Rund 130 Mitarbeiter beim Mineralbrunnen Bad Teinach müssen sich keine Sorge machen.
Bad Teinach-Zavelstein/Überkingen - Die Mineralbrunnen Überkingen-Teinach AG (Minag) verkauft kommende Woche ihren Betrieb am namensgebende Traditionsstandort Bad Überkingen.
Der Standort Bad Teinach sei von dieser Entscheidung jedoch nicht betroffen, sagt Niederlassungsleiter Volker Riehn. Zum einen ist Teinacher – wie auch Überkinger und Krumbacher – seit September eine selbstständige GmbH innerhalb des Konzerns. Zum anderen "ist Teinach schon seit jeher ein Unternehmensteil, der schwarze Zahlen schreibt", unterstreicht Riehn. Das unterscheidet den Standort vom Mineralbrunnen in Bad Überkingen, der mit Verlust arbeitet.
Seit der Aktionärsversammlung im vergangenem Jahr zeichnet sich in der Minag das Ziel ab, nicht rentabel wirtschaftende Bereiche abzustoßen. Bestes Beispiel dafür ist das modernisierungsbedürftige Thermalbad in Bad Teinach. Das Kaufangebot an die Stadt hat der Gemeinderat allerdings am 29. Juli nach einer öffentlichen Sitzung vor rund 200 Zuhörern abgelehnt (wir berichteten).
Das Bad seit hoch defizitär, erläutert Michael Bartholl, Sprecher des Vorstands: "Das kostet uns richtig viel Geld." Obwohl er eine gewisse Verpflichtung gegenüber den Traditionsstandorten sieht, dürfe es deshalb keine Tabus geben, wenn Geschäftsbereiche auf den Prüfstand kommen. Es sei nicht Aufgabe der AG, für die Stadt ein defizitäres Thermalbad zu unterhalten – "die Zeiten sind vorbei".
Mitarbeiter müssen sich keine Sorgen machen
Zumindest die rund 130 Mitarbeiter beim Mineralbrunnen Bad Teinach müssen sich keine Sorge machen: Das Unternehmen hat erst im Frühjahr rund 650 000 Euro in einen neuen Verpackungsroboter investiert. "Unsere derzeitige Mitarbeiterstärke soll konstant bleiben", betont Niederlassungsleiter Riehn.
Und Vorstandssprecher Bartholl sieht durch den Berkinger-Verkauf sogar ein höheres Gewicht im Sortiment: "Teinacher ist eine unserer ganz wichtigen Marken", unterstreicht er, "eine der Perlen". Der Sprudel aus dem Teinachtal sei gut am Markt eingeführt, vor allem im Gastronomie-Bereich. Und dass das Wasser in Bad Teinach weiter abgefüllt werden soll, belegen auch die Bohrungen der vergangenen beiden Jahre.