Über das Bohnenberger-Areal in der Schulstraße wird derzeit in Bad Teinach-Zavelstein viel diskutiert. Foto: Fuchs Foto: Schwarzwälder Bote

Stadtentwicklung: Diskussion um Haus in Zavelstein / Initiative will Abriss verhindern / 42 Unterstützer

Das Bohnenberger-Areal in Zavelstein erhitzt die Gemüter. Denn die Angst vor der Abrissbirne geht um. Ideen zur neuen Nutzung gibt es bereits. Doch zunächst muss die Machbarkeit noch geprüft werden. Das Rathaus ist gesprächsbereit.

Bad Teinach-Zavelstein. Das Bohnenberger-Areal im Zentrum von Zavelstein treibt die Bevölkerung um. Denn seit das Haus von der Stadtverwaltung gekauft wurde, geistert ein Schreckgespenst namens Abrissbagger durch die Stadt. Die Befürchtung geht um, dass die Verwaltung das Anwesen abreißen könnte.

Deshalb hat sich jetzt eine Initiative mit 42 Aktiven um den engagierten Zavelsteiner Klaus Pichler zusammengefunden, die in erster Linie verhindern wollen, dass die Bagger anrollen. "Das würde am Ortseingang eine Lücke reißen", fürchtet Pichler. Zumal das Gebäude laut Eigentümer keine Mängel in der Bausub­stanz aufweisen solle.

Pichler und seine Mitstreiter haben sogar schon ein paar Ideen, was man aus dem Areal machen könnte. Wichtig ist ihm aber eins: "Natürlich müssen die Optionen geprüft werden, ob das auch finanziell machbar ist", verdeutlicht Pichler, dass man nicht planlos irgendwelchen Träumereien nachrennt. Im Gegenteil: Man hat bereits eine sogenannte Basisanalyse veranlasst, die von SPES Zukunftsmodelle aus Freiburg getätigt werden sollte. Das Problem: "Wir waren anfangs nur zu dritt, das war denen wohl zu wenig, weshalb der Antrag abgelehnt wurde." Übrigens: Die Freiburger Analysten wirken auch beim Oberreichenbacher "Marktplatz-Projekt" mit – da blickt Pichler nicht ganz ohne Neid hin: "Da ist man kreativ und aktiv. Bei uns sind wir da leider auf einer völlig anderen Schiene."

Bistro oder Café im Gespräch

Doch was hätten die Experten aus dem Breisgau in Bad Teinach-Zavelstein analysieren sollen? Einige Ideen, wie man das Bohnenberger-Areal nutzen könnte, gibt es bereits. "Ein Bistro oder ein Café vielleicht, denn es fehlt ein Ortsmittelpunkt sowie eine wohnortnahe Basisversorgung", führt Pichler aus. Außerdem fließe durch das Fehlen eines solchen Ortes Kaufkraft aus der Kommune ab, fürchtet er.

Bei allem Einsatz für das alte Areal will die Gruppe "keinen Streit mit der Verwaltung", sondern das Thema gemeinsam angehen – eventuell auch mit Blick auf altersgerechte Wohnungen. Freilich sei das teuer, beispielsweise in das alte Haus einen Aufzug einzubauen, aber Gedanken könnte man sich darüber ja machen, so der Tenor.

Generell ist es den 42 Aktiven wichtig, zuerst in Ruhe über Möglichkeiten nachzudenken, anstatt brachial die Abrissbirne zu schwingen. Man sei da schon öfter auf das Rathaus zugegangen, doch "unser Schultes ist da etwas sperrig", bringt Pichler zum Ausdruck, dass Bürgermeister Markus Wendel zumindest zunächst nicht der größte Fan solcher Gedankenspiele war.

Doch jetzt kommt wohl Bewegung in die Sache. Denn Wendel betonte in der jüngsten – und mit dem alten Gemeinderat – letzten Sitzung, dass jedenfalls Gesprächsbereitschaft bestünde. "Abbruch ist nur eine von mehreren Optionen", sagte der Bürgermeister. "Wir brauchen ein Gesamtkonzept", sagt er.

2019 geschieht nichts mehr

Die Idee der Initiative rund um Pichler könnte eine Nutzung sein, räumte der Bürgermeister ein, verdeutlichte aber auch gleich, dass ihn die Idee nicht vollends überzeuge. "Ich glaube nicht, dass eine Laden- oder Cafénutzung nachhaltig ist." Das Konzept solle sich schon mindestens 20 Jahre lang tragen, und damit einen Benefit für die Bevölkerung darstellen. Es werde bereits an mehreren Ideen gearbeitet, aber: Für die Nutzung, in welche Richtung auch immer, brauche es eine eingehende Analyse und Diskussion, die ergebnisorientiert geführt werden müsse.

Überstürzt werden dabei aber sowieso keine Entscheidungen getroffen. "Es besteht keine Gefahr, dass sich in diesem Jahr an dem Gebäude noch irgendetwas tut", versicherte Wendel.

Ein Treffen zwischen Verwaltung und Initiative soll laut Pichler nun wohl in der übernächsten Woche stattfinden. Dann wird mit Sicherheit auch das Schreiben diskutiert, das diese Woche im Rathaus eingeworfen wurde – darin sind die Ideen und Überlegungen rund ums Bohnenberger-Areal kompakt zusammengefasst.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: