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Bad Liebenzell Wohin Unmenschlichkeit und Antisemitismus führen

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Auschwitz ist zum Symbol des nationalsozialistischen Terrors geworden. Foto: Trautwein Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Liebenzell-Maisenbach-Zainen. Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee zum 75. Mal. Auschwitz ist zum Symbol des nationalsozialistischen Terrors geworden. Das Arbeits- und Vernichtungslager, in dem mehr als eine Million unschuldiger Menschen systematisch ausgebeutet und vernichtet wurden, macht deutlich, wohin Unmenschlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus führen.

Am 26. und 27. Januar bieten Schuldekan Thorsten Trautwein und das christliche Hilfswerk Zedakah dazu eine Tagung an, deren Programmpunkte auch separat besucht werden dürfen. Die Tagung nimmt am Sonntag, 26. Januar, die jüdische Perspektive in den Blick. Reinhold Boschki, Professor an der Universität Tübingen, legt am Beispiel Elie Wiesels dar, wie der Auschwitzüberlebende sein Leben lang mit Gott und Mensch gerungen habe. Boschki ist ein langjähriger Weggefährte Wiesels und erzählt aus erster Hand, teilt Schuldekan Trautwein in einer Pressemitteilung mit. Anschließend berichtet Christin Zühlke vom Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin aus ihrem Forschungsprojekt über jüdischen Glauben im Konzentrationslager. Sie untersucht die geheimen Aufzeichnungen des Sonderkommandos in Auschwitz-Birkenau zwischen 1943 und 1944.

Am Abend findet eine Gesprächsrunde mit Ruth Michel, Rami Suliman und den beiden Referenten des Nachmittags statt. Michel stammt aus einer Königsberger jüdisch-christlichen Familie, die aufgrund des zunehmenden Antisemitismus 1935 in den polnischen Heimatort ihres Vaters ausgewandert ist. Dort vertiefte sich ihr jüdischer Glaube, bis sie der Krieg und der Holocaust eingeholt haben. Sie überlebte ein Massaker an der jüdischen Bevölkerung des Ortes, bei dem ihr Vater erschossen wurde. Rami Suliman, der Vorsitzende der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden und der Jüdischen Gemeinde Pforzheim, spannt mit seinen Erfahrungen und Kenntnissen den Bogen in die Gegenwart.

Am Montagvormittag, 27. Januar, stehen die Konsequenzen im Vordergrund, die sich für die christliche Theologie und Kirche nach Auschwitz ergeben. Nur einzelne Christen hätten sich damals dem antisemitischen Unrecht und seinen dramatischen Folgen entgegengestellt, weil der Antisemitismus auch in Theologie und Kirche verwurzelt gewesen sei.

Christliches Hilfswerk

Ferner stellt Frank Clesle, der Leiter der Zentrale von Zedakah, die praktisch-diakonische Arbeit und ihre theologische Grundlage vor. Das christliche Hilfswerk unterhält in Schavei Zion ein Freizeitgästehaus und in Maalot ein Pflegeheim für jüdische Holocaust-Überlebende.

Am Montagnachmittag führt Christoph Timm, der Pforzheimer Denkmalpfleger und Johannes-Reuchlin-Beauftragte, im Rahmen einer Bus-Exkursion zu markanten Orten der jüdischen Geschichte in Pforzheim. Am Abend des Holocaust-Gedenktags (27. Januar) gibt es eine Veranstaltung im Spiegelsaal des Kurhauses in Bad Liebenzell, bei dem Michel aus dem jüdischen Leben der Menschen ihres Heimatortes, vom Massaker und von ihrer Pflege des Massengrabs berichtet.

Es ist möglich, die Tagung im Ganzen zu besuchen oder einzelne Programmpunkte. Tagungsort ist das Gästehaus Bethel, Talstraße 100, in Maisenbach-Zainen. Anmeldungen sind unter der Telefonnummer 07084/9 27 60 und unter der E-Mail-Adresse info@zedakah.de möglich.

Weitere Informationen: www.schuldekan-calw.de.

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