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Bad Teinach-Zavelstein Die alte "Himmelsleiter" ist jetzt beseitigt

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Ulrike Günther ist froh über die neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Notariat. Foto: Buck Foto: Schwarzwälder Bote

Die Notariatsreform im vergangenen Jahr hat die Räume vieler Städte und Gemeinden verwaisen lassen. In Bad Teinach-Zavelstein hat man eine Nachnutzung gefunden – und nach Umbaumaßnahmen eine Ärztin dort einquartiert.

Bad Teinach-Zavelstein. Notariat raus, Arztpraxis rein. So geschehen im Frühjahr in Bad Teinach-Zavelstein. Die Räumlichkeiten in der Badstraße 14 wurden aufwendig umgebaut. In der nun entstandenen Praxis praktiziert Ulrike Günther als Allgemeinmedizinerin und Bäderärztin. Eine Win-Win-Situation für Gemeinde und Ärztin, wie Bürgermeister Markus Wendel sagt. Rund 40 000 Euro hat die Stadt in das Gebäude gesteckt, um die Baumaßnahmen zu finanzieren.

Nachfolger braucht es in fünf Jahren

Der alte Boden flog raus, ein Holzboden kam rein, neue Wandleisten kamen hinzu, teils neue Möbel – obwohl man einige noch weiterverwerten konnte. Platz ist in den Räumen ebenfalls genug, auch um eines Tages eine Gemeinschaftspraxis zu realisieren.

"Einen Nachfolger für Frau Günther zu finden ist sowieso nur mit modernen Räumen möglich", verweist Wendel auf den Plan der nächsten Jahre. Fünf Jahre will Günther die Praxis noch betreiben, danach soll es eine andere Lösung, sprich Nachfolger, geben. Es ist der Ärztin auch nicht zu verdenken – sie ist immerhin schon 78 Jahre alt und inzwischen seit 35 Jahren in Bad Teinach-Zavelstein tätig. Als Ärztin hat sie aber auch schon anderswo zahlreiche Erfahrungen gesammelt. Als Laborärztin war sie in Berlin und Würzburg tätig, zudem praktizierte sie fünfeinhalb Jahre in der Unfallchirurgie, leitete die Kurklinik Nordsee, war ein Jahr in Israel aktiv und mit der Organisation "Helfende Hände" mehrmals in Mauretanien zu Gange.

Die 78-Jährige ist auch deshalb noch topfit und meint scherzhaft zur Größe der Praxis: "Da muss ich jetzt nicht mehr auf den Trim-Dich-Pfad, jetzt kann ich hier hin- und herrennen." Gleichwohl ist die Praxis mit den drei Behandlungszimmern für einen Arzt fast zu groß. Dennoch genießt sie die Größe aktuell: "Das ganze ist schon entzerrter, da kann man schnell weitermachen und muss nicht erst warten, bis die Oma ihren Straps wieder angezogen hat", lacht sie.

Patienten nehmen die neuen Räume gut an

Perspektivisch könnten in den Räumen auch zwei bis drei Ärzte gemeinsam eine Praxis eröffnen, ist sich indes Wendel sicher.

Doch aktuell ist das nicht nötig, denn Günther macht noch ein Weilchen weiter. "Ich möchte wie ein Auto sein, dem man nicht ansieht, wie stark es ist", sagt sie. Und das gelingt ihr, denn flugs ist sie vom Arztzimmer aus durch die ganze Praxis gelaufen, um die Räume zu zeigen. Wartezimmer, Labor, Empfangsraum, zwei Toiletten, ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeiter. Alles ist vorhanden. Und das wird von den Patienten durchaus gut angenommen, sagt Günther.

Im ersten Quartal der neuen Praxis konnte sie rund 1100 Patienten betreuen. Die Zahl schwanke zwar immer etwas, mittle sich das Jahr über aber aus. Zugute kommt Günther nun auch die Barrierefreiheit der neuen Räume, da in dem Gebäude ein Aufzug vorhanden ist. Früher hätten die Patienten immer die "Himmelsleiter", eine steile lange Treppe, erklimmen müssen, um zu ihrer Praxis zu gelangen. Das ist jetzt vorbei. Auch Wendel ist über die Verwandlung der Notariatsräume zu einer modernen Praxis froh: "Das ist eine tolle Nachnutzung für das Notariat", verdeutlicht der Rathauschef.

Doch kostspielig war die Umwandlung dennoch: Neben der Stadt, der das Gebäude gehört, musste auch die Ärztin selbst noch rund 20 000 Euro investieren. Doch das hat sich in den Augen von Günther und Wendel gelohnt. Denn gerade solch moderne Praxisräum, würden den Beruf des Landarztes wieder attraktiver gestalten, erklären beide unisono. Stichwort klassicher Landarzt: Günther macht auch heuer noch den ein oder anderen Hausbesuch. Wegen schlechter Erreichbarkeit der Praxis ist das aber nicht nötig. "Wir haben hier eine Bushaltestelle vor dem Haus, Parkplätze und einen Aufzug. Die Rahmenbedingungen sind optimal", schließt Wendel.

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