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Bad Liebenzell Zuhörer zum Mitdenken animiert

Von
Sind begeistert vom neuen Roman von Ines Veith (vorne links): Bernd Karl, Pianist und Komponist (von links), Bürgermeister Dietmar Fischer, Tourismusdirektorin Kerstin Weiß und Franz Westner, Verleger Salon Literatur Verlag. Foto: Zoller Foto: Schwarzwälder Bote

Im voll besetzten Bürgersaal begeistert die Autorin Ines Veith mit Auszügen aus ihrem neuen Buch "Sophi Park – Diese andere Art von Denken" und zieht bei ihrer ersten Buchlesung die Zuhörer in Bad Liebenzell in ihren Bann.

Bad Liebenzell. Am Flügel begleitet von dem Komponisten und Pianisten Bernd Karl, dem es gelingt, die Schauplätze der Handlung ebenso wie die Seele des Buches mit seiner Musik einzufangen.

Kein Wunder, dass der Roman im Anschluss reißenden Absatz findet und sich die neugierig gewordenen Leser geduldig in einer Warteschlange anstellen, um eine Widmung für ihre Neuerwerbung zu erhalten.

Nach der Begrüßung von Bürgermeister Dietmar Fischer war es Tourismusdirektorin Kerstin Weiß, die in ihrer Einführung betont, dass das Leben von Veith nicht nur mit einem Hauch von Philosophie durchzogen ist, sondern zu deren großer Leidenschaft zählt. Denn zwei Jahre, nachdem Veith mit dem Sophi Park der Bäderstadt eine Besonderheit bescherte, präsentiert die Schriftstellerin und Drehbuchautorin nun einen Roman, der sich mit der Entstehung des Parks beschäftigt und darüber hinaus als Grundlage für einen neu geplanten Kinofilm dient.

Franz Westner, der das Buch als Verleger vom Münchner Salon Literatur Verlag unter Vertrag genommen hat, obwohl ihm nur eine kleine Leseprobe vorlag, beschreibt den Roman als etwas ganz Besonderes. "Neben der Liebesgeschichte sind es auch die hintergründigen philosophischen Themen, die so spannend, so klug und so vielschichtig dargestellt werden und dabei so leicht erzählt sind, dass es ein Vergnügen ist, darin zu lesen." Sein Fazit: "Es ist ein Titel, der zum Denken anregt." Dabei lobt Westner ein Buch, das "bereichernd und lehrreich ohne zu belehren" formuliert ist und sich mit Themen wie Identität nicht nur auseinandersetzt, sondern Gedanken zum Denken und Nachdenken aufwirft und zum Umdenken auffordert.

Beziehung zu russischem TV-Dokumentaristen

Doch worum genau handelt es sich bei diesem Werk? Protagonistin der Handlung, die in Tübingen, auf Capri und in Bad Liebenzell spielt, ist die deutsche Wissenschaftlerin Lara Maris, die eine ungewöhnliche Beziehung mit dem russischen TV-Dokumentaristen Mischa Korunow eingeht. Nicht zu vergessen ihr melancholischer und brummiger Kater Frederic, eine Mischung aus Siam- und Waldkatze mit leuchtend gelben Augen, der überall dabei sein darf. Alles fängt in Tübingen mit dem Selbstmord von einem Studienkollegen an, der die Forscherin in Lebens- und Zukunftsängste stürzt, bis sie per Zufall durch eine historische Schachfigur zum Thema ihrer Doktorarbeit findet. Daran nicht unbeteiligt ist ihre Tante Margarethe aus dem "verträumten Kurort Bad Liebenzell", die am Ufer der Nagold die Anlage eines japanischen Gartens als Stiftung plant. In Gesprächen ent­wickelt sich daraus die Idee von einem philosophischen Park, der die wichtigsten Weisheiten der Welt präsentieren soll.

Damit bekommen die Gedanken der Wissenschaftlerin buchstäblich Flügel und werden Basis für ihre Doktorarbeit mit dem Titel "Sophi Park – Diese andere Art von Denken – soft philosophy".

Für Lara eröffnen sich neue Horizonte für ihre Doktorarbeit, und damit bekommt auch die Schachfigur eine neue Bedeutung. Sie stammt nämlich aus Capri und ist Teil des Schachspiels, das der russische Schriftsteller Maxim Gorki und W. I. Lenin auf einem Boot auf hoher See spielten. Gorki lebte sechs Jahre im Exil auf Capri und hatte vergeblich versucht, eine Schule der Weisheit und Humanität, die "Scuola di Capri" zu gründen. Mit Leidenschaft beginnt die Wissenschaftlerin mit ihren Recherchen, die auch sie nach Capri führen, um dort mehr über Gorki und dessen Gedankengut zu erfahren. Quartier auf der Insel findet sie samt Kater bei Isabella Rosario, und schnell verbindet sie eine Freundschaft. Bietet die "Schule der Weisheit" wirklich die nötigen Impulse, um die Welt zu einem besseren Ort zu gestalten?

Bevor die Zuhörer mehr über die Geschichte erfahren, greift Karl in die Tasten des Flügels und lässt die Melodie von Rudi Schuricke erklingen "Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt…".

Grundverschiedene Weltanschauungen

Danach kommt, was kommen muss, Lara verliebt sich in Mischa, der sich ebenfalls mit Gorki beschäftigt, aber ein Porträt aus einer völlig anderen Perspektive angeht. Beide haben grundverschiedene Weltanschauungen und sind dennoch Seelenverwandte, die verträumte Orte auf Capri für sich entdecken. Und tatsächlich wird aus ihnen ein Liebespaar. Vielleicht noch spannender als die Liebesgeschichte ist die Entwicklung der jungen Frau, die zunächst nicht weiß, was sie mit ihrem Studium anfangen soll, sich aber dann auf ein Thema einlässt und beschließt, die philosophische Lebensschule des russischen Dichters neu zu gründen. Somit erfährt der Zuhörer einiges über den Sophi Park und darüber, warum soft philosophy das Leben der Menschen bereichert.

Mit ihrem Buch eröffnet Veith zudem den Blick auf soziologische wissenschaftliche Forschungen mit dem Ergebnis, dass "diese andere Art von Denken jeden Menschen vor Lebensängsten und Aggressionen" schützt. Innere Freiheit bedeutet Souveränität, und daher folgt der Roman den vier prägenden soft philosophy-Komponenten: "Weise denken, klug handeln, mitmenschlich fühlen, ausgleichend wirken." Für alle diejenigen, die dann noch Lust auf mehr verspürten, gab es im Anschluss mit Veith einen Rundgang durch den Sophi Park.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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