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Wolf- und Bärenpark: Gemeinsame Unterbringung in der anlage wäre in Europa einzigartig

Bad Rippoldsau-Schapbach. Eigentlich ist fast alles bereit um zwei Luchse aus Straßburg im Alternativen Wolf-und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach aufzunehmen. Schon vor zwei Jahren sollten die Tiere ins Wolftal kommen, doch es gibt immer wieder Verzögerungen. Aber noch im ersten Viertel des Jahres soll eine Entscheidung in der Sache getroffen werden, sagt Sabrina Schröder, die stellvertretende Parkleiterin. Die Luchse sollen ein eigenes Rückzugsgehege von der Größe etwa eines Hektars mit einem Unterstand sowie Sträuchern und Bäumen bekommen, wie sie es auch in der freien Natur gewöhnt sind. Sie haben auch Zugang zum Bärengehege. Sie sei sich sicher, dass Luchse und Bären miteinandern klarkommen, sagt Schröder.

Europaweit sei eine gemeinsame Unterbringung einzigartig, betont Schröder. Weltweit wisse man es aber nicht genau. Sie geht davon aus, dass sich Luchse und Bären aus dem Weg gehen, da Luchse auf Bäume ausweichen könnten. Mit den Wölfen sollen die Luchse nicht in Berührung kommen.

Die Wölfe könnten sonst die Luchse jagen, da sie die Tiere entweder als Freßfeinde oder Beute sehen könnten, auch wenn Wölfe lieber Pflanzenfresser als Nahrung zu sich nehmen. Theoretisch könnten also schon längst Luchse im Park sein. Aber man achte darauf, dass die Tiere aufgenommen werden, die unter besonders schlechten Bedingungen leben. Und das seien die Luchse in Straßburg, so Sabrine Schröder. Im Tierpark in der l’Orangerie in Straßburg leben zwei Luchse auf Steinboden auf knapp 70 Quadratmetern. Die Anfrage zur Übernahme ins Wolftal kam bereits vor mehr als zwei Jahren. Daraufhin begannen 2015 Umbauarbeiten für eine verhaltensgerechte Luchsanlage. Viel ist seitdem seitens der Stadt Straßburg nicht geschehen. Nun erreichte ein Brief des Straßburger Bürgermeisters Roland Ries die Stiftung. In dem heißt es laut Stiftung, dass der Stadt der schlechte Zustand des Zoos bewusst sei. Er, der Bürgermeister, könne aber nicht über die Luchse entscheiden, da sie den "Freunden des Zoos der l’Orangerie" gehören. Einen Grund für die vielen Anfragen zu Übernahmen und Beratungen, immerhin 186 in vergangenen Jahr, sieht Sabrina Schröder in der inflationären Zucht von Jungtieren, die in Zoos und anderen Einrichtungen als Besuchermagneten dienen. Die Haltung vieler Tiere auf engem Raum könnten zu Verhaltensstörungen führen. Zudem würde dabei auch Inzucht in Kauf genommen, kritisiert die Stiftung für Bären.

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