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Bad Liebenzell Wie wichtig Eintagsfliegen sind

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Fliegenfischer-Referent Gerhard Laible war beim Workshop in Bad Liebenzell im Gespräch mit Anglerin Kerstin Weiss. Weiss ist Geschäftsführerin der Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH. Foto: Zoller Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Liebenzell. Die Freizeit und Tourismus Bad Liebenzell GmbH (FTBL) hat zu einem Workshop zum Thema Fliegenfischerei eingeladen. Als Referenten waren Spezialisten und Weltmeister der Fliegenfischerei zu Gast.

Besonders beeindruckt war Bad Liebenzells Bürgermeister Dietmar Fischer von Peter Maihöfer. Der Spezialist für Insekten sprach in seinem Vortrag nicht nur über die große Insektenordnung von Eintags-, Stein- und Köcherfliegen, sondern faszinierte auch mit beeindruckendem Bildmaterial. "Insekten sind im Wesentlichen die Grundlage für die Nahrung von Fischen und Vögeln", so der passionierte Fliegenfischer, der seine Leidenschaft zum Wasser als Amateurfotograf mit der Kamera begleitet. In einer schier unendlichen Vielfalt dokumentierte er selbst nur wenigen Millimeter große Wasserinsekten und Eintagsfliegen in makelloser Schönheit in makroskopischen Vergrößerungen. Allerdings sei der Lebensraum dieser sensiblen Schönheiten durch ausgetragene Glyphosate aus der Landwirtschaft und die Zersiedelung der Landschaft in Gefahr.

"Es ist schön, zu sehen, wie begeistert die Teilnehmer des Workshops in Bad Liebenzell sind", freute sich Maihöfer, der bei seinem Lichtbildvortrag grandiose Farbbilder von lebenden Eintagsfliegen zeigte. Anders als bei Schmetterlingen und Bienen kümmere sich niemand um das Nischendasein dieser Tiere, deren Lebensraum und jahreszeitliches Erscheinen. Dabei seien gerade diese Insektengruppen für den Fliegenfischer und das Ökosystem der Gewässer unerlässlich. Nach Einschätzung des Weltbiodiversitätsrates drohen durch das massive Artensterben verstärkt ökologische und ökonomische Folgen.

Unerschöpfliches Thema

Tatsächlich gebe es bereits erhebliche Einbußen in der Insektenordnung. "Wir haben Insektenschwund und das entzieht den Fischen die Nahrungsgrundlage und den Lebensraum", so Maihöfer, der sich mit lebendigen Insekten beschäftigt und zeigt, wie die Tiere aussehen und wo sie leben. Für einen Fliegenfischer ein unerschöpfliches Thema, das Maihöfer mit der Präsentation seines aufwendigen Bildbandes krönte, den er erstmals in Bad Liebenzell vorstellte und damit genügend Vorlagen zur Verfügung stellt, um Angelfliegen zu binden.

Als Weltmeister im Fliegenbinden stand Christian Kuchelmeister seinem Vorredner in nichts nach. Wie kaum ein anderer ist er in der Lage, Insekten nachzubauen, die aussehen wie das Original. Rund 60 unterschiedliche Modelle hat der Referent aus Sigmaringen in seinem Repertoire parat. Er kennt Insekten auf der ganzen Welt und zeigte den Workshop-Teilnehmern aufwendige Bindearbeiten, um für jede Tageszeit und jedes Gewässer das "passende Insekt" als Kunstfliegen, Nym­pfe oder Streamer zu gestalten. Dazu ist der "Aufbau" einer Angelfliege immens wichtig. "Wir ahmen mit der Angelfliege bestimmte Insekten nach, die im Wasser vorkommen und von den Fischen gefressen werden", so Kuchelmeister. Er erklärte, wie künstliche Fliegen mit verschiedensten Materialien hergestellt werden.

Mit Gerhard Laible war ein badischer Profi zu Gast in Bad Liebenzell. In Fliegenfischerkreisen hat er seine vollendete Bindekunst bereits seit 1987 perfektioniert. Legendär sind seine "CDC Fliegen", die als Cul De Canard (CDC), wie der Name schon sagt, von der Ente abgeleitet sind und als Entenbürzelfliegen ihren Siegeszug rund um den Globus angetreten haben.

Die "Angelfliegen" bestehen überwiegend aus Daunenfedern, die sehr viel Sauerstoff umschließen und daher extrem schwimmfähig sind, weil sie sich perfekt an die Oberflächenspannung des Wassers anpassen. Diese Delikatesse ist für Fische ebenso wie bei Fliegenfischern populär. Und so entstanden unter fachmännischer Anleitung Schritt für Schritt bei jedem Teilnehmer CDC-Fliegen. Wichtig ist für Laible dabei aber nicht nur die Fischerei, sondern auch die Durchgängigkeit der Flüsse und der Erhalt von Biotopen, die den Lebensraum der Insekten darstellen. "Ohne Insekten bleibt für nachfolgende Generationen keine Chance natürlich heranwachsende Fische in unseren Gewässern zu fischen."

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