Abschied und Neubeginn: Andreas Weiß (links), Martin Hirschberger, Thomas Todt und Bürgermeisterstellvertreter Sebastian Kopp. Franziska Dürr wollte nicht mit aufs Bild. Foto: Biermayer

Der Gemeinderat verabschiedet Martin Hirschberger und Franziska Dürr. Während Dürr nichts sagen mochte, wollte Hirschberger mit Gerüchten aufräumen. Mit seinem Abschied endet eine Ära.

Als die Unterlagen des Gemeinderates online gingen, war schnell klar, dass es keine normale Sitzung werden wird. Gleich zwei CDU-Stadträte hatten mit Franziska Dürr und Martin Hirschberger ihren Rücktritt angekündigt. Das ist immerhin die Hälfte der CDU-Fraktion, die künftig mit zwei Nachrückern besetzt ist. In der Sitzung selbst stand dann erst einmal die Verabschiedung Dürrs und Hirschbergers an.

 

„Fortschrittlich gedacht“

Anfang November hatte Dürr der Verwaltung mitgeteilt, aus beruflichen Gründen aus dem Gremium ausscheiden zu wollen. Auf weitere Erklärungen oder Abschiedsworte im Gemeinderat verzichtete sie.

Dürr war 2014 erstmals ins Gremium eingezogen und war im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss (SKSA) tätig. Für diesen Einsatz bedankte sich der stellvertretende Bürgermeister Sebastian Kopp (UL) bei Dürr. Sie habe im SKSA „fortschrittlich gedacht“, vor allem in Bezug auf die Ganztagsbetreuung. Dürr habe sich um die Stadt verdient gemacht, so Kopp.

„Mutter der Abteilung“

„Franziska, du liebst ja lange Reden“, scherzte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietmar Fischer. Deshalb wolle er einfach nur „Danke“ sagen. Er beschrieb Dürr als „Mutter der Abteilung“, mit der er gemeinsam gute und schlechte Zeiten erlebt habe.

Zeit gekommen

Hirschberger ließ es sich im Gegensatz zu Dürr nicht nehmen, selbst ein paar Dinge zu sagen. Nach über drei Jahrzehnten in der Kommunalpolitik sei die Zeit gekommen, um Abschied zu nehmen, so Hirschberger. „Der Zeitpunkt ist nie richtig und nie falsch“, sagte er. Es habe Höhen und Tiefen gegeben.

Die Zusammenarbeit für die Stadt sei ihm aber immer eine „Herzensangelegenheit“ gewesen. Hirschberger bedankte sich bei den Bürgern für das Vertrauen und der Verwaltung, die immer ein offenes Ohr gehabt habe. „Es war mir eine Ehre“, sagte er. Sein Rücktritt erfolge aus persönlichen Gründen, so Hirschberger. Privates und Berufliches nehme mehr Raum ein. Aber er wolle mit ein paar Gerüchten aufräumen. Er sei weder krank, noch gehe es der Firma schlecht. Aber er wolle nun einmal einfach Rentner sein. Bürgermeisterstellvertreter Kopp erklärte, er habe ins Archiv geschaut. Hirschberger sei seit 33 Jahren in den Bad Liebenzeller Gremien tätig. „Das ist mehr wie nur ein Wort“, so Kopp. Und er habe recherchiert. Aber er habe niemanden gefunden, „der länger als 33 Jahre im Gremium war“, sagte Kopp. Das verdiene allen Respekt. Für Hirschberger gab es stehenden Applaus. Auch Fischer lobte Hirschbergers jahrzehntelanges Engagement als „einzigartige Leistung“, für die sich Fischer bedankte. Für diese Leistung habe es „gute Nerven“ gebraucht. Fischer wünschte Hirschberger und dessen Frau, dass beide nun mehr Zeit füreinander haben.

Offiziell verpflichtet

Der Gemeinderat bestätigte schließlich das Ausscheiden von Hirschberger und Dürr. Das Gremium bestätigte ebenso die beiden CDU-Nachrücker Thomas Todt und Andreas Weiß. Beide wurden offiziell verpflichtet und von ihrer Fraktion den einzelnen Ausschüssen zugeteilt.