Gehen in der Schwarzwaldklinik bald wieder die Lichter an? Kaufinteressenten gibt es jedenfalls. Foto: Schmid

Bürgermeister Bernhard Waidele führt konkrete Verhandlungen. Künftige Nutzung noch offen.

Bad Rippoldsau-Schapbach - Fast zweieinhalb Jahre schon steht die Schwarzwaldklinik in Bad Rippoldsau leer. Viele Kaufinteressenten kamen und gingen. Aber Bürgermeister Bernhard Waidele gibt die Hoffnung nicht auf, dass die für die Gemeinde so wichtige Einrichtung bald wieder genutzt wird.

Die Zuversicht gründet nicht nur im unerschütterlichen Optimismus des Schultes, sondern bezieht sich auch auf konkrete Verhandlungen über den Verkauf des Gebäudekomplexes: "Es laufen intensive Gespräche", sagte Waidele gestern im Gespräch mit unserer Zeitung, "aber ein Durchbruch ist noch nicht zu verzeichnen." Immerhin sei "Bewegung" in der Sache. Es gebe verschiedene Interessenten für die Schwarzwaldklinik, und darunter einen, mit dem in erster Linie verhandelt werde. Fest stehe, so Waidele, dass die Klinik, derzeit im Besitz der israelischen Aspen Group, verkauft werden und nicht nur ein neuer Betreiber gesucht werden soll. Bei einem Notarbüro in Stuttgart würden derzeit die Unterlagen für den Verkauf erarbeitet, was "nicht einfach" sei und seine Zeit brauche.

Offen ist auch, ob die Preisverhandlungen schon beendet sind. In verschiedenen Immobilien-Portalen im Internet wurde und wird die 1977 erbaute Klinik für 5,5 Millionen Euro zum Verkauf angeboten.

Was der Hauptinteressent mit der Schwarzwaldklinik vorhat, wollte Waidele noch nicht sagen. Vorgesehen sei jedenfalls ein "Mix" aus verschiedenen Nutzungen. Die konzeptionelle Arbeit gehe wahrscheinlich erst nach dem Erwerb der Klinik durch den neuen Investor richtig los. Dann werde man auch sehen, in welchem Umfang das Gebäude mit einer Nutzfläche von 24 000 Quadratmetern saniert oder umgebaut wird.

Dass der Verkauf des Anwesens mit einer Grundstücksfläche von 7,5 Hektar noch in diesem Jahr über die Bühne geht, ist für Waidele zwar wünschenswert, stehe aber nicht fest. Selbst wenn jedoch in den nächsten Monaten noch nichts passiert, käme das Gebäude wohl gut über den Winter. Es wäre bereits der dritte, in dem die Klinik leer steht. Bisher haben die Besitzer dafür gesorgt, dass im Winter durchgeheizt werden konnte und eine Grundlüftung gewährleistet war. Die Aspen Group bezahlt nach Auskunft des Bürgermeisters ein "Notteam" von Mitarbeitern, die in der Klinik nach dem Rechten sehen. Waidele geht davon aus, dass die jahrhundertelange Geschichte des Badwesens in Bad Rippoldsau nach dem Verkauf der Immobilie wieder auflebt und das Mineral-Thermalbad erneut in Betrieb genommen wird. Derzeit werde von den drei bis vier Mineralquellen, den "Juwelen" Bad Rippoldsaus (Waidele), nur eine genutzt.

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