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Bad Teinach-Zavelstein Entschleunigung mit zwei PS

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Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder Bote

Ein Planwagen als moderne, für den Straßenverkehr zugelassene Kutsche einschließlich Rückspiegel und Blinkanlage ist kein alltäglicher Anblick. Wenn dann noch eine Frau die Leinen in der Hand hält und drei Generationen zusammen auf dem "Kutschbock" sitzen, dann wird es richtig außergewöhnlich.

Bad Teinach-Zavelstein-Rötenbach. Nicht für Franziska Liebelt aus dem Bad Teinach-Zavelsteiner Ortsteil Rötenbach. Sie hat sich ihre Liebe zu Pferden bis ins Rentenalter bewahrt und pflegt mit dem 18 Jahre alten "I’m Mister Champagner" und dem 24 jährigen "Jim Knopf" mit diversen Kutschenausfahrten ein außergewöhnliches Hobby. Die sind je nach Zeitfenster ein bis zweimal im Jahr – dann jedoch von einer beeindruckende Güteklasse. "2018 sind wir mit dem Planwagen in 14 Tagen 450 Kilometer zum Chiemsee gefahren, je nach Streckenprofil und Freizeitplanung haben wir Tagestouren von 25 bis 44 Kilometer abgespult", blickte Liebelt zurück.

Die Touren hatte die Hobbyreisebegleiterin am PC akribisch ausgearbeitet. "Man muss schon schauen, dass man den Pferden nicht zu lange und steile bergauf Passagen zumutet, und beachten, wo enge Brücken, Schranken oder Poller sind", erklärte sie zur Streckenauswahl abseits von stark befahrenen Straßen.

Freude hält aktiv

Wenn Liebelt ihre Pferde an der langen Leine laufen lässt, dann werden sie, ihre Fahrgäste und der Planwagen, eins mit der Natur. "Entschleunigung mit zwei PS" nennt sie dieses Reise- und Fahrgefühl. "Man muss nicht nach Kanada, Afrika oder Australien, auch Deutschland hat schöne offene Flächen, wo man einen echten Abenteuerurlaub verbringen kann", lautet ihre Erkenntnis. Gefahren wird bei jeden Wetter. Die beiden Pferde sind ganzjährig draußen und der Planwagen bietet Schutz bei Sonne und Regen sowie Platz für Vorräte. "Wir sind jetzt mit drei Generationen seit sieben Jahren unterwegs", erzählt Liebelt. Die Freude darüber ist ihr anzusehen – und hält sie aktiv.

Tochter Nicole und die beiden Enkel Lasse (zehn Jahre alt) und Laurin (acht) sitzen mit auf dem "Bock". Oft fährt auch noch eine Freundin mit ihren zwei Jungs mit. "Es ist nicht selbstverständlich, dass drei Generationen ein Hobby haben und dann noch zusammen unterwegs sein können", gibt Liebelt zu bedenken.

Für sie sind diese Unternehmungen gleichzeitig auch ein Lernprozess. In der Natur sein, an einem Bach spielen, Zelt aufbauen, Lagerfeuer, im Freien übernachten, für Liebelt mehr als nur Schlagworte. "Man lernt nicht nur einmal mit etwas weniger zufrieden zu sein, sondern muss auch Verantwortung übernehmen, denn auf solchen Ausfahrten müssen zuerst die Tiere und dann der Mensch versorgt werden". In diesem Jahr stand ein großer Rundkurs über Sinsheim, Waibstadt und Eppingen zurück über Mühlacker und vorbei am Monbachtal auf dem Programm. "Verpflegung ist an Bord, bei Bedarf wird Frühstück und Abendessen selbst zubereitet, die Pferde kommen auf Koppeln bei Reitställen und Bauernhöfen unter", sagt die Kutscherin. Schon bei der Planung schaut sie sich nach geeigneten Möglichkeiten zum Übernachten um.

Alles soll möglichst entspannt sein. Das Tempo geben die Pferde vor, das Auge und die Seele haben Zeit für die Umgebung und die Natur. Der Kutschbock auf dem Planwagen erlaubt einen anderen, etwas erhöhten Blickwinkel – ausschlaggebend für ein gesundes Abschalten vom hektischen Alltag.

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