Tobias Zerulla erläuterte das Gemeindeentwicklungskonzept.Foto: Jehle Foto: Schwarzwälder Bote

Kommunales: Gremium stimmt Entwicklungskonzept geschlossen zu / Belz kritisiert Umfrage

Von Evelyn Jehle

Die Aufnahme in das Förderprogramm des Landes für städtebauliche Erneuerung und Entwicklung rückt für die Gemeinde Bad Rippoldsau-Schapbach in greifbare Nähe.

Bad Rippoldsau-Schapbach. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Gemeinderat geschlossen für das dafür nötige "Gemeindeentwicklungskonzept 2040 plus", das in der Vergangenheit kontrovers im Gremium diskutiert worden war (wir berichteten).

"Der einstimmige Beschluss ist ein starkes Signal an das Wirtschaftsministerium, dass wir gemeinsam mit Unterstützung des Landes die Zukunft unserer Gemeinde gestalten wollen", zeigte sich Bürgermeister Bernhard Waidele erfreut über die Einigkeit.

Die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH (WHS) hat das Gemeindeentwicklungskonzept für die Doppelgemeinde erstellt. Projektleiter Tobias Zerulla stellte es in Auszügen vor. Zudem erläuterte er die Ergebnisse, die in der Zusammenarbeit mit Gemeinderat, Verwaltung und Bevölkerung gewonnen worden waren. Auch auf den Maßnahmenkatalog, der aus den Ergebnissen erstellt worden war, ging er dabei ein.

"Das Konzept bietet einen Leitfaden für die Vorgehensweise und bleibt flexibel hinsichtlich der örtlichen Anforderungen", so Zerulla. Unter anderem ergab eine Online-Befragung, dass nur vier Prozent der Befragten mit der Wohnsituation sehr zufrieden seien. Auch sei der Bedarf nach Begegnungsstätten recht hoch.

Gemeinderätin Beate Belz (CDU) bezweifelte, dass die 89 Teilnehmer der Befragung bei rund 2000 Einwohnern repräsentativ seien. Sie fragte auch, ob jedes Projekt schrittweise beschlossen werden würde. Dies bejahte Waidele. Etliche Vorschläge des Konzepts seien bereits erfolglos versucht worden, aber "vielleicht klappt es ja diesmal", sagte Belz. Was ihrer Ansicht nach unbedingt in das Konzept aufgenommen werden müsse, sei das Projekt "Tal der Tiere".

Als nächstes braucht es Arbeitsgruppen

Ratskollegin Silvia Lehmann (FWV) wollte festgehalten wissen, dass auch Privatpersonen die Fördergelder erhalten können. Gemeinderat Franz Günter (FWV) betonte, dass die Ergebnisse publiziert werden und die Bevölkerung mitgenommen werden müsse. "Unsere Aufgabe als Gemeinderat wird es sein, die Bürger anzuschreiben und sie für Arbeitsgruppen zu gewinnen", unterstrich Günter.

Zerulla hatte in seinen Ausführungen zuvor gesagt, dass nach der Zustimmung zum Konzept die Gründung von Arbeitsgruppen der nächste Schritt im Prozedere sei. Fortlaufendes Monitoring durch den Gemeinderat mit einer jährlichen Beratung über den Stand der Maßnahmen und deren Aktualisierung stehen des Weiteren auf der Agenda.

"Die jeweils aktualisierte Übersicht der Maßnahmen sollte auf der Homepage der Gemeinde öffentlich zugänglich sein", so Zerulla. Nun hoffe man darauf, dass die Doppelgemeinde beim Wirtschaftsministerium Gehör findet und in das Förderprogramm aufgenommen wird, so Waidele.

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