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Bad Teinach-Zavelstein Zauberhafter Sommerabend bei Vollmond

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Die Stuttgarter Saloniker spielten im Wanderheim in Zavelstein auf und begeisterten die vielen Zuhörer.Foto: Ketterle Foto: Schwarzwälder Bote

Pünktlich zum Sommerabend, der gemeinsam vom Schwarzwaldverein Calw und der Teinachtal Touristik veranstaltet wurde, kam der Sommer zurück. Der unter Einhaltung der Corona-Abstandsregeln voll besetzte Biergarten des Wanderheims Zavelstein erstrahlte im warmen Abendlicht.

Bad Teinach-Zavelstein. Die Gemeinde zu finden, war aufgrund der Umleitungen nicht ganz so einfach. Der musikalische Orchesterleiter Patrick Siben kämpfte zudem mit einem Stau von Stuttgart – im schwäbischen Wald – bis zum Wanderheim im schönen Schwarzwald. Der dadruch verspätete Konzertbeginn änderte nichts an der Vorfreude der Besucher auf diesen Abend. Und sie sollten nicht enttäuscht werden.

Alle Karten verkauft

"Was lange währt, wird endlich gut!" Mit diesen Worten eröffneten Jürgen Rust vom Schwarzwaldverein Calw und Franziska Bürkle von der Teinachtal Touristik die erste Veranstaltung in Zavelstein nach dem Corona-Shutdown. Beide freuten sich über die mit 148 Karten ausverkaufte Veranstaltung. Besonders, da in Corona-Zeiten Veranstaltungen mit einigen Umständen verbunden sind. Es war der fünfte Sommerabend, den die beiden gemeinsam gestalteten. Die Planungen in diesem Jahr waren geprägt von umfassenden Überlegungen, ob überhaupt und, wenn ja, wie ein solcher Abend gestaltet werden kann. Langsam wich die Anspannung von den Veranstaltern und die Freude überwog, diesen Abend erfolgreich mit den Stuttgarter Salonikern geplant zu haben. Das Publikum verhielt sich vorbildlich: Hände wurden desinfiziert, Wege und erforderliche Abstände eingehalten, Masken getragen, wo es erforderlich war.

Das Wanderheim bot mit diesem Sommerabend bei Vollmond den optimalen Rahmen für kulinarische, vor allem aber musikalische Genüsse mit den überaus bekannten und beliebten Stuttgarter Salonikern. Geboten wurde ein klassisches Cross Over mit Musik aus Nah und Fern. Das Salon-Ensemble spielte ein Freiluftkonzert für das Fernweh der Daheimgebliebenen.

Patrick Siben beschrieb seine Saloniker aus einer Zeit, in der man noch selber Musik machte. Sozusagen die Vorläufer von Radio, CD und MP3. Die Besetzung kann variieren und das Notenmaterial ist immer entsprechend vorhanden, alles ohne Elektrik. Siben war mit dem Akkordeon im Einsatz und führte gewohnt locker und unterhaltsam durch das Programm. Daneben prägten eine Posaune, ein Cello, ein Kontrabass, zwei Geigen, eine Trompete, ein Saxofon sowie eine Klarinette im Wechsel mit der Querflöte, Piccolo oder einem weitern Saxofon die jeweiligen Stücke. Immer professionell ausgerichtet am Charakter des jeweiligen Musik­stückes, hervorgehoben durch entsprechende Solo-Einsätze und mit entsprechendem Beifall belohnt.

Die neun Musiker zogen mit den Klängen von "When the saints go marchin’ in" ein. Ein Teil des im Biergarten gelegenen Spielplatzes wurde zur Bühne für diesen lauen Sommerabend. Der erste Teil des Konzertabends war geprägt von einem Medley volkstümlicher, bekannter Gassenhauern, frisch und fröhlich interpretiert von den Profimusikern. Ohne Noten liefen sie mit ihren Instrumenten im Kreis herum und animierten das Publikum vom ersten Stück "Horch was kommt von draußen rein" an zum Mitsingen. Bei "Auf’em Wasen grasen Hasen" waren viele Solo-Stimmen aus dem Publikum zu hören. Und so galt der begeisterte Applaus nicht nur den Musikern, sondern auch den spontanen Sängern aus dem vielschichtigen Publikum.

Nach einer kurzen Pause ging es flott weiter mit dem Ohrwurm "Glühwürmchen-Idyll" von Paul Lincke. Dieser Komponist war ein moderner Musiker um die Jahrhundertwende. Er war für die Berliner Operette das, was Johann Strauß für die Wiener Operette war. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Saloniker seinen "Wiener Walzer" aus der Operette "Frau Luna" – passend zum aufgehenden Vollmond – zum Besten gaben. Es folgte der "12th street Rag" – mit den Noten nach der Erstaufnahme dieses Stücks auf Schellack-Platte. Nach einem Classic Crossover von Duke Ellington und dem Happy Sound der 1920er-Jahre war es Zeit für eine kulinarische Stärkung der Musiker.

Musikalische Leckerbissen

Der letzte Teil war geprägt durch musikalische Leckerbissen aus der Zeit des Jazz, wie zum Beispiel "Tiger Rag" von der Original Dixieland Jazz Band. Bei "Caravan" von Duke Ellington war besonders die Trompete hervorzuheben. Siben betonte, dass der Saloniker Sound aus dem Jazz nach Noten der Originalfassungen entsteht. Und so endete nach einigen Jazz-­Stücken ein abwechslungsreiches Konzert auf hohem musikalischen Niveau.

In der Hoffnung auf einen schönen Sommerabend in 2021 und mit dem Wunsch an alle, gesund zu bleiben, bedankten sich Bürkle und Rust für den gelungenen musikalischen Sommernachtstraum mit den Stuttgarter Sinfonikern im Biergarten des idyllisch gelegenen Wanderheims Zavelstein, der so manchem Besucher sicher lange in schöner Erinnerung bleiben wird.

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