Im Café Anastasia im Herzen von Unterlengenhardt bewirtet Rahele Torkian ihre Gäste im alten Bauernhaus in familiärer Atmosphäre. Foto: Fisel Foto: Schwarzwälder-Bote

Café erinnert an die falsche Anastasia / Anna Anderson wohnte mehr als 20 Jahre im Ort

Von Andrea Fisel

Bad Liebenzell-Unterlengenhardt. "Begonnen hat eigentlich alles mit der Oma", erinnerte sich Rahele Torkian an die Anfänge ihres Vorhabens, mitten in Unterlengenhardt im ehemaligen Hühnerstall eines alten Bauernhauses mit Vorgarten, "Miste" und großem Nussbaum das Café Anastasia einzurichten.

"Im April wird es bereits ein Jahr, seit wir geöffnet haben", erinnert sich die Inhaberin. Große Zustimmung habe sie sowohl in der Dorfbevölkerung als auch von auswärtigen Besuchern bekommen. Ausnahmslos alle Gäste seien von der stimmungsvollen, heimeligen Atmosphäre des Cafés angetan. "Wie in einem Wohnzimmer", hatte ein Gast den schnuckeligen, kaum zehn Personen fassenden Raum beschrieben.

Die Anfänge für dieses Kleinod im Bad Liebenzeller Höhenstadtteil liegen schon Jahre zurück: Vor etwa vier Jahren saß die Familie an einem Sommernachmittag zusammen mit der Oma und den Kindern unter dem alten Nussbaum im Vorgarten des elterlichen Bauernhauses und ließ sich genüsslich Waffeln schmecken.

Von dort konnte man wunderbar das geschäftige Treiben und das Spielen der Kinder vor dem gegenüberliegenden Laden beobachten, aber man saß doch etwas versteckt und ungestört. Da wurde die Idee geboren, auf der urwüchsigen Terrasse Gäste zu bewirten.

Nachdem konkrete Pläne gefasst sowie Genehmigungen eingeholt worden waren, stand der Umbau an. Ehemann Walter Kugele fertigte einen Großteil des Holzinnenausbaus selbst an; ein gemütlicher Holzofen wurde installiert, alte Möbel gesammelt und neue, harmonisch abgestimmte Bistrogarnituren gekauft.

Der Name musstezum Dorf passen

Bei der Namensfindung waren sich alle Familienmitglieder einig: "Der Name musste zum Dorf passen, sollte etwas sein, das hier die Menschen bewegt." In der gemütlichen Leseecke findet man zu Anna Anderson, die von 1947 bis 1968 als falsche Zarentochter Anastasia in Unterlengenhardt gelebt hatte, Bücher, Zeitungsartikel und Bilder.

Das Angebot im Café reicht von Varianten an Kaffee, Tee und Schokolade über Gebäcke und Kuchen, alles in Bio-Qualität, bis hin zu spontanen Musikaufführungen, Ausstellungen und einer geplanten Märchenstunde. Auch Gruppen oder besondere Veranstaltungen sind der rührigen Cafébetreiberin willkommen. "Ein vorheriger Anruf wäre mir allerdings recht", wünschte sie sich.

Weitere Informationen: Telefon 07052/9 32 67 47

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