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Bad Teinach-Zavelstein "Dieses neue Miteinander wirkt nach"

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Bad Teinach-Zavelstein. Die Corona-Pandemie hat auch die Stadt- und Gemeindeverwaltungen im Teinachtal und darüber hinaus vor große Herausforderungen gestellt. Im Gespräch mit unserer Zeitung verrät Bad Teinach-Zavelsteins Bürgermeister Markus Wendel, wie er die Krise bisher erlebt hat und was in seiner Gemeinde 2021 ansteht.

Welche Projekte/Meilensteine fallen Ihnen als Bürgermeister als Erstes ein, wenn Sie an 2020 denken?

Für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt ist der Ausbau der Breitbandversorgung, im Zuge dessen wir viele Kilometer Glasfaserkabel kreuz und quer durchs Stadtgebiet verlegen, ein ausgesprochen wichtiges Projekt. Aber auch der Abschluss des Themenkomplexes rund um das "Bohnenberger-Areal" und die Erschließung eines weiteren Baugebietes bleiben mir für 2020 in Erinnerung.

Was steht in Ihrer Stadt/Gemeinde an größeren Projekten/Meilensteinen im Jahr 2021 an?

In 2021 wollen wir ein städtisches Gebäude in Bad Teinach zu einem modernen und attraktiven Kinderhaus für die Betreuung von Ein- bis Dreijährigen Kindern umbauen. Außerdem wollen wir das aktuelle Breitbandausbauprojekt im nächsten Jahr abschließen. Insgesamt planen wir, in rund 40 Einzelprojekte 3,8 Millionen Euro zu investieren. Freuen würde ich mich auch darüber, in 2021 gemeinsam mit dem Investor den ersten Spatenstich für die Seniorenwohnanlage in Bad Teinach zu setzen.

Was haben Sie persönlich 2020 wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie am meisten vermisst?

Dass ich mich nicht mehr in dem Maße wie bisher mit Menschen treffen konnte, die mir wichtig sind. Dazu gehören ganz besonders auch meine 84-jährigen Eltern.

Und wer oder was hat Sie in den vergangenen Monaten besonders geärgert?

In der Corona-Pandemie habe ich mich über die vielen Besserwisser geärgert, die sich entgegen jeglicher wissenschaftlicher Expertise aus Prinzip nicht an sinnvolle Regeln zum Schutz der Gesundheit aller halten wollten und darüber hinaus oft auch noch Verschwörungstheorien verbreitet haben.

Worauf freuen Sie sich am meisten, wenn die Corona-Beschränkungen aufgehoben werden? Was werden Sie als Erstes machen?

Am meisten freue ich mich darauf, gemeinsam mit meiner Frau wieder Konzerte besuchen zu können. Zu Hause liegen Karten für Elton John, Simply Red und Dieter Thomas Kuhn und warten darauf, eingelöst zu werden.

Werden Sie sich impfen lassen?

Wenn wir uns nicht von Lockdown zu Lockdown hangeln wollen, müssen sich möglichst viele impfen lassen. Sobald ich nach der Impfstrategie an der Reihe bin, setze ich mich also entweder in einem Impfzentrum oder beim Hausarzt auf den Stuhl und lasse mir die Spritze in den Oberarm stechen.

Welche Schwierigkeiten stehen Ihrer Stadt/Gemeinde aufgrund von Corona noch bevor?

Wir haben den Haushaltsplan für 2021 im Entwurf erstellt. Unter der Voraussetzung, dass die volkswirtschaftlichen Prognosen für das nächste Jahr eintreten und wir auch die Pandemie in den Griff bekommen, sehe ich, dass wir ausgesprochen robust durch 2021 und wohl auch 2022 hindurchkommen werden. Ich hoffe sehr und wünsche mir, dass auch die hiesigen Unternehmen nach dem Lockdown wieder stark zurückkommen und durchstarten können.

Wie steht es um den Zusammenhalt in Ihrer Gemeinde seit Beginn der Corona- Krise?

Der Zusammenhalt in unserer Stadt war schon vor Corona gut, hat sich aber nach meiner Wahrnehmung durch Corona noch einmal verstärkt. Gerade im ersten Lockdown sind viele Hilfen von Mensch zu Mensch, beispielsweise Einkaufen, Rezept beim Arzt abholen und in der Apotheke einlösen und so weiter, neu entstanden, die jetzt im zweiten Lockdown wiederaufleben. Ich glaube auch, dass dieses neue Miteinander nachwirkt und über die Pandemie hinaus anhält.

Was waren die größten Herausforderungen der Gemeindemitarbeiter bei der Bewältigung der Corona-Krise?

Die größte Herausforderung bestand darin, dass es sich um eine völlig neue Aufgabe handelte, für die es keine Blaupause in der Schublade gab. Ein großes Problem war sicherlich auch die Gleichzeitigkeit einer Fülle von Informationen, die oft sehr kurzfristig umgesetzt werden mussten, zumeist während des Wochenendes. Ich erinnere mich an einen Fall, bei dem wir wegen Überschreiten eines Inzidenzgrenzwertes einem Brautpaar am Freitag mitteilen mussten, dass sie für ihre Hochzeit am folgenden Tag, dem Samstag, die Hochzeitsgesellschaft von 150 schon geladenen Gästen auf 49 "eindampfen" müssen. Hat geklappt, war aber nicht gerade vergnügungssteuerpflichtig.

Können Sie Corona und den Folgen generell etwas Positives abgewinnen?

Ich glaube, viele Menschen haben sich angesichts der Bedrohung durch das Virus tatsächlich gefragt, was man wirklich für ein zufriedenes, glückliches und gelingendes Leben braucht. Wenn die Erkenntnisse aus den Antworten auf diese Frage anhalten und nachhaltig sind, dann hätte die Pandemie durchaus etwas positives bewirkt. Positiv ist aber sicherlich auch die Erkenntnis, dass die Produktion wichtiger Medikamente und auch von Sicherheitsausrüstung wieder zurück nach Europa geholt werden muss.

Wer kennt nicht die Märchen, in der die gute Fee vorbeikommt und man drei Wünsche frei hat. Wie würden Ihre fürs kommende Jahr lauten?

Beim Nachdenken über mögliche Antworten auf diese Frage stelle ich gerade fest, dass mir mit knapp Mitte 50 schon keine drei Wünsche mehr einfallen. Also wünsche ich mir für den Moment Gesundheit für meine Familie und mich. Denn, wer gesund ist und bleibt, der kann sich und anderen dann auch Wünsche erfüllen, wen ihm mal wieder welche einfallen sollten.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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