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Bad Wildbad Bahnhofsanierung läuft auf Hochtouren

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Bauleiter Mose Karrica (von links), Filialleiterin Dorothee Treiber sowie die Mitarbeiterinnen Dorotiya Szeleczki-Nagy und Gudrun Nolle in den neuen Räumlichkeiten. Foto: Bechtle

Bad Wildbad - Seit Mai laufen die Bauarbeiten am Wildbader Bahnhof, den die Stuttgarter Steuerberater Thomas und Lucas Sperr von der Deutschen Bahn gekauft haben. Der 1868 errichtete "elegante Bau" war damals als Repräsentationsbahnhof des württembergischen Hofes errichtet worden mit Wartesälen der 1. und 2. Klasse, völlig überdimensioniert für das Schwarzwaldstädtchen Wildbad. "Der Bahnhof Wildbad ist mit fürstlichem Geschmack ausgestattet, um alle Anforderungen hoher und höchster Personen, welche alljährlich Heilung und Linderung an der Quelle suchen, nach Billigkeit zu befriedigen", so Oscar Graf, der frühere Leiter des Stuttgarter Naturalienkabinetts.

Das inzwischen mehr als 150 Jahre alte repräsentative Gebäude, derzeit umhüllt mit einer Art Sicherheitsvorhang, soll bis Mitte nächsten Jahres wieder im alten Glanz sichtbar sein. Dass hier gebaut wird, ist nicht zu übersehen, denn die sonst frei zugänglichen Parkplätze sind weitgehend von Baufahrzeugen belegt. Aber wo aus Alt Neu gemacht wird, geht dies eben nicht ohne vorübergehende Einschränkungen.

Wohnungen und Appartements

Während auf dem Dach die Dachdecker die Schieferplatten montieren, solange es die Witterung noch zulässt, sind in der vergangenen Woche bereits die ersten "Mieter" eingezogen. Allerdings nicht in die beiden geplanten Wohnungen und die elf Appartements in den oberen Stockwerken, sondern im Erdgeschoss. So befand sich bisher der Dr. Eckert-Laden im südlichen Bereich des Bahnhofs. Seit Mittwoch findet man dieses Geschäft im nördlichen Teil des Bahnhofs. Zur Unternehmensgruppe Dr. Eckert GmbH gehören sieben Marken und mehr als 350 Standorte, vor allem in Bahnhöfen. Einen davon gibt es seit vielen Jahren im Wildbader Bahnhof.

"Ob aktuelle Zeitungen und Zeitschriften, Bücher, warme oder kalte Snacks, Getränke oder Tabakwaren, in den Filialen der Unternehmensgruppe Dr. Eckert findet der Kunde alles, was das Leben vor, während und nach der Reise angenehmer macht. Eine breite Produktpalette aus den Sortimentsbereichen Presse, Buch, Tabak, Convenience, Reisebedarf und Trend, das sind die Stärken des Angebots der Unternehmensgruppe Dr. Eckert", so steht es auf der Homepage des Unternehmens. Zur Erklärung, unter Convenience versteht man vorgefertigte Speisen, die sozusagen "im Stehen" genossen werden. Dies entspricht dem Backshop, der neben den genannten bisherigen Artikeln neu im Wildbader Bahnhof ist.

Unsere Zeitung sprach mit Mose Karrica, dem Bauleiter der Stuttgarter Firma "K&K Bau und Sanierung GmbH", die alle Arbeiten am Gebäude durchführt. Rund 30 Mitarbeiter sind hier im Einsatz, die alle Gewerke durchführen, damit der Bahnhof wieder ein Schmuckstück an der Stadteinfahrt von Bad Wildbad wird.

Karrica weist darauf hin, dass die Sanierungsarbeiten eines denkmalgeschützten Gebäudes eine schwierige aber reizvolle Aufgabe sind. Schließlich soll zwar der Zustand von 1868 hergestellt werden, sodass der Bahnhof von außen wie damals aussieht.

Viele Vorschriften müssen berücksichtigt werden

Allerdings müssen jetzt, wie bei allen Bauten, eine Vielzahl von Vorschriften berücksichtigt werden, die es früher überhaupt nicht gab – beispielsweise Brandschutz, Wärmedämmung, Fluchtwege, mögliche Barrierefreiheit.

Alle zwei Wochen kontrollieren Mitarbeiter des Denkmalschutzes die Bauarbeiten. Deshalb musste beispielsweise das Dach wieder mit Schieferplatten gedeckt werden.

Der Umzug innerhalb des Bahnhofs in die neuen Räumlichkeiten, so die langjährige Filialleiterin Dorothee Treiber, habe viel Arbeit bereitet, schließlich mussten nach der Fertigstellung der Ladeneinrichtung alle Presseartikel, Tabakwaren, Getränke und so weiter aus dem bisherigen Raum mehrere Tage lang in die neue Filiale transportiert werden, Treiber: "Ich konnte nachts kaum schlafen, weil mir immer wieder etwas einfiel, was noch geregelt werden musste". Die neue Filiale kann sich sehen lassen: Mittendrin schlanke gusseiserne Originalsäulen, hohe Räume mit stuckierten Decken, wobei der Stuck farblich hervorgehoben ist. Geblieben sind die mit Halbbögen versehenen, dunkelgrün gestrichenen Fenster. Neu ist der Backshop mit belegten Brötchen, Brezeln, Croissants sowie Laugenzäpfle, natürlich gibt’s auch "süße Stückle". Die Backwaren sind frisch und werden hier in der Filiale selbst gebacken. Natürlich ist die Lotto-Toto-Annahmestelle geblieben ­– und in absehbarer Zeit wird die Filiale nicht nur von der Frontseite des Bahnhofs zu erreichen sein, sondern auch vom Bahnsteig her, der übrigens nicht zur Baumaßnahme gehört.

Noch ein gutes halbes Jahr wird hier Baustelle sein. Wie der "eleganteste Bahnhof in Württemberg" fertig aussehen wird, kann man an den Farbbildern auf den Bauabsperrungen sehen und sich auf den in alter Frische wirkenden Bahnhof freuen.

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