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Bad Wildbad 1800 Besucher beim Polterplatz-Festival

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Foto: Ferenbach

Bad Wildbad - "Die familiäre, nicht kommerzielle Atmosphäre" des Umsonst-und-Draußen-Events, die "humanen Preise für Essen und Getränke" und natürlich die gute Musik werden von den zahlreichen treuen Fans immer wieder als Beweggründe für einen Besuch des Polterplatz-Festivals genannt.

Am vergangenen Wochenende fand die 24. Auflage der zweitägigen, vom Förderkreis Jugendhaus organisierten Open-Air-Veranstaltung statt. An die 1800 Besucher und damit deutlich mehr als im Vorjahr haben den Weg ins Obere Enztal gefunden, was zum einen an dem guten Wetter gelegen haben dürfte, andererseits aber auch an der wiederum gelungenen Auswahl von zehn Bands unterschiedlicher Musikrichtungen, welche das Bühnenprogramm an den beiden Abenden bestritten.

Für Daniel Stolzenberg aus Althengstett gehört das Polterplatzfestival zu den festen Pflichteinträgen im persönlichen Terminkalender. Als "ausgefallen, kreativ und übersichtlich" bezeichnet er das "Heimspiel im Nordschwarzwald", das er jedes Jahr mit Freunden besucht. Auch Michael Baumann aus Sindelfingen ist seit 15 Jahren dabei, um seinen besten Kumpel, Gitarrist bei "Six Ways Down" aus Wildbad, die im Zwei-Jahre-Turnus beim Polterplatz auftreten, zu treffen. Wie Baumann übernachteten auch etliche weitere Festivalbesucher auf der angrenzenden Wiese, die für mehrere Tage zum Campingplatz umfunktioniert wurde. "Man muss das unterstützen, wenn im eigenen Ort etwas Derartiges geboten ist", meinten die 17-jährige Dilara Dogan aus Wildbad und ihr ein Jahr älterer Freund Sebastian Bodamer aus Höfen.

Trotz ihres jungen Alters hat das Festival für die beiden und viele ihrer Mitschüler bereits Tradition. Die wegen ihres knapp zweijährigen Enkelkindes Chiara, das am Samstag mit auf dem Fest war, von der "Polterplatzmutti" zur "Polterplatzoma" gereifte Beate aus dem Organisationsteam verwendet gar Begriffe wie "Polterplatzkindkind", um die generationsübergreifende und über zwei Jahrzehnte währende Erfolgsgeschichte des Musikfestes zu beschreiben.

Die Calmbacherin ist von Anfang an dabei und kümmert sich insbesondere um das Weißwurstfrühstück für die "Überbleibsel" aus der Festivalnacht. Kinder, vom Säugling bis zum Teenager, gehörten an beiden Tagen zum gewohnten Bild. Speziell für die kleinen Gäste gab es am Samstagnachmittag wieder ein buntes Programm mit Spielen, Basteln, Schminken und Kinderdisco.

Musikalisch war am Samstag die Gruppe "Dr. Aleks and the Fuckers" der erste Höhepunkt. Nachdem die Rockformationen "In Haze" aus Karlsbad, "Superwiser" aus Ludwigsburg und "Bender" aus Karlsruhe schon gut eingeheizt hatten, legte die siebenköpfige Band aus Stuttgart, deren äußeres Markenzeichen Unterhemden, Jogginghosen und Goldketten um den Hals sind, mit ihrem "sexy, gipsy Balkan-Punk" noch eins drauf. Bandgründer, Leadsänger und Schlagzeuger Dr. Aleks nahm bei der Multikulti-Reise durch ganz Europa kein Blatt vor den Mund, fungierte mit seinen Sticks mitunter als Publikums-Dompteur und erntete dafür grölenden Beifall. Die fünf Jungs von "Shy guy at the show" aus Karlsruhe, aufgrund früherer Auftritte in Wildbad keine Unbekannten mehr, setzten danach mit ihrem psychedelic Rock den idealen Rahmen zum Abtanzen vor der Bühne bis weit nach Mitternacht. Mit zwei krankheitsbedingten Ausfällen sahen sich die Veranstalter am zweiten Tag konfrontiert. Anstelle von "Dudebox" übernahm nach dem Heimspiel der Polterbattle-Sieger "The Flipside" aus Calmbach die Pforzheimer Rockband "Heart of Chrome" den zweiten Slot, während für die letzten Headliner "Hookers and Covers" aus Tschechien kurzfristig kein gleichwertiger Ersatz gefunden werden konnte. "Kapelle Petra" aus Hamm konnte die entstandene Lücke jedoch problemlos ausfüllen und ihrem Ruf als eine der besten Live-Bands Deutschlands wieder einmal – und zum zweiten Mal in Bad Wildbad – gerecht werden.

Bereits bei "Tune Circus" sorgten deren treibende, tanzbare Beats und ein Luftgitarren-Contest für dichtere Reihen vor der Bühne, die sich spätestens bei der Polonaise mit "Kapelle Petra", angeführt von der lebenden Bühnenskulptur "Gazelle", vollends schlossen. Während ihres im Retro-Look mit Binder und Hornbrillen präsentierten gut eineinhalbstündigen Programms zogen die vier Jungs aus Westfalen noch etliche weitere originelle "Kabinettstückchen" aus der Schublade, die das Publikum mehr oder weniger mit einbezogen.

Guido Scholz alias "Opa" (Gitarre, Gesang), Rainer Siepmann alias "Siepe" (Bass, Gesang) und Markus "Ficken" Schmidt (Schlagzeug) konnten jedenfalls bei den bekannten Liedern "Können wir nicht einfach über Fußball reden", "Protestlied", "Geht mehr auf Konzerte" oder "Geburtstag" mit einem stimmgewaltigen Echo aus dem Publikum rechnen und sich nicht ohne Zugabe von der Bühne verabschieden.

Ihre Redaktion vor Ort

Bernd Mutschler

Fax: 07051 20077

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