Stellten die Heizkonzepte vor (von links): Christian Dunker, Hartmut Klumpp und Christine Renner.Foto: Schmid Foto: Schwarzwälder Bote

Religion: Fernwärme und Pelletheizung stehen zur Auswahl / Auch Bad Rippoldsauer Pfarrhaus und Kindergarten betroffen

Wie sollen die Kirche in Bad Rippoldsau, das Pfarrhaus und der Kindergarten künftig beheizt werden? Die Antwort ist kompliziert und die Zeit drängt, da die Ölbrennwertheizung aus dem Jahr 1986 nicht mehr betrieben werden darf.

Bad Rippoldsau-Schapbach. Die Kirchengemeinde – vertreten durch den Stiftungsrat – beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit diesem Thema. Den weiteren Betrieb der Ölbrennwertheizung untersagt nun das Baurechtsamt.

Bei einer öffentlichen Vorstellung des Problems teilte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Waldemar Schmid mit, dass die Ortenauer Energieagentur bereits 2012 in einem Gutachten eine Hackschnitzel-Wärmeverbundheizung für die drei Gebäude empfohlen hatte.

Die Umsetzung scheiterte jedoch, da die Zufahrt für den Hackschnitzelbunker sowie der Bunker selbst nur mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand zu realisieren gewesen wäre.

Eine weitere Möglichkeit, die Beheizung mit Pellets, wurde von zwei renommierten Heizungsfachfirmen ebenfalls als technisch nur schwer realisierbar und damit als eher unwirtschaftlich eingestuft. Insbesondere der feuchte Keller scheide als Pelletlager aus.

Da sowohl die Kirchengemeinde als auch die Kommune über eigenen Wald verfügt und somit ein großes Interesse an der Verwendung der eigenen Hackschnitzel besteht, hat die Kommune 2014 die Beratungsfirma Endura Kommunal mit der Planung eines kommunalen Fernwärmenetzes beauftragt.

Im vergangenen Jahr kam die Sache kommunales Fernwärmenetz wieder in Gang. Auch von Seiten der Kirchengemeinde wie dem beauftragten Energieberater der Kirchengemeinde, Christian Dunker von der Ortenauer Energieagentur, wurde der Anschluss an ein Fernwärmenetz als ideale Lösung eingeschätzt.

Experte widerspricht Fachfirmen

Dunker erläuterte, dass neben den Investitionskosten auch die Verbrauchskosten über die kommenden 20 Jahre sowie die sonstigen Kosten, wie die Wartung, in den Heizvariantenvergleich einfließen. Da für die Alternative – eine Pelletsheizung für die drei Gebäude der Kirche – kein konkretes Angebot eingeholt werden konnte, musste die Kirchengemeinde ein Fachplanungsbüro beauftragen, um einen fundierten Vorschlag einschließlich der geschätzten Kosten zu erhalten.

Hartmut Klumpp vom K & P Planungsbüro, zeigte auf, dass aus seiner Sicht eine Pelletheizung für die drei Gebäude möglich sei.

Er schlug vor, das Pelletlager mit Holzwänden und -dach auszustatten, um die Feuchtigkeit im Winter aufzunehmen und im Sommer wieder abzugeben. Die Kosten lägen bei 185 000 Euro.

Dunker erläutert, dass die Investitionskosten für das Fernwärmenetz derzeit bei rund 213 000 Euro liegen. Dabei fallen bei beiden Lösungen ohnehin Kosten für die neue Heizungsregelung sowie die Verrohrung an.

Aufgrund der hohen Zuschüsse für Pelletheizungen liegen die Kosten dafür nach Berücksichtigung der Zuschüsse bei rund 68 000 Euro, während die Fernwärme bei rund 140 000 Euro liegt, da der Baukostenzuschuss an den Netzbetreiber nicht förderfähig ist. Auch die Verbrauchskosten pro Jahr halbieren sich beim Einsatz einer Pelletheizung im Vergleich zur Fernwärme. Daher riet er der Kirchengemeinde zu einer Pelletheizung für die drei Gebäude.

Beratung in den nächsten Wochen

Was sind die nächsten Schritte? Die Verwaltungsbeauftragte der Kirchengemeinde, Christine Renner, teilte mit, dass die Kommune die Anschlusskosten für die Fernwärmelösung und auch die ermittelten Verbrauchskosten nochmals überprüft. Auch die Pelletheizung müsse vom Kaminfeger und vom erzbischöflichen Bauamt erst grundsätzlich genehmigt werden. Daher gebe es derzeit keine abschließende Entscheidung. Diese soll – nach Vorberatung mit dem Gemeinderat – letztlich der Pfarrgemeinderat treffen.

In den kommenden Wochen soll die Faktenlage abschließend geprüft werden und dann eine Entscheidung fallen. Die Zeit drängt, da der Kindergarten eine zuverlässige Beheizung benötigt.