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Gemeinderat lehnt Vorhaben auf Schmiedsberger Platz ab. Betreiberfirma hat Plan B.

Bad Rippoldsau-Schapbach - Drei Windkraftanlagen will die Firma KS Regenerative Energien aus Duningen auf dem Schmiedsberger Platz errichten. Nach der Ablehnung durch den Gemeinderat Bad Rippoldsau-Schapbach wird die nördliche Anlage wohl kleiner ausfallen.

Der Bürgermeister solle künftig nicht mehr in Sachen Windkraft für die Gemeinde Bad Rippolds­au-Schapbach verhandeln, lautete der überfraktionelle Antrag in der Sitzung am Dienstag. Nur zwei Gemeinderäte und Bürgermeister Bernhard Waidele stimmten dagegen. Gut 40 interessierte Besucher verfolgten die Sitzung. Waidele kündigte an, den Beschluss von der Kommunalaufsicht auf seine Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen und möglicherweise auch eine Bürgerinformationsveranstaltung in Sachen Windkraft anzuberaumen.

Ein nur halb so großes Exemplar

Drei Anlagen sind auf dem Schmiedsberger Platz geplant, auf zwei hat die Gemeinde nicht viel Einfluss – sie stehen nicht auf Gemeindegemarkung. Nur bei der dritten wären die Betreiber auf die Gemeinde angewiesen. Und dies hätten sie sich einiges kosten lassen. Nach der Ablehnung des Gemeinderats soll es nun aber laut Betreiberfirma ein nur halb so großes Exemplar geben.

Bernd Spengler und Walter Keller von der Firma KS Regenerative Energie stellten die Pläne vor: Im sogenannten Dreiländereck zwischen den Gemarkungen von Schenkenzell, Alpirsbach und Bad Rippoldsau-Schapbach sollen die Anlagen gebaut werden. Bad Rippoldsau-Schapbach sei von den Plänen insofern betroffen, dass es beim nördlichen Rad eine Baulast übernehmen müsste und die Kran­aufstellfläche in den Wald der Gemeinde hineinreiche.

Mit etwa 1,2 Millionen Euro, verteilt auf 21 Jahre – also gut 50 000 Euro pro Haushaltsjahr – würde die Gemeinde profitieren. Möglicherweise sei es – je nach Gewinn – sogar mehr, sagte Spengler. Errechnet wurde die Summe aus Pacht für Wege und Flächen und der Gewerbesteuer. Zusätzlich wollte die Firma auch eine Ausgleichsflächengebühr in Höhe von 54 700 Euro, verteilt auf 20 Jahre, zahlen. Die Grenzwerte von Beschattung und Schall seien eingehalten beziehungsweise darunter, sagte Keller. Die Anlagen sollen eine Gesamthöhe von 229 Metern haben, die nördliche könnte nun um die Hälfte kleiner ausfallen. Die Bauanträge würden nun so eingereicht, sagte Spengler. Der Betrieb könnte im Frühling 2018 losgehen.

Geschenkangebote für Zustimmung

Auf diese Einnahmen würde er ungern verzichten, sagte Waidele nach dem Vortrag, zumal kein Mensch dadurch zu Schaden komme. Als letztes Bonbon habe KS angeboten, die Stromkosten für das Schwimmbad in Höhe von 10 000 Euro zu übernehmen und dort eine Elektrotankstelle zu errichten. Damit sei die Zitrone aber ausgepresst.

"Hut ab vor dem Verhandlungsgeschick des Bürgermeisters", sagte Ramon Kara (FWV), aber nachdem er die Windräder auf dem Kupferberg mitbeschlossen habe und hinterher damit unzufrieden sei, wolle er weiteren Windrädern nicht zustimmen.

Sein Fraktionskollege Roland Weis sagte, in einer überfraktionellen Sitzung tags zuvor habe man sich darauf geeinigt, die bisherige Linie beizubehalten und keine weiteren Planungen in Sachen Windkraft in der Gemeinde zuzulassen. Er fürchte auch, dass das obere Wolftal zu einem Windpark werde. Zwar könnte die Gemeinde Geld durch die Anlage bekommen, aber letztlich könnte der Fremdenverkehr darunter leiden, sagte Ulrich Krauth (CDU).