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Bad Rippoldsau Bärenpark: Corona-Lockdown reißt Loch in Finanzen

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Bären und andere Tiere kann man jetzt wieder im Wolf- und Bärenpark beobachten. Foto: Stiftung für Bären

Bad Rippoldsau-Schapbach - Seit gut einer Woche hat der Alternative Wolf- und Bärenpark in Bad Rippoldsau-Schapbach wieder für Besucher geöffnet. Bernd Nonnenmacher, Geschäftsführer der Alternativen Bärenpark gGmbH - die neben der Freianlage im Schwarzwald auch die Stammeinrichtung in Thüringen betreibt - ist die Erleichterung anzumerken. Denn schon jetzt ist klar: Der Corona-Lockdown hat das Tierschutzprojekt finanziell hart getroffen.

Man erhalte keine staatliche Unterstützung, erklärt Nonnenmacher. Die Einrichtung finanziere sich aus Spenden und Eintrittsgeldern. Letztere seien die wichtigste Einnahmequelle des Parks. "Durch die Schließung ist diese Haupteinnahmequelle jetzt über sechs Wochen lang weggefallen. Wir konnten das zwar aus unseren Rücklagen ausgleichen, aber da wird es schon existenziell."

Zumal der Corona-Lockdown den Bärenpark zu einer denkbar ungünstigen Zeit getroffen hat. Nämlich gerade dann, als der Betrieb nach den besucherarmen Wintermonaten wieder Fahrt aufnehmen sollte. Der Winter, sagt Nonnenmacher, sei für das Tierschutzprojekt immer eine Durstrecke. Die Bären haben sich dann in ihre Schlafhöhlen zurückgezogen. Besucher bekommen zwar noch Wölfe und Luchse zu sehen; die meisten warten dann aber doch lieber, bis die Bären ihre Winterruhe beendet haben.

Gemessen am Vorjahr, meint der Geschäftsführer, sei dem Park durch die Corona-Zwangspause ein Verlust von rund 200.000 Euro entstanden. Nach wochenlangem Hin und Her habe man nun zwar eine einmalige staatliche Soforthilfe erhalten, diese decke aber noch nicht einmal die Personalkosten für einen Monat. Hinzu komme, dass die Einsparmöglichkeiten begrenzt seien. Er könne nicht einfach die ganze Belegschaft in Kurzarbeit schicken, sagt Nonnenmacher. "Die Tiere müssen gefüttert werden und wir müssen die Sicherheit der Anlage gewährleisten." Lediglich für Kassen- und Kioskpersonal habe man Kurzarbeit anmelden können. 

Erweiterung der Freianlage liegt auf Eis

Wichtige Projekte, wie die für das laufende Jahr geplante Erweiterung der Freianlage, liegen vorerst auf Eis. Zwar ist der Kaufvertrag für das rund zwei Hektar große Gelände unter Dach und Fach. Doch damit, erklärt Nonnenmacher, sei es noch lange nicht getan. Das Gelände muss abgesichert werden, allein die Zaunanlagen schlagen mit etwa 150.000 Euro zu Buche. "Wir müssen jetzt erst einmal abwarten, wie die Saison noch läuft", meint der Geschäftsführer. Einfach wieder reinholen kann das Tierschutzprojekt - das Bären, Wölfen und Luchsen aus schlechter Haltung ein artgerechtes Leben bietet - den Verdienstausfall aber wohl kaum.

Zudem blickt Nonnenmacher mit Sorge auf eine mögliche zweite Infektionswelle, die dem Tierschutzprojekt schlimmstenfalls eine neuerliche Zwangs-Schließung einbringen könnte. Schon die erste sieht der Geschäftsführer kritisch. Aus seiner Sicht hätte man den Betrieb durchaus reduziert weiterlaufen lassen können. Ohne Gastronomie, mit einer Einbahnstraßenregelung für den Rundweg und Rangern, die die Einhaltung der Abstandsregeln kontrollieren.

"Wir haben uns frühzeitig um eine Wiedereröffnung bemüht. Wir haben ein Hygiene-Konzept für den Park erarbeitet, noch bevor die Politik dies gefordert hat." Am Ende, sagt Nonnenmacher, sei man dann leider doch als Zoo eingestuft worden und habe schließen müssen. "Obwohl das hier", meint er und zeigt auf den breiten Schotterweg, der entlang der Freianlagen führt, "eigentlich auch nur ein Waldspaziergang ist, wie er jederzeit möglich war. Aber das hatten wir nicht zu entscheiden. Und hinterher sagt sich ja immer leicht, was richtig und was falsch gewesen wäre."  

Geschäftsführer sieht Politik in der Pflicht

Und noch ein Punkt bereitet den Geschäftsführer Kopfzerbrechen: Im Zuge des Corona-Lockdowns gingen vielerorts kleine Tier- und Freizeitparks pleite, auch einige Zirkusse stehen vor dem Aus. Die Tiere müssen nun dringend in Tierschutzeinrichtungen untergebracht werden. Doch die meisten sind - wie auch der Bärenpark - selbst in einer finanziellen Notlage.

Selbst bereits geplante Tierrettungen muss der Park erst einmal zurückstellen. "Schon vor Corona war die Situation prekär", sagt Nonnenmacher. Allein aus Deutschland standen damals schon 14 Bären aus schlechter Haltung auf der Warteliste des Parks. In den kommenden Monaten und Jahren, meint Nonnenmacher, werde sich diese Situation noch drastisch verschärfen.

Der Geschäftsführer sieht die Politik in der Pflicht. "Eigentlich müsste der Staat für die Unterbringung dieser Tiere sorgen. Das ist eine hoheitliche Aufgabe, die in der Realität aber meist von privaten Tierschutzeinrichtungen übernommen wird." Angesichts dieser Tatsache seien staatliche Zuschüsse überfällig.

Siehe auch: Der Alternative Wolf- und Bärenpark feiert 10. Geburtstag

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