Das Bohnenberger-Areal und der davor befindliche Baum sorgen auch weiterhin für Diskussionen. Archivfoto: Buck Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat: Bohnenberger-Areal wieder Thema / Weitere Planung und Kostenschätzung im Frühjahr

Das Haus Bohnenberger ist auch in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres in Bad Teinach-Zavelstein Thema. Jetzt werden bis zum Frühjahr die Kosten genauer unter die Lupe genommen.

Bad Teinach-Zavelstein. Das Bohnenberger-Areal in Bad Teinach-Zavelstein ist auch in den letzten Zügen des laufenden Jahres Thema im Ort. Und desahlb auch in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dort stellte Bürgermeister Markus Wendel kürzlich das weitere Vorgehen rund um das umstrittene Areal dar: "Wir wollen da die Unsicherheit aus dem Spiel nehmen und die Kosten erörtern lassen. Da reicht ja schon eine Schätzung, sind wir sechs oder siebenstellig." Diese Grundlage brauche auch der Gemeinderat, um basierend darauf weiter zu entscheiden, merkte Wendel an.

Deshalb schlug die Verwaltung vor, für 2000 Euro vom Architekturbüro "Krieg und Wolf" aus Calw eine Kostenschätzung anfertigen zu lassen. Diese soll beide im Raum stehenden Varianten beleuchten. Zum einen die Option, das Obergeschoss mit Wohnungen zu füllen und im Untergeschoss diverse Räume einer anderen Nutzung zuzuführen. Die zweite besteht darin, auch das Obergeschoss fürs Wohnen zu nutzen, das Untergeschoss aber mit dem Anbau einer Ladenfläche auszustatten. Gemeinderat Johannes Schaible meldete Bedenken wegen der Auswahl des Ingenieurbüros "Krieg und Wolf" an. Vor allem deshalb, weil Wolfgang Krieg in der Bürgerinitiative (BI) aktiv ist, die sich für den Erhalt des alten Bauernhauses einsetzt. "Nicht, dass das schöngerechnet wird", merkte Schaible die persönliche Verstrickung von Krieg in die Sache an. Bürgermeister Wendel sah da keine Bedenken, auch weil sich Krieg von vorneherein aus dem Auftrag herausgenommen hätte: "Gerade weil da besonders hingeschaut wird, arbeiten die Architekten da sicher sehr genau." Gemeinderat Karl-Eugen Schroth hatte vielmehr wegen des großen Baums vor dem Areal Bedenken: "Das ist ein vitaler und gesunder Nussbaum. Es wäre gut, wenn man den erhalten könnte."

Wendel sah da wenig Hoffnung: "Wenn die Umbaumaßnahmen anlaufen, wird der Baum wohl kaum davonkommen. So ist leider die Realität." Aber darüber zu diskutieren sei zu verfrüht. Erst komme die Kostenschätzung dann die weitere Vorgehensweise. Möglicherweise holt man dann den Verein SPES-Zukunftsmodelle aus Freiburg mit ins Boot, um eine ganzheitliches Konzept zu erarbeiten.

Bürgerprojekt klappt nicht

Wendel merkte an, dass so ein Konzept aber nicht nur für den einen Standort Bohnenberger-Areal ausgearbeitet würde, sondern dann für die gesamte Zwergstadt Zavelstein. Die Idee, dass die BI selbst die Maßnahmen als eine Art Bürgerprojekt verwirklicht, hat sich indes zerschlagen. Die BI sehe aufgrund der aktuellen "Phase der Unsicherheit" ein zu hohes Risiko für derlei Pläne.

Wendel versprach dem Gremium, im Frühjahr nochmals weitere Pläne vorzulegen, dann aber mit einer besseren Vorstellung der Kosten. Des Weiteren verwies der Schultes nochmals auf die zahlreichen, oft nicht genutzten öffentlichen Räume und Vereinsheime, die genutzt werden könnten für neue bürgerschaftliche Unternehmungen. "Ich habe letztens mit den Vereinen gesprochen und auch da gibt es Bereitschaft, diverse Räume zur Verfügung zu stellen." Nichtsdestotrotz werde man an dem Thema dranbleiben. Aus dem Gemeinderat war Zustimmung für das Vorgehen ersichtlich, dass die Kostenschätzung in Auftrag gegeben wird.

Auch die Bürgerinitiative zeigte sich einige Tage nach der Sitzung zufrieden: "So gehen wir mit einem vorsichtigen Optimismus in das Jahr 2020: Der Abriss des ortsbildprägenden Gebäudes am Osteingang unseres Städtchens erscheint derzeit weniger zu drohen, auch wenn eine zukünftige sinnvolle Nutzung noch keineswegs klar ist", schreibt Klaus Pichler, einer der Frontmänner der BI "Lebenswerte Gemeinde" im Online-Bürgerforum.

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