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Bad Wildbad Bahnhof-Sanierung soll 2020 abgeschlossen sein

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Bis Mitte des kommenden Jahres soll nicht nur das Gerüst um den Wildbader Bahnhof entfernt sein, sondern auch mehrere Gastro-Betriebe in das historische Gemäuer einziehen. Die Investoren sind bereits in Verhandlungen mit Pachtinteressenten. Foto: Jänsch

Bad Wildbad - Die Baumaßnahmen am Wildbader Bahnhof nehmen Form an. Denn fertig saniert soll das historische Gebäude bis Mitte kommenden Jahres wieder mit Leben erfüllt werden. Geplant sind mehrere Restaurants, Wohnungen und Appartements.

Noch ist das Wildbader Bahnhofsgebäude eine einzige Baustelle. Rund herum eingerüstet kümmerten sich einige Bauarbeiter um die Auffrischung der in die Jahre gekommenen Holzschindeln. Wieder andere hätten das sommerliche Wetter bis vor wenigen Wochen genutzt, um das Dach zu erneuern, erklärt der Stuttgarter Investor Lucas Sperr. Dort fehle nur noch die Deckung mit Naturschiefertafeln.

Auch innen liegt kein Stein mehr auf dem anderen. Stück für Stück haben Bauarbeiter die historische Substanz der Immobilie von 1868 freigelegt. Unter anderem verzierte, gusseiserne Säulen, die sich jahrzehntelang hinter Rigipsplatten versteckt hatten. Denn nicht nur dem Denkmalamt, sondern auch den Inhabern Lucas Sperr und seinem Vater Thomas sei es wichtig, das alte Gemäuer und den Flair des denkmalgeschützten Gebäudes zu bewahren.

Energieeffizienz trotz historischem Gewand

Daher wollen die beiden Investoren sämtliche historischen Elemente, wie beispielsweise die Fenster, aufbereiten und neu einsetzen lassen. So soll der Bahnhof im historischen Gewand später dennoch eine KfW-Effizienzklasse von 70 erreichen – das ist beinahe Neubau-Niveau.

Äußerlich soll der Bahnhof in einem Gelbton mit rot-bräunlichen Fensterrahmen erstrahlen – möglichst nah an der Originalfarbgestaltung. Mehrere Großplakate, die an der Vorderseite des Bahnhofs aufgehängt sind, zeigen, wie der Bahnhof am Ende aussehen könnte.

Den vom Haupteingang aus gesehen rechten Teil des mehr als 1500 Quadratmeter großen Gebäudes soll der Verbrauchermarkt und Kiosk "Dr. Eckert", der bisweilen mittig untergebracht war, beziehen. Mit diesem Umzug wollen die Sperrs im Oktober beginnen. Die neuen Räumlichkeiten sollen dann nicht nur geräumiger sein, sondern auch das Sortiment solle ausgebaut werden. Künftig soll es in dem Kiosk einen kleinen Backshop geben, bei dem Kunden zumindest Brötchen und Brezeln kaufen können.

Anschließend könnten die Bauarbeiten im mittleren Teil des Bahnhofs fortgeführt werden, wo eine Art rustikales Brauhaus mit bis zu 180 Sitzplätzen entstehen soll. Um diesen Platz gewährleisten zu können, soll der bisherige, offene Arkadengang verglast werden. Im linken Teil des Gebäudes wollen die Sperrs ein Café im Wiener Stil mit rund 100 Sitzplätzen etablieren.

Im Obergeschoss sollen die beiden Wohnungen, die dort bislang vermietet waren, zwar ebenfalls saniert, aber ohne Mietpreiserhöhung weiterhin an die Familien vermietet bleiben. Im restlichen Obergeschoss sollen möblierte Ein- und Zwei-Zimmer-Appartements entweder als Ferienwohnung oder für Dienstreisende aufbereitet werden.

Rechts neben dem Bahnhofsgebäude soll ein Mitropa-Speisewagen der deutschen Bahn als Imbiss dienen. Der Wagen ist zeitgleich bereits in Halle an der Saale in der Aufbereitung. Bis Mitte 2020 sollen diese Projekte Realität werden. Bis Ende des kommenden Jahres soll außerdem ein Biergarten im sogenannten Waschhaus eröffnen, das links neben dem Bahnhofsgebäude angesiedelt ist.

Sämtliche Gastronomie wollen die Sperrs an unterschiedliche Betreiber verpachten. Wie Lucas Sperr erklärt, sei man bereits in Verhandlungen mit Interessenten – darunter auch Wildbader. Gekauft hatten Thomas und Lucas Sperr die Immobilie Anfang 2017. Ursprünglich hatten die Investoren früher mit der Inbetriebnahme der gastronomischen Objekte gerechnet – zuletzt hieß es bis Frühjahr 2020.

Doch laut Bürgermeister Klaus Mack habe sich das Bebauungsplanverfahren länger hingezogen, als zunächst gedacht. Auch, weil der Busverkehr auf dem Bahnhofsvorplatz mit einbezogen werden musste. Und, weil die Parkplatzfrage geklärt werden musste. So sollen die öffentlichen Kurzzeitparkplätze, die die Sperrs mit erworben haben, als solche erhalten bleiben. Die Stadtverwaltung habe den Investoren im Gegenzug Fläche auf der Rückseite des Gebäudes als Parkmöglichkeit für Mitarbeiter zur Verfügung gestellt.

Stuttgarter Investoren haben Erfahrung

"Manchmal ist es auch gut, man dreht noch mal eine Runde. Wir wollen ja am Ende, dass es funktioniert", erklärt Mack und zeigte sich erfreut über den Fortschritt der Bauarbeiten: "Für die Stadt ist das ein wichtiges, prägnantes Gebäude, der Bahnhof hat eine Schlüsselrolle." Darum sei es gut, dass sich die Sperrs mit ihrem "Verständnis für das historische Gebäude", der Immobilie angenommen hätten.

Wie viel Geld die Sperrs insgesamt in das Projekt investieren, gibt Lucas Sperr nicht bekannt. Er verrät aber so viel: Der Kauf der Immobilie und die Sanierung sollen sich im einstelligen Millionenbereich bewegen. "Wobei der Kauf der geringste Betrag daran war", so Sperr weiter. Für Thomas Sperr, der zusammen mit seinem Sohn eine Steuerberater-Kanzlei in Stuttgart betreibt, ist das Bahnhofs-Projekt zwar das erste dieser Art. Mit denkmalgeschützten Gebäuden habe Thomas Sperr jedoch schon viel Erfahrung sammeln können, erklärt dessen Sohn.

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