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Bad Teinach-Zavelstein Erstklässler naschen Gänseblümchen im Wald

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Franz Berlin zeigt den Grundschülern Beinwell, eine Pflanze mit violetten Blüten, die nach Gurke schmeckt. Foto: Fuchs Foto: Schwarzwälder Bote

Vom Hotel KroneLamm in Bad Teinach-Zavelstein aus führte Küchenchef Franz Berlin die Erstklässler der Grundschule einen Waldweg entlang zur Burgruine und erzählte ihnen alles über die Wildkräuter am Wegesrand.

Bad Teinach-Zavelstein. "Egal, wo wir laufen, es wachsen überall Wildkräuter", erklärt Franz Berlin den Erstklässlern. "Man muss sie nur erkennen." Über einen schmalen Weg hinter dem Hotel KroneLamm geht es in den Wald.

Taubnesseln sind die ersten Pflanzen, die die Schüler kennenlernen. "Sie sehen aus wie Brennnesseln, haben aber Blüten und brennen nicht", erklärt der Koch. Die Kinder wollen schon ihre Eimer mit den Pflanzen füllen. "Moment, es gibt eine wichtige Regel beim Wildkräuter sammeln", bremst Berlin sie. "Wir nehmen keine Pflanzen vom Wegesrand. Da kommen nämlich auch Hunde vorbei." Eine weitere Regel sei, dass die Sträucher mit einem Messer abgeschnitten und ausgerissen werden, damit die Wurzel im Boden bleibt.

Der Koch schneidet einen grünen, dünnen Stängel ab und verteilt die kleinen, grünen Blättchen unter den Kindern. "Das ist Vogelwicke", erklärt er. "Das schmeckt ja nach Erbsen", rufen ein paar Kinder. Deswegen, so Berlin, nenne man das Gewächs auch wilde Erbse. Es mache sich sehr gut in Salat. Nicht zu verwechseln mit der buschartigen Vogelmire, die glatte, große Blätter hat. Sie schmecke nach Mais.

"Je dicker die Stängel von Pflanzen, umso bitterer und zäher werden sie", meint Berlin. Er weist die Kinder an, nur die jungen, dünnen Stängel in ihre Eimer zu packen.

Führungen wie diese macht Berlin schon seit langem im Rahmen des Sommerferienprogramms für Kinder. Dass er gleich einer ganzen Klasse die Schätze des Waldes zeigt, ist aber neu. "Die Grundschule Bad Teinach ist eine Naturparkschule", erklärt Manuela Riedling vom Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord. Das sei eine Zertifizierung, die ein bestimmtes Schulprofil erfordere. Die Schulen müssen also bestimmte Kriterien erfüllen, dazu gehört auch die Absolvierung von außerschulischen Modulen, wie zum Beispiel der Kräuter-Führung. Im Umkehrschluss werden die Naturpark-Schulen vom Verein gefördert. "Wir wollen eine stärkere Wertschätzung der heimatlichen Umgebung, sowohl in Hinblick auf Natur als auch auf Kultur, erreichen", sagt die Umweltpädagogin. Dann bleiben die Schüler vielleicht eher in der Gegend oder kommen eines Tages zurück. Bad Teinach sei die achte Grundschule, die mit dem Titel Naturparkschule ausgezeichnet werde und die zweite im Kreis Calw. Demnächst solle das Programm auf die Sekundärstufe ausgeweitet werden.

Der Weg führt Berlin mit der ersten Klasse im Schlepptau zur Burgruine. Sie sammeln die großen Beinwell-Blätter mit ihrem "gurkigen Geschmack", wie Berlin es formuliert, außerdem dekorative Vergissmeinnicht und nach Karotte schmeckenden Girsch. Eins der Kinder bringt ein Gänseblümchen. "Die gehen auch immer", meint Berlin. "Ein toller Snack für zwischendurch." Aus Brennnesseln, so der Koch, lasse sich Salat machen, nachdem sie mit einem Wellholz überrollt wurden. Dann brennen sie nicht mehr und seien sehr gesund.

Selbst gemachter Kräuterquark

Auch Waldmeister wächst auf einer Wiese. Wenn der gepflückt werde, rieche er nach nichts. Erst nach dem Trocknen entfalte er sein Aroma. "Alle Pflanzen, die terrassenförmig wachsen, wie zum Beispiel der Waldmeister, sind übrigens essbar", sagt der Koch.

Über den Bärlauch, der in Massen am Fuß der Ruine wächst weiß er, dass die Blätter ihren Geschmack verlieren, wenn die Pflanzen Blüten bekommen. Diese schmecken dagegen umso intensiver. Die Kinder staunen nicht schlecht über Berlins Wissen über die Natur. Im Anschluss an den Rundgang sind alle Eimer randvoll. Damit geht es zum Wanderheim, wo die Gruppe Kräuterquark und Kräuterbutter-Bonbons selber machen darf. Und sicherlich sehen sie den Wald beim nächsten Spaziergang mit anderen Augen.

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