Um sich vor Ort ein Bild über die Bauarbeiten zu machen, waren die Organisatoren des Glasfaserausbaus zur Baustelle nach Schmieh gekommen. Jetzt sind es nur noch wenige Meter, bis die Leitung auch in den Häusern ankommt. Foto: Weißenmayer Foto: Schwarzwälder Bote

Netzausbau: Startschuss für schnelles Internet

Bad Teinach-Zavelstein-Schmieh. "Also Sie sehen, es läuft volle Kanne hier an", tönte Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister Markus Wendel triumphierend und verwies stolz auf den Bautrupp, der sich emsig wie Maulwürfe mit Baggern und Raupen durch die Straße am Farrenhof gruben.

 

Dort unten in der Straße vermutete die Stadt nicht etwa Bodenschätze, sondern es soll endlich der moderne Schatz der schnellen Kommunikation und Information gehoben werden. "Wir können es selbst kaum noch abwarten, bis wir endlich das Licht durch die Leitungen in die Häuser schicken. Jetzt dauert es nicht mehr lang", beteuerte Tobias Kries als Projektleiter Breitband von NetzeBW, der sich über die hohe Nachfrage in den Häusern freute.

85 Prozent von 90 Haushalten haben einen Vertrag. Dabei habe der sparsame Schwabe mit 680 Euro Anschlussgebühr trotzdem jede Menge Geld gespart, denn eigentlich müsste es das Dreifache kosten, bestätigte Andreas Knörle vom Landratsamt Calw, der den kreiseigenen Betrieb führt und weiter sagt: "Es war immer schon mein Ziel, was richtig Gutes für kleine Orte zu tun, da ich selbst in einem aufgewachsen bin", sprühte er vor Motivation und erklärte die Glasfaserstrategie: "Wir mussten zunächst das Marktversagen unter Beweis stellen und dafür haben wir dann die Zuschüsse für das 21 Millionenprojekt aus Steuermitteln bekommen", so Knörle.

Auch wenn es nicht gesetzliche Aufgabe des Landkreises sei, Glasfaser zu verlegen, so sei es ein entscheidender Beitrag zur Daseinsfürsorge und führe auch bei Immobilien zu einer enormen Wertsteigerung.

Um diese Wertschöpfung weiß auch Ingo Appuhn von der Sparkasse Pforzheim-Calw, der zusammen mit NetzeBW das Prestigeprojekt voranbringt: "Wir wollen einfach was tun in der Region, in der wir leben und arbeiten." Natürlich musste auch die Stadt Bad Teinach-Zavelstein den Geldbeutel aufmachen, die mit 650 000 Euro Bausumme die notwendigen 1,2 Millionen Euro finanzierte, machte Bürgermeister Wendel deutlich.

Bürgermeister rührt selbst die Werbetrommel

Er erinnerte daran, wie er selbst bei Bürgern die Werbetrommel rührte. Schmücken dürfen sich die Planer auch mit pfiffigen Lösungen, um die Baukosten gering zu halten, denn in einem Fall wurden über zwei Kilometer Glasfaser einfach in einer Brauchwasserbrunnenleitung in Rötenbach verlegt. Trotzdem rausche und gluckere es auch beim Telefonieren mit Glasfaser dann weniger, erklärten die Experten. Außerdem sei die Kommunikationsqualität im Kreis dann besser und schneller als in vielen Städten.