Pfarrer Alois Otremba starb im Alter von 95 Jahren / Zehn Jahre in Bad Rippoldsau

Von Franz Schmid Bad Rippoldsau-Schapbach/Wolfach. Pfarrer Alois Otremba, der nach zehn Jahren in Bad Rippoldsau seit 2003 im Johannes Brenzheim in Wolfach lebte, ist im Alter von 95 Jahren in Wolfach verstorben.

Der Geistliche, der in Recklinghausen das Licht der Welt erblickte, erlernte nach dem Abitur den Beruf des Buchhändlers, den er sieben Jahre in Essen und Breslau ausübte. In dieser Zeit fand er viele Kontakte mit Menschen, die in der Kirche zu Hause waren. Durch Gespräche, Austausch mit Freunden und das Gebet reifte seine Entscheidung, Priester zu werden.

Nach der Soldatenzeit kam Otremba am Pfingstmontag 1945 in die zerstörte Heimat zurück, und sechs Wochen später begann er mit dem Studium der Philosophie und Theologie in Münster und Tübingen. 1951 wurde er in Münster (Westfalen) zum Priester geweiht.

Die erste Kaplanstelle war in Hamm. Nach Ablegung des Pfarrerexamens im Jahr 1954 war Otremba bis 1965 als Pfarrer in Duisburg, Essen und Paderborn tätig. Von 1965 bis 1980 war Pfarrer Alois Otremba Berufsschulpfarrer an der Berufsschule /Fachoberschule in Gelsenkirchen und Subsidiar in der Pfarrei St. Bonifatius in Gelsenkirchen. Während dieser Zeit war er gleichzeitig Präses des Katholischen Kaufmännischen Vereins und geistlicher Obmann der spanischen Gemeinde im Einzugsgebiet Gelsenkirchen. 1993 zog Otremba von Mülheim (Ruhr) nach Bad Rippoldsau, wo seine Schwester Monika Harter wohnt. 1997 zog der damalige Pfarrpensionär in das leerstehende Bad Rippoldsauer Pfarrhaus.

Während der zehn Jahre, in denen Pfarrer Alois Otremba in Bad Rippoldsau seinen Ruhestand verbrachte, übernahm er im Dekanat Kinzigtal und in der Seelsorgeeinheit Oberes Wolftal noch Gottesdienste. So war er nicht nur Urlaubsvertreter, sondern hielt regelmäßig Gottesdienste an Wochenenden und in der Pfarrei Bad Rippoldsau einige Jahre auch den Wallfahrtsgottesdienst am Freitag-vormittag. Otremba war mit Leib und Seele mit den Pfarrgemeinden verbunden. Bei der Feier seines 50-jährigen Priesterjubiläums in der Pfarrgemeinde Mater Dolorosa Bad Rippoldsau am 29. September 2001 wurde er als Pfarrer der alten Schule, aber auch als exzellenter Prediger und väterlicher Freund bezeichnet.

Aufgrund körperlicher Gebrechen war es dem Geistlichen mit 88 Jahren nicht mehr möglich, seine Aushilfstätigkeit als Pfarrer auszuüben, und so zog er im Jahr 2003 in das Wolfacher Johannes Brenzheim.

Das Requiem für Pfarrer Alois Otremba beginnt am kommenden Freitag, 3. September, um 15 Uhr in der Pfarrkirche St. Cyriak in Schapbach. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Friedhof in Schapbach.