Foto: © zabanski – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Gemeinderat Bad Teinach-Zavelstein ist sich über ungünstige Situation im Stadtgebiet einig

Eine Basisanalyse von SPES Zukunftsmodelle für die Stadt Bad Teinach-Zavelstein? Nein, sagen Gemeinderat und Verwaltung unisono. Zu dezentral ist der Ort, bekundet Bürgermeister Markus Wendel. Jetzt spart man sich die 6000 Euro, die die Analyse gekostet hätte.

Bad Teinach-Zavelstein. Eine Schleuse vor dem Mehrzweckgebäude in Zavelstein wegen des Coronavirus gab es nicht. Der Gemeinderat schob aber einem anderen Vorhaben einen Riegel vor. Eine Basisanalyse der SPES Zukunftsmodelle aus Freiburg sollte unter Umständen in Auftrag gegeben werden. Die Bürgerinitiative "Lebenswerte Gemeinde" hatte im vergangenen Jahr vergeblich versucht, Zuschüsse für ein solches Ansinnen zu ergattern.

Dorfzentrum ungeeignet für zerklüfteten Ort

Jetzt prüfte die Stadt, ob es Sinn macht, eine solche in Auftrag zu geben. Das klare Urteil: nein. Denn das Dorfzentrum, das untersucht werden solle, eigne sich schlicht nicht für eine Stadt wie Bad Teinach-Zavelstein.

Bürgermeister Markus Wendel stellte in seinen Ausführungen fest: "Wir sind eben eine dezentrale Flächengemeinde mit sieben Stadtteilen." Und da seien die Wege schlicht zu lang, um ein funktionierendes Zentrum für Bürger zu schaffen. Auch die einst von der Bürgerinitiative angedachte Nutzung einer Ladenfläche, ähnlich dem Dorfmarkt in Oberreichenbach, sei schwer zu realisieren in der Stadt.

"Zukunft nicht im Tante-Emma-Laden"

"Die Zukunft findet nicht im Tante-Emma-Laden statt", blickte der Schultes auf die Entwicklungen rund um die Digitalisierung. Darüber hinaus fehle für solch ein Angebot schlicht die geeignete Immobilie. Außerdem sieht Wendel auch keine wirtschaftliche Überlebenschance für solch einen Laden, da es die Bürger der Stadt seit Jahren gewohnt seien, zum Einkaufen wegzufahren. "Und die Nähe zu Calw und Neubulach ist da Fluch und Segen zugleich", sagt Wendel. Denn um einzukaufen, finde man in den nahen Nachbarkommunen eigentlich alles.

Auch Gemeinderätin Silvia Seyfried erteilte einem solchen Vorhaben, wie in der Analyse zu untersuchenden Einkaufsvariante, eine Absage: "Das ist bei uns nicht durchführbar. Aber es kann ja jeder einzelne überlegen, was wir am Ort verbessern können." Wendel brachte die Idee ins Spiel, das Bürgermobil etwas umzufunktionieren und so zu organisieren, dass man zum Beispiel Lebensmittel zu älteren Menschen bringt – sofern die Fahrer dazu bereit seien, meinte der Bürgermeister.

Gemeinderat Jochen Krauss berichtete von einem geschäftlichen Treffen, als er auch auf einen Vertreter einer Supermarktkette traf, der ebenjenen Trend bestätigte, dass immer mehr Lebensmittel direkt nach Hause geliefert werden. Gemeinderat Gundolf Greule betont, dass er "kein Freund von Studien ist, bei denen das Ergebnis schon vorhersehbar ist." Und das sei bei der angedachten SPES-Analyse der Fall. Auch er sieht die Zukunft nicht in solch einem Dorfzentrum.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Verena Großmann sprach ebenfalls das Dilemma mit der Weitläufigkeit an. Aber das Bürgermobil werde gut angenommen, hier gelte es, dieses weiterzu­entwickeln. Bürgermeister Wendel merkte dann noch an: "Da suchen wir auch immer neue Fahrer, es steht demnächst wieder ein Generationenwechsel an."

Vereine statt Zentrum ins Boot holen

Dass man ein solches Dorfzentrum nicht brauche, stellte auch Krauss dar. Er regte vielmehr an, bei den Vereinen nach Räumen zu fragen, wenn man diverse Unternehmungen anbieten wolle. Wendel azu: "Hier läuft im Moment eine Abfrage des Raumbereitschaftspotenzials bei den Vereinen."

Am Ende stimmte der Gemeinderat gegen eine Beauftragung der SPES. Im Übrigen hätte eine solche Analyse 6000 Euro gekostet. Geld, dass die Stadt nun anderweitig investieren kann.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: