Die Zavelsteiner Künstler Anna Huxel (von links), Thomas Glönkler. Gabriele Koenigs und Wolf-Stefan Reiser wollen mit ihren Werken das Bohnenberger-Areal beleben und zum Dialog über dessen Zukunft anregen. Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Ausstellung: Zavelsteiner Zeichner präsentieren ihre Werke / Eröffnung zur Burgweihnacht am kommenden Wochenende

Was mit dem Bohnenberger Haus einmal passieren wird, steht noch immer in den Sternen. Seine nähere Zukunft ist aber vorerst geklärt. An den kommenden zwei Wochenenden, beginnend mit der Burgweihnacht, stellen vier Zavelsteiner Künstler dort ihre Arbeiten aus.

Bad Teinach-Zavelstein. Wer in den vergangenen Tagen am Bohnenberger Haus in Zavelstein vorbeigelaufen ist, hat es vielleicht bemerkt: Zahlreiche Bilder hängen bereits im bisher verwaisten Gebäude. Die Künstler Gabriele Koenigs, Wolf-Stefan Reiser, Thomas Glönkler und Anna Huxel sind für das neue und farbenfrohe Ambiente im Haus verantwortlich. Die vier Zavelsteiner haben sich zusammengeschlossen, um mit ihren Werken das Areal zu beleben.

"Wir wollen zeigen, dass Kunst mehr kann", meint Huxel. Durch die Aktion und ihre Arbeiten wollen die Künstler einen inspirierenden Treffpunkt schaffen, an welchem die Bürger über die Zukunft des Bohnenberger Areals diskutieren können. Die Künstler möchten sich damit auch für dessen Erhalt positionieren.

"Frau Huxel hatte die Idee für eine Ausstellung in Zavelstein", erzählt Bürgermeister Markus Wendel. Die Idee war zuerst, Räumlichkeiten in der Burg dafür zu nutzen. Man sei aber schließlich auf das Bohnenberger-Haus gekommen. "Das ist eine schöne Zwischennutzung", findet Wendel. Das führe auch dazu, dass viele Bürger das Gebäude einmal von innen in Augenschein nehmen könnten. Er sei für weitere Nutzungen dieser Art offen. Allerdings müssten diese zur Stadt passen. Was final mit dem Areal passiere, werde aktuell im Rathaus und Gemeinderat diskutiert.

Vielfältige Arbeiten in der Stadt

Die vier Künstler kennen sich alle aus der Stadt. Über diese Bekanntschaft sei auch die Initiative entstanden, eine gemeinsame Ausstellung zu organisieren. Man wolle zeigen, welche vielfältigen Arbeiten es in der Stadt gebe.

Wer das Haus betritt, steht gleich vor Huxels Werken. 40 Filzstift-Zeichnungen zeigt sie dort. Allerdings stellt sie nicht die Originale aus, sondern Nachdrucke. Der Grund dafür sei, dass die Zeichnungen sehr lichtempfindlich seien. Zudem erlaube der Nachdruck die Bilder größer darzustellen. Auf ihren Zeichnungen zeigt sie Szenen aus Zavelstein, darunter Menschen die im Bademantel über den Zebrastreifen in der Ortsmitte laufen. Einen Vorgang, den sie so selbst vom Hotel "Berlins Krone Lamm" aus beobachtet hat.

Ein weiteres Thema ihrer Zeichnungen sind Baustellen. Entsprechend sind die Zeichnungen an einem Bauzaun befestigt. Eine Thematik, die auch zum Bohnenberger-Haus passt. Die Zeichnungen hat sie zudem zu einem großen Gemälde verarbeitet.

Einen Raum weiter erwarten einen die Arbeiten von Gabriele Koenigs. "Ich male das Glück", beschreibt sie ihr Werk. Egal ob Blumen oder Landschaften, Hauptsache nicht hässlich, sei ihre Einstellung. "Ich möchte nicht provozieren, sondern die Menschen an das Schöne erinnern", erklärt Koenigs.

Aquarelle und abstrakte Werke zu sehen

Sie zeigt hauptsächlich Aquarelle, aber auch abstrakte Werke in Acryl auf Leinwand. In der Küche des Hauses stellt sie zudem eine Serie von Aquarellen aus, welche vom historischen Kalender Calw inspiriert sind. Sie zeigen Szenen aus dem dörflichen Leben vergangener Jahrzehnte. Außerdem ist Koenigs Autorin und stellt auch ihre Bücher vor.

Im Zimmer neben der Küche zeigt Wolf-Stefan Reiser seine Malerarbeiten. Er arbeitet hauptsächlich mit einer Spachteltechnik Acryl auf eine Leinwand auf. Daraus ergeben sich abstrakte und bewegungsreiche Bilder mit grafischen Effekten. Rund ein Dutzend Bilder von Reiser können sich die Besucher anschauen.

Der Steinmetz Reiser zeigt zudem in der Scheune eine Auswahl an Skulpturen. Sein "Western Buddah" aus Bundsandstein erinnert an die Figuren der Osterinseln. Die Abfälle dieses Projekts hat Reiser zu einer Art Kugel moduliert, welche auf einem dreibeinigen Gestell ruht. Außerdem stellt er noch Steinbilder aus. Hier hat er, wie schon bei seinem Buddah, vor allem mit Rillen gearbeitet. "Mich fasziniert einfach das Spiel aus Licht und Schatten", erklärt er seine Vorliebe für diese Technik.

Gegen Dunkelheit hilft lediglich Licht

In der Scheune hängen auch die Bilder von Thomas Glönkler. "Zu diesen Arbeiten hat mich ein spiritueller Text von Osho zum Thema Licht inspiriert", erklärt der Künstler. Das einzige, was gegen Dunkelheit helfe, sei Licht. Dies wolle er mit seinen Bildern transportieren. Und so zeigen seine Bilder mit Acryl auf Leinwand oder Pappe, wie das Licht sich Bahn bricht.

In einem weiteren Raum präsentiert er zudem eine Fotoserie, welche auch schon in der Stadtkirche in Calw ausgestellt war. Hier thematisiert er die Sakralität und das Göttliche, allerdings auf seine Weise.

Die Fotos wirken real und doch verfremdet. "Ich habe da eigentlich einen ganz billigen Foto verwendet, später die Bilder digital nachbearbeitet und Blattgold aufgetragen", erklärt er die Technik. Die Bilder könnten provozierend wirken, ergänzt er. Komplettiert wird die Atmosphäre von durch Glönkler verfremdete Choräle, welche in diesem Raum abgespielt werden.

Die Besucher haben nun zwei Wochenenden Zeit, sich selbst ein Bild von den Werken und den Künstlern zu machen. Außerdem haben sie die Möglichkeit, sich etwas mit dem Areal zu beschäftigen. "Es wäre schön, wenn wir vielleicht öfters solche Ausstellungen hier hätten", warb Huxel für eine weitere Nutzung.

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