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Bad Teinach-Zavelstein Gedenktafel gegen das Vergessen

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So soll die Gedenktafel in Bad Teinach-Zavelstein aussehen. Foto: Stadtverwaltung Foto: Schwarzwälder Bote

Erinnerung und Mahnung zugleich soll die Gedenktafel an Doktor Eugen Marx sein. Am heutigen Gartenhaus in der Otto-Neidhardt-Allee wird die Installation den einstigen Badearzt von Bad Teinach würdigen.

Bad Teinach-Zavelstein. "Solche Dramen, die in dieser Zeit passierten, müssen wir wach halten, zumal die Einzelschicksale langsam verloren gehen", unterstreicht Hotelbetreiber Wolfgang Scheidtweiler im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Er war von der Idee Bürgermeister Markus Wendels sofort angetan, zumal das zum Hotelkomplex zählende Gartenhaus, die frühere Trinkhalle, den originalen Wirkungsort von Marx darstellt. In der damals dort integrierten Praxis war der jüdische Arzt drei Jahre bis 1933 tätig. Er verhalf dem Kurort zum Aufschwung und wurde in der Bevölkerung geschätzt.

"Überliefert ist außerdem, dass die Menschen und auch der damalige Bürgermeister anfangs des NS-Regimes hinter ihm standen", berichtete Wendel dem Gemeinderat im Zuge der Information, dass eine Gedenktafel errichtet werde. Er freute sich über den Zuspruch Scheidtweilers, zumal das Gebäude, das den örtlichen Bezugspunkt darstellt, bei ihm in privatwirtschaftlicher Hand ist. "Es ist wichtig, daran zu erinnern, was den Menschen seinerzeit angetan wurde", bekräftigte der Eigentümer nicht zuletzt vor dem aktuellen Hintergrund antisemitischer Bewegungen.

Angestoßen wurde die Idee einer Gedenktafel durch Marx’ Neffen Ernest Kolman. Er war selbst mit einem Kindertransport nach Großbritannien dem grauenvollen Regime entkommen. Kolman lebt in London und war vor eineinhalb Jahren zu Besuch in Bad Teinach-Zavelstein gewesen.

Einweihung am 24. April mit Zeitzeugen

"Mich hat sein Buch gefesselt und, der Kontakt ist über Pfarrer Ulrich Müller nie ganz abgerissen", erzählte Wendel unter anderem vom Wiedererkennen des Gebäude-Ensembles durch Kolman, das er zuletzt als siebenjähriger Junge gesehen hatte. Der inzwischen über 90-Jährige freue sich demnach, dass nun sein Wunsch nach einer Gedenktafel für die Familie des Onkels realisiert werde.

"Wir haben sie nicht vergessen!" steht als Titel über der Tafel zur Arztfamilie und dessen Schicksal. Denn schon 1934 starb Marx’ Ehefrau Karola aufgrund der Verfolgung, und später wurden auch die beiden Töchter im Alter von acht und elf Jahren in einem Lager nahe Minsk ermordet. Der Arzt selbst hatte schon zuvor ausreisen müssen und emigrierte 1948 in die USA, wo er in einer Klinik arbeitete, ehe er 1965 starb. Zur Einweihung der Tafel am 24. April wird Kolman laut Bürgermeister Wendel aus London anreisen und wohl auch seinen Sohn mitbringen, der Eugen Marx noch persönlich in einer amerikanischen Klink kennenlernte.

Ihre Redaktion vor Ort Calw

Ralf Klormann

Fax: 07051 1308-91

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