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Bad Teinach-Zavelstein Situation auf Holzmarkt ist schlecht

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Jörg Ziegler und Edda Röntgen stellten dem Gremium die aktuellen Zahlen vor. Foto: Geisel Foto: Schwarzwälder Bote

Wie sieht der Plan im Gemeindewald für 2021 aus? Und wie lief 2020 bisher? Diese Fragen beantworteten Jörg Ziegler, Abteilungsleiter Forstbetrieb und Jagd beim Landratsamt, und Revierförsterin Edda Röntgen im Oberreichenbacher Gemeinderat. Der stimmte dem Waldwirtschaftsplan für 2021 geschlossen zu.

Oberreichenbach. "Wir waren heute schon in Oberreichenbach unterwegs", schickte Jörg Ziegler voraus und ergänzte: "Das ist ein ganz spannender Wald." Zunächst warf er al­lerdings einen allgemeinen Blick auf die Situation im Forst im vergangenen Jahr. Das sei "hoffnungsvoll gestartet", doch dann kam auch schon Sturm Sabine. 116 Festmeter habe dieser in Oberreichenbach geworfen – vorwiegend einzelne Bäume verteilt auf die gesamte Fläche. Das Problem, wenn die Bäume liegen bleiben: Sie schaffen optimale Voraussetzungen für den Borkenkäfer. Deswegen galt es, diese zügig aufzuarbeiten. Zum Glück befinde man sich hier noch auf einer "Insel der Glückseligen" in Sachen Borkenkäfer.

Sorge machen Ziegler jedoch die Tannen, die stark von der anhaltenden Dürre betroffen seien. Diese würden versuchen, tiefere Bodenschichten zu erreichen, doch die waren "massiv unterversorgt mit Wasser". Das führte zu Schäden – ausgerechnet bei Tannen, bei denen man davon ausgegangen sei, dass sie die Trockenheit eigentlich noch gut aushalten. Für die Zukunft stelle sich die Frage, so Ziegler weiter, ob die Baumarten in Oberreichenbach die Auswirkungen des Klimawandels überstehen. Auch der Wildbestand spiele eine Rolle, denn der wirke sich auf die Naturverjüngung aus. Hier müsse man so steuern, dass bestimme Baumarten durchkommen.

Gutes Beispiel

Ein Thema im Wald, führte Ziegler aus, sei auch der Klimaschutz in Zusammenhang mit der CO2-Bindung. Ist Waldwirtschaft da noch gerechtfertigt? Abgesehen davon, dass diese Arbeitsplätze schaffe, binde Holz CO2 auch als Baustoff. Ein gutes Beispiel für dessen Einsatz war die Halle in Würzbach, in der die Ratssitzung stattfand sowie der Kindergarten, der in unmittelbarer Nachbarschaft mit Vollholzwänden gebaut werde, wie Bürgermeister Karlheinz Kistner erinnerte. Ziegler führte aus, dass der Verzicht auf Holz nur dazu führen würde, dass andere Materialien als Ersatz genutzt werden müssten, bei deren Herstellung wieder CO2 produziert werde. Die Holzproduktion mache also durchaus Sinn.

Wegeunterhaltung wichtig

Revierförsterin Edda Röntgen ging auf den voraussichtlichen Vollzug 2020 und den Waldwirtschaftsplan 2021 ein. Der Holzeinschlag lag mit knapp 4300 Festmetern deutlich unter der Planung von mehr als 6000 Festmetern. Die Situation auf dem Holzmarkt sei einfach schlecht, erinnerte Röntgen. Daher sei es auch gut gewesen, weniger einzuschlagen, befand auch Bürgermeister Kistner. Stefan Elsässer (Bürgerliste) konnte da nur beipflichten und dankte Röntgen für ihr Engagement.

Der Anteil an Käferholz sei in Oberreichenbach gering, was "sauberer Wirtschaft" zu verdanken sei. Die schwarze Null wird 2020 nach Schätzung von Röntgen "halbwegs gelingen". Wichtig sei die Wegeunterhaltung, um zu verhindern, dass diese in einen sehr schlechten Zustand verfallen. Auch wenn man versuche, die Kosten dennoch gering zu halten. Bei der Jungbestandspflege sei ein bisschen gespart worden, das werde aber nachgeholt. "Wir haben sehr viel Jungholz", stellte Röntgen fest. Zum Teil sei da mehr Weißtanne zu finden, "als man denkt". Diese zu erhalten befand sie für sehr wichtig.

Für 2021 sieht der Plan Erträge aus dem Holzverkauf in Höhe von rund 240 000 Euro vor, was 4500 Festmetern entspricht. Dazu kommen weitere kleinere Positionen, sodass die Summe der Einnahmen voraussichtlich bei etwa 294 200 Euro liegen dürfte. Dem gegenüber stehen Ausgaben in Höhe von rund 259 800 Euro. Die größten Punkte sind hier die Holzaufarbeitung (90 000 Euro), Erstattungen an die Gemeinde (71 000 Euro) und Waldarbeiterlöhne (60 000 Euro).

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