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Bad Teinach-Zavelstein Badearzt Wilhelm Wurm prägt Teinach

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Wilhelm Wurm (1831-1913) wirkte von 1865 bis 1867 und 1870 bis 1903 als Badarzt in Teinach.Foto: Digitalarchiv Schabert Foto: Schwarzwälder Bote

Badearzt Wilhelm Wurm kennt heute fast keiner mehr in Bad Teinach-Zavelstein. Dabei hatte er mit seinem Schaffen große Auswirkungen auf das damalige Teinach. Außerdem war er Mitbegründer des Württembergischen Schwarzwaldvereins. Seine einstige Villa gibt es noch.

Bad Teinach-Zavelstein. Der königliche Hofrat Wilhelm Wurm lebte von 1831 bis 1913. Als Badarzt prägte der Mediziner, Autor und Mitgründer des Württembergischen Schwarzwaldvereins den Bade- und Kurort Teinach nachhaltig. Dafür, dass er nicht vergessen wird, sorgt das 1997 erschienene, 80-seitige Buch des in Würzbach lebenden Autors Dietrich Bogdoll mit dem Titel "K. Hofrat Dr. med. Wilhelm Wurm – Heilwasseridealist und Auerwildspezialist". Als Herbert Lamina jüngst in Keltern-Dietlingen den zum 25-jährigen Jubiläum des Württembergischen Schwarzwaldvereins 1909 erschienenen Wanderführer von Julius Wais beim Aufräumen fand, sah er keinen Zusammenhang mit Wurm. Aber dieser ist wohl daran beteiligt gewesen. Denn auf den 300 Seiten des Buches mit detaillierten, bunten, ausklappbaren Wanderkarten, ist nicht zuletzt Bad Teinach als Ausgangspunkt oder Zwischenhalt gut vertreten.

Erinnerungsmedaille aus Edelmetall erhalten

Wurm erhielt aus Anlass der Feier des 25-jährigen Vereinsjubiläums und seiner als Gründungsmitglied ebenso langen Mitgliedschaft im September 1909 in der Stuttgarter Liederhalle eine Erinnerungsmedaille aus Edelmetall mit dem damaligen Vereinsabzeichen. Dieses entstand auf Wurms Vorschlag als Ausschussmitglied, das er von 1884 bis 1900 war. Es zeigte in Verbindung mit einem Tannenzweig in zwei wappenähnlichen Feldern einen Auerhahn und eine Stechpalme. Diese Auswahl entsprang nicht nur der Naturverbundenheit des Vereins, sondern ganz besonders der von Wurm.

Viel beachtet waren die Bücher, Buchbeiträge und Artikel. Darunter war etwa ein zehntes Bändchen "Europäische Wanderbilder" mit elf Abbildungen und einer Karte aus dem Jahr 1895, das in Zürich erschien und sich mit Wildbad, Liebenzell und Teinach befasste. Es wäre verwunderlich, wenn davon nichts bei Wais eingeflossen wäre.

Der große Schwarzwaldvereinsführer bot vor 111 Jahren die sechsstündige Wanderung Calw – Teinach – Wildbad über Emberg, Kleinenztal und den Riesenstein an. Eine weitere Strecke – wie alle 57 ganz genau beschrieben – startete in Teinach über Oberkollwangen und Hofstett nach Aichelberg. In zwei Varianten wird dann angeboten, entweder über Enzklösterle oder den Meistern nach Wildbad zu marschieren.

Ein 50-seitiger Annoncenteil enthält allein auf fünf Seiten Anzeigen von Gastronomiebetrieben aus Teinach und Wildbad. Liebenzell, Schömberg, Pforzheim, Neuenbürg oder Calw sind hier wie im Hauptteil ebenfalls gut vertreten. Auch "Hofrat Dr. Wurms Villa Wilhelmshöhe" wirbt mit einem Tagessatz von sieben bis zehn Mark um Kur- und Sommergäste. Es heißt unter anderem wörtlich: "Großer Garten, Bad, Telefon Nr. 12, elektr. Licht, Wald- u. Badnähe. Pension." Das Gebäude auf der Wilhelmshöhe über dem Ort wurde von Wurm errichtet. Es liegt am Rand der kleinen Fläche von Teinach schon auf Markung Emberg. Allein acht immer wieder ergänzte Auflagen hat Wurm über das "Königliche Bad Teinach", zur heilenden Wirkung des Wassers oder auch zur positiven Wirkung der Natur oder des Wanderns auf den Menschen geschrieben. Letzteres war schon Gegenstand des ersten Kapitels seiner Dissertation im Jahr 1861. Aber auch Jagd- und Naturbücher umfasst die umfangreiche Bibliografie, aus der sein Hauptwerk, "Das Auerwild", heraussticht. Für dieses von dem Tiermaler Friedrich Specht (1839 bis 1909) bunt illustrierte Standardwerk, das in erweiterter zweiter Auflage mit 339 Seiten in Wien erschien, erhielt der reich dekorierte Wurm 1874 von Kaiser Franz Josef I. das österreichisch-ungarische Große Verdienstkreuz mit der Krone.

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