Riebele-Akteure trainieren in drei Lokalen mit Sketchen, Schnurren und närrischen Liedern die Lachmuskeln
Von Franz Schmid
Bad Rippoldsau-Schapbach. Ausgelassene Stimmung herrschte am Samstag beim Bad Rippoldsauer Schnurrabend in der "Alten Tränke", im Café Zum Schlüssel und im Kurhaus-Restaurant. Fünf Schnurrgruppen und die Radaumusik zeigten sich in bester Laune. In gekonnten Reimen und mit viel Gesang glossierten die Schnurranten das Ortsgeschehen, wobei die Kommunalpolitiker diesmal glimpflich davonkamen.
Mit einem "Narri Narro" eröffnete der stellvertretende Oberriebele Harald Bächle den Schnurrabend und präsentierte das "NEW Kidz-Duo" mit Tobias Zanger und Sebastian Neef. Sie berichteten von einem Bürger, der seinen Swimming-Pool auf dem Autodach durch den Ort transportieren wollte und nach dem Festzurren bemerkten, dass die Autotüren sich nicht mehr öffnen ließen. Bei der Rückgabe eines über das Internet bestellten Skianzugs, der an den Füßen zu lang war, bewegte sich plötzlich das Paket von alleine. Kurz vor der Paketaufgabe wurde festgestellt, dass die Hauskatze sich in dem Paket befand. Bei der Radarmessung in der 30er-Zone an der Kurklinik wollte man die "auswärtigen" Autofahrer mit Bußgeldern und Führerscheinentzug schröpfen, wie das Duo ebenfalls erfahren hatte. Doch dem Messtrupp war entgangen, dass die 30er-Zone längst aufgehoben war und dort Tempo 50 gilt.
In guter Verfassung zeigte sich auch die Radau-Musik, die unter der Leitung von Herbert Decker mit fetzigen Rhythmen, aber auch mit Witzen aufwartete und mit Schunkelrunden für Schwung in den drei Lokalen sorgte.
Ein Höhepunkt des Schnurrabends war die Zwergengruppe (Juliane Bächle, Regina Hermann und Ludwig Hoferer), die ein großes Geheimnis preisgab. So habe sich im Ort ein Märchenprinz gezeigt, der berichtete, dass das von der Inhaberin des Bad Rippoldsauer Vier-Sterne-Hotels gegebene Versprechen noch eingelöst und die Kurklinik wieder zu Leben erweckt werde, was bejubelt wurde. Doch Bürgermeister Bernhard Waidele halte von dem Versprechen des Prinzen nicht so viel und sei der Auffassung, dass der Klinikschlaf noch Monate oder Jahre weitergehen könne. Der Märchenprinz sei weiterhin im Ort zu sehen, doch was aus der Klinik wird, konnten auch die Schnurranten nicht sagen. Etwas Probleme hatten Urlauber vom Burgbach, die nach Spanien fliegen wollten: Einer von ihnen wartete einen Tag zu früh auf den Abholdienst, ein Mitreisender musste sich wenige Stunden vor Reiseantritt noch ein vorläufiges Reisedokument im Rathaus besorgen.
Als "Sandmächen" berichtete Ramon Kara von einem Poolfest bei Vorseebach, wo Wodka und Friedenspfeife reihum gereicht wurden und die betagte Oma es mit der jungen Generation aufnahm. Ein Missgeschick erlebte ein Wohnwagenfahrer, der auch mal mit dem Linienbus verreiste und bei der Heimfahrt auf der falschen Straßenseite stundenlang auf den Bus wartete, bis er wutentbrannt feststellte, dass an diesem Tag gar kein Bus fährt.
Das Trio Werner, Stefan mit Jungschnurrantin Silvia hatten der Pfarrgemeinderats-vorsitzenden, die am Tag des Schnurrens Geburtstag hatte, eine Gürtelrose mitgebracht. Großes Gelächter und viel Beifall gab es für die "Reim-Litanei" über das Wörtchen "Warum", obgleich auch die Schnurranten die Lösung schuldig blieben. Der Behauptung, in Rippoldsau sei nichts los, widersprach das Trio mit so manchem Höhepunkt. So wurde im Sommersbach die neben der evangelischen Kapelle unter Schutz stehende 200-jährige und viertgrößte Fichte Deutschlands gefällt. Das Holz wollte jedoch niemand haben, und der prominente Baum wurde zu Brennholz. Zudem wusste das Trio von Bestrebungen zu berichten, den Burgbachwasserfall abzuleiten und den Glaswaldsee auszutrocknen. Zu einer spektakulären und teuren Rettungsaktion wurde die Bergung einer Hauskatze, die tagelang auf einem riesigen Kastanienbaum in der Hansjakobstraße verharrte. Gutes Zureden und Futterdarbieten ignorierte der ausgehungerte Kater – wie auch die große Feuerwehrleiter mit Sprungtuch. Die tags darauf herbeigeschaffte große Hebebühne verängstigte die Katze derart, dass diese sich in die obersten Baumäste verzog. Erst als mit der Motorsäge der Ast, auf dem die Katze saß, abgesägt wurde, kam diese auf die Erde zurück. Durch den unsanften Fall erlitt die Katze ein Hirntrauma, wie der Tierarzt feststellte.