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Bad Teinach-Zavelstein Jede Menge Klartext und ein wenig Kabarett

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Fotos: Fritsch Foto: Schwarzwälder Bote

Wohl noch nie wurde beim Neujahrsempfang der Gastro-Branche im Kreis Calw so viel gelacht wie an diesem Freitag. Das lag weniger an Gastgeber, Dehoga-Kreischef Rolf Berlin, der gewohnt offene Worte in Richtung Politik fand, als an Stargast Wolfgang Bosbach, der politischen Klartext gekonnt mit ein wenig politischem Kabarett mixte.

Bad Teinach. Die Beschäftigtenzahl stabilisiert sich auf hohem Niveau, Hotellerie und Gastronomie im Kreis machen dreistellige Millionenumsätze. "Ja, 2019 war für uns ein gutes Jahr" resümiert Rolf Berlin. Dazu kommen noch das Fachkräfteeinwanderungsgesetz und die Ausdehnung des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum (ELR) auf die Dorfgasthäuser.

Eigentlich müsste der Kreischef des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga ja zufrieden sein. Doch er ist es nicht. Vor allem die Bundespolitik nimmt sich Berlin an diesem festlichen Nachmittag im Hotel "Therme" in Bad Teinach zur Brust. Die Gastronomen würden als "Unternehmer zweiter Klasse" behandelt, ärgert er sich. Und das obwohl sich die Branche in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als stabilisierender Wirtschaftsfaktor bereits bewährt habe.

"Unsere Anliegen kommen in der Politik nur zäh voran", so Berlin – beim Thema Arbeitszeit ebenso wie bei der Anhebung der Verdienstgrenze für Minijobber oder dem leidigen Thema Mehrwertsteuer, zu dem die Dehoga nun eine Online-Petition gestartet hat – und für die Berlin eifrig die Werbetrommel rührt. Warum es auf Bundesebene so bei den Anliegen der Branche hakt, ist für den Gastronomen aus Bad Teinach-Zavelstein klar. Für ihn ist die Bundesregierung ein "Abnickverein für SPD-Wirtschaftspolitik", ätzt Berlin in Richtung Berlin.

Die Wertschätzung der Branche fordert er jedoch nicht nur von der Politik ein, auch von den Kunden. Man dürfe da nicht alles mit sich machen lassen, so Berlin, der für "faire Öffnungszeiten" plädiert, allerdings Zweifel hegt, ob man in der Branche den Mut habe, diese Linie wirklich durchzuziehen – auch und gerade gegenüber den Kunden.

"Niemanden täuschen und niemanden enttäuschen", ist eine Maxime von Ehrengast Wolfgang Bosbach. Und deswegen serviert der CDU-Politprofi aus dem Rheinland an diesem Tag den Gastronomen aus dem Kreis Calw auch Klartext – allerdings angerichtet mit jeder Menge rheinländischem Charme und (Selbst-)Ironie und garniert mit Anekdoten und Geschichtchen – aus dem Politzirkus ebenso wie aus seiner eigenen Familie. Stellenweise hat der Auftritt Bosbachs etwas von einem Kabarettprogramm, das den Ernst der Sache allerdings nie aus dem Blick verliert.

Auf diese Weise macht er der Branche etwa deutlich, dass es freilich gute Argumente für eine Reform der Mehrwertsteuer gibt und er die Online-Petition auch für "genau richtig" hält. Allerdings brauche man für so etwas Mehrheiten und außerdem würden nach einer Umsetzung andere Branchen mit genau der gleichen Forderung kommen. "Das alles ist ernüchternd, aber die Wahrheit." Bosbach lobt die politische Stabilität im Land, stichelt gegen deutsche Langsamkeit und Selbstkritik und erinnert sich wehmütig an Zeiten mit zwei starken Volksparteien. Um damit zu enden, dass "wir im besten Deutschland leben, das wir je hatten".

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