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Bad Liebenzell Pfingstmissionsfest: Zeichen gegen Extremismus gesetzt

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In der Mittagspause informierten sicher die Besucher über die Arbeit der Missionare. Foto: Lengler

"Wenn Menschen mit anderer Hautfarbe, politischer Einstellung oder religiöser Überzeugung verachtet und verfolgt werden, sagen wir kompromisslos Nein." Das sagte Pfarrer Johannes Luithle beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission, zu dem rund 4200 Besucher nach Bad Liebenzell kamen.

Bad Liebenzell. In Politik und Wirtschaft müssten Kompromisse gesucht und gefunden werden. "Und dennoch gibt es politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die wir nicht einfach nur hinnehmen können", sagte der Direktor des Missionswerks. "Aus diesem Grund haben wir uns als Missionsleitung mit einer Kippa fotografieren lassen und dieses Bild veröffentlicht. Antisemitismus in jeder Hinsicht können und wollen wir nicht dulden."

Berichte aus dem Mittleren Osten

Dennis Wadley, Leiter des amerikanischen Zweigs der Liebenzeller Mission, predigte über das Motto des Missionsfestes: "Kompromisslos". Er wandte sich gegen falsche Vorstellungen des christlichen Glaubens: "Es sind nicht unsere Verdienste, die uns retten, sondern der Glaube an Jesus Christus und seine Gnade." Wer das erkannt habe, lebe einen kompromisslosen Glauben.

Mitarbeiter der Liebenzeller Mission aus dem Mittleren Osten berichteten von ihren Erfahrungen. Die Lage für die wenigen Christen in der arabischen Welt sei herausfordernd. "Sie können nicht in Kirchen gehen und es gibt viel Misstrauen zwischen Christen und Muslimen. Auch müssen die meisten Muslime, die Christen geworden sind, ihren Glauben vor ihrer Familie verstecken, sonst befinden sie sich in Lebensgefahr." Von einem ähnlichen Schicksal berichtete Faith Mussa aus dem afrikanischen Malawi. Sein Vater war Muslim. Nachdem er Christ geworden war, wurde er von seiner Familie verbannt und enteignet. Mussa ist heute der bekannteste Sänger seines Landes. Beim Pfingstmissionsfest begeisterte er die Besucher mit seinen Liedern und seinem authentischen Lebensbericht, heißt es in einer Pressemitteilung der Liebenzeller Mission.

Martin Auch, als Missionsdirektor verantwortlich für die weltweite Arbeit der Liebenzeller Mission, erinnerte an das erste Pfingstfest vor rund 2000 Jahren, der "Geburtsstunde der Gemeinde Jesu". Diese Gemeinde sei von ihrer ersten Stunde an multikulturell gewesen.

Die Oberin der Liebenzeller Schwesternschaft, Johanna Hägele, gab einen Einblick in das Leben der Missionsschwestern. Von den 116 Schwestern sind die meisten im Ruhestand. "Doch ihre Berufung geht weiter und sie füllen als Licht und Salz und Segen ihren Platz aus."

Volker Gäckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, berichtete von den aktuellen Bewerberzahlen für die Hochschule und die Interkulturelle Theologische Akademie. 117 Menschen hätten sich für einen der Studiengänge beworben, elf weitere für die neu geschaffene Weiterbildung "Gemeindeentwicklung". Gäckle sagte, dass er sich über diese Zahlen freue: "Wir werden aber leider nicht alle Bewerber aufnehmen können."

Beim Missionsfest konnten die Gäste aus mehr als 20 Parallel-Angeboten auswählen. Für Kinder und Teenager wurde jeweils ein eigenes Programm angeboten.

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