In der Georgiskirche in Zavelstein werden die Gläubigen am Samstag informiert.Foto: Moser Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Gemeinden Bad Teinach und Zavelstein werden eins / Infoveranstaltung am Wochenende

Sinkende Mitgliederzahlen, weniger Pfarrer, keine Nachbesetzung der Pfarrerstelle in Bad Teinach ab 2025. Die beiden evangelischen Kirchengemeinden Bad Teinach und Zavelstein planen daher die Fusion und informieren jetzt die Gläubigen.

Bad Teinach-Zavelstein. Die evangelischen Kirchengemeinden Bad Teinach und Zavelstein planen den Zusammenschluss. Und zwar schon zum 1. Januar 2022. Deshalb haben die beiden Kirchengemeinden nun eine Informationsveranstaltung zur geplanten Fusion aus der Taufe gehoben. Diese findet zum einen in der Georgskirche in Zavelstein am Samstag, 8. Mai, statt. Zum anderen ist geplant, am darauffolgenden Sonntag, 9. Mai, diesselben Informationen den Gläubigen in Bad Teinach zukommen zu lassen.

Bereits im Jahr 2018 erste Beschlüsse gefasst

Doch der Reihe nach. Die Fusion ist nötig, weil die Pfarrerstelle von Matthias Schmidt in Bad Teinach nicht nachbesetzt werden wird. Zwar hat der Geistliche bis zur Rente noch bis 2025 Zeit, doch diverse Umstände könnten einen früheren Abgang von Schmidt wahrscheinlich werden lassen. So erklärt es jedenfalls sein Kollege Thomas Moser aus der Kirchengemeinde Zavelstein.

Letzterer wird dann perspektivisch einziger Pfarrer der neuen Kirchengemeinde Bad Teinach-Zavelstein. Um auf dieses Szenario vorbereitet zu sein, hat man sich nun entschieden, die Fusion anzustreben. "Zwei Kirchengemeinden und nur einen Pfarrer zu haben, macht außerdem ja auch wenig Sinn", erläutert Moser auf Anfrage unserer Zeitung.

Da der Fall recht klar ist, ist der Antrag zur Fusion bereits in der Mache. Dieser muss bis Ende Juni an den Oberkirchenrat nach Stuttgart gesendet werden.

Die Bezirkssynode Calw hatte nämlich bereits im Jahr 2018 beschlossen, dass die Pfarrstelle in Bad Teinach im Pfarrplan 2024 nicht mehr enthalten sein wird. Das wiederum, so verdeutlicht es jedenfalls eine Präsentation der Kirchengemeinden auf deren Homepage, ist auch den rückläufigen Mitgliederzahlen und dem damit einhergehenden Pfarrermangel geschuldet. Aktuell hat die Kirchengemeinde Zavelstein 1206 Mitglieder, in Bad Teinach sind es 434.

Übergangsphase bis zur KGR-Wahl 2025

Also steckte man in Anbetracht der Gesamtlage auf der Ebene der Kirchengemeinderäte (KGR) die Köpfe zusammen und tüftelte an einer Lösung. Am 25. November 2020 wurde das Schicksal der beiden Kirchengemeinden dann besiegelt – die Vorsitzenden der beiden KGRs unterzeichneten eine Zielvereinbarung, die das Datum 1. Januar 2022 für die Fusion nannte.

Doch ab diesem Datum wird nicht schlagartig alles anders. Denn solange Moser und Schmidt noch vor Ort sind, gibt es für die Gläubigen nur wenige spürbare Unterschiede. In allen Ortsteilen wird es noch Gottesdienste geben, die gemeinsamen Aufgaben wie Konfirmandenunterricht, Verkündigung oder Seniorenarbeit werden weiter ausgeführt. Anders wird es dann, wenn nur noch Moser als Pfarrer für die neue Gesamtkirchengemeinde verantwortlich ist. "Ideal ist das nie", blickt Moser vor allem auf den Umstand, dass er nicht in sieben Ortsteilen gleichzeitig die Gottesdienste wird halten können. "Wir planen, dass pro Monat mindestens ein Gottesdienst in den jeweiligen Kirchen stattfindet", blickt der Pfarrer voraus.

Doch keine Frage, die Organisation werden "schwierig", räumt auch Moser ein, der aber den Befürchtungen aus beispielsweise Schmieh oder Emberg entgegentreten will, dass die kleineren Ortsteile vergessen werden. Spürbare Änderungen auf organisatorischer Ebene gibt es dann ab 2025 – dann stehen nämlich die Wahlen des KGR an. Und das Gremium wird dann empfindlich schrumpfen. In der Übergangsphase werden beide Gremien, also je acht Kirchengemeinderäte, je eine Kirchenpflegerin und die beiden Pfarrer, zusammenaddiert. Doch nach der Wahl 2025 sind nur noch elf Posten im KGR zu vergeben – fünf Mitglieder werden also ausscheiden müssen.

Doch bis es soweit ist, werden erst noch die Gemeindemitglieder umfassend informiert. Nicht nur im Gottesdienst, sondern auch im alsbald versendeten Gemeinde­brief sowie auf der Homepage der Kirchengemeinden. Der Gottesdienst in Zavelstein am Samstag wird, erklärt Moser, bei "trockenem und warmen" Wetter, übrigens in die Burg Zavelstein verlegt. Auch mit Blick auf die aktuelle Inzidenz im Kreis Calw, wegen der ohnehin nicht mehr als 25 Personen gleichzeitig an der Präsentation der Fusionsergebnisse teilnehmen können. Falls es mehr Interesse gibt, wird es neben den genannten Zeiten weitere Präsentationstermine geben, erklärt Moser. Der Pfarrer steht auch am Samstag und Sonntag für Rückfragen und Anmerkungen bereit.

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