf die Beine zu stellen. Foto: Archivfoto: Fritsch

Bad Wildbad - Das Sommerfestival Rossini in Wildbad fällt aus. Vom 9. bis zum 26. Juli sollten auf verschiedenen Bühnen Opern, Dramen und Komödien in der Kurstadt entstehen. Die aktuelle Lage lässt weder Proben der Orchester und Chöre zu, noch die Einreise der Künstler. Es besteht allerdings noch Hoffnung. Die Absage trifft vor allem auch die Hotels, bei denen nun viele Übernachtungen wegfallen dürften.

Wolfgang Richter, Inhaber des Hotel Rothfuß, war Gemeinderatsmitglied, als das Opernfestival 1989 gegründet wurde. Damals noch ziemlich improvisiert, wurde "Rossini in Wildbad" eher belächelt. Richter setzte sich für das Festival ein. Nun hält er seit ein paar Wochen donnerstags Telefonkonferenzen mit Stefanie Dickgiesser, der Geschäftsführerin der Bad Wildbad Touristik GmbH, und Klaus Mack, dem Bürgermeister von Bad Wildbad, ab. "Wir können uns ja nicht zusammensetzen", scherzt der Hotelier. Sie beraten sich darüber, was im Rahmen der Corona-Richtlinien, möglich wäre.

Zusammen mit Jochen Schönleber, dem Intendanten des Festivals, will Richter trotzdem noch für ein bisschen Rossini-Flair sorgen.

"Wir versuchen ein kleineres Programm zu gestalten", eröffnet Richter. "Rossini in Wildbad" soll in kleinerem Rahmen stattfinden und um ein paar Monate nach hinten verschoben werden, vielleicht auch in Zusammenarbeit mit dem Kurtheater.

Der Gastronom meint, es war sinnvoll, das Festival, so wie es geplant war, abzusagen. "Die Chöre und Orchester dürfen nicht proben. Es dürfen sich keine großen Menschenmassen versammeln. Die Grenzen sind gesperrt und die Künstler dürfen nicht einreisen."

Festival vor 31 Jahren gegründet

Dass "Rossini in Wildbad" nun ins Wasser fällt findet er trotzdem bedauerlich. Das Festival wurde vor 31 Jahren gegründet, um daran zu erinnern das Gioachino Rossini selbst 1856, zur Kur, Bad Wildbad besuchte. Der Ansatz war, mit der Kunst von Rossini die Betten in den schwierigen Sommermonaten besser auszulasten. Viele Ereignisse ziehen auch viele Gäste an. Deshalb kämpfte Richter als Stadtverbandsvorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Bad Wildbad, nach der Gründung dafür, das Opernfestival zu erhalten.

Richter hatten noch vergangenes Jahr 15 bis 20 treue Gäste, die Bad Wildbad besuchten, um Rossinis Opern zu lauschen. Jetzt sind davon nur noch sechs übrig. "Es wird versucht, die Gäste dazu zu bewegen, solidarisch zu kommen, sollte das Festival dann doch noch stattfinden." bedauert Richter. Die Hotels leiden darunter, dass das Festival abgesagt wurde. In anderen Theaterstädten wie Regensburg oder Salzburg ist es ähnlich.

"Wir haften mit Haut und Haaren" klagt Richter. "Monatelang Hotels geschlossen halten geht nicht. Das hätte weitreichende Folgen. Wir sind alle Mittelständler und unsere Kapazitäten sind begrenzt." Er wünscht sich, dass die Beschränkungen gelockert werden. Die Hotels sollten zumindest mit der Hälfte ihrer Kapazität arbeiten dürfen, sonst hielten sie diese Krise nicht aus, so der Dehoga-Chef.

Insgesamt, meint Richter, habe die Corona-Soforthilfe reibungslos funktioniert. "Alle haben wochenlang durchgemacht, damit die Sache in die Gänge kommt. Das hat kurzfristig gut getan."

Der Hotelier bemüht sich, im Moment alles ruhig zu halten. Richter spricht von vielen Fragezeichen. "Wie lange verkraftet der Staat die Soforthilfe? Wir waren noch nie in so einer Situation, doch bisher funktioniert der Kurs auf dem wir uns befinden, relativ gut."

Viele Gäste wollen einfach raus

Man wisse nicht, wie es im Sommer weitergeht und ob die Einschränkungen nicht noch drei bis vier Monate anhalten. Viele Gäste wollen einfach raus. "Momentan stochern wir alle noch im Nebel", sagt er. Pfingst- und Sommerferien seien normalerweise eher schwache Monate für Thermen oder Kurhotels. Die Leute reisten da eher ins Ausland. Dieses Jahr würden die Leute aber nicht nach Marokko und Ägypten fliegen, sondern lieber ein paar Tage in die Natur fahren, denn dort gebe es nur wenige Einschränkungen. "Die Idee ist ein Naturerlebnis. Etwas in Richtung Wald atmen", erklärt Richter.

Momentan laute die Strategie in Bad Wildbad deshalb: Angebote draußen! "Wir wollen den Leuten etwas bieten. Bald ist Sommer. Unsere Gäste sollen die Möglichkeit haben, rauszugehen. Jemand, der zum Beispiel in Pforzheim, im achten Stock eines zwölfstöckigen Hauses wohnt, hat mit dieser Situation mehr zu kämpfen, als jemand der in einem Kurort lebt. Das kann man sich gar nicht vorstellen", beschreibt Richter.

Zum Schluss richtet der Hotelier noch ein Bitte an die Politik. "Wir sind Mittelständler. Unser Geschäft und die Zahl unserer Gäste ist überschaubar. Das soll bei den Entscheidungen berücksichtigt werden."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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