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Bad Liebenzell Vortrag über den Checkpoint Charlie

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Jutta Fleck protestierte lange am Checkpoint Charlie in Berlin. Foto: Gallus Foto: Schwarzwälder Bote

Bad Liebenzell. Am Samstag, 12. Oktober, findet um 19 Uhr ein anschaulicher Vortrag mit Jutta Fleck gemeinsam mit ihrer Tochter, Beate Gallus, im Parksaal des Bad Liebenzeller Bürgerzentrums statt.

Fleck, Trägerin des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Symbolfigur für den friedlichen Widerstand gegenüber der DDR-Diktatur, berichtet über ihre gescheiterte Flucht aus der DDR. Nach dem misslungenen Fluchtversuch 1982 mit ihren beiden Töchtern Claudia und Beate Gallus wurde Jutta Gallus zu drei Jahren Gefängnis wegen Republikflucht verurteilt. Ihre beiden Töchter wurden derweil in ein Kinderheim untergebracht.

Quälend lange in Haft

Verhöre, Drohungen und der Verlust der Familie quälten die Inhaftierte sehr. Der einzige Trost waren die Briefe ihrer Töchter, die mit liebevollen Zeichnungen versehen waren. So malte Beate Gallus unter anderem ein "MutMacher-Herz", das Liebe und Hoffnung in sich tragen und sie in der schwierigen Zeit stärken sollte. Doch der Staatssicherheitsdienst beschlagnahmte ihre Bilder. Das "MutMacher-Herz Mucki" fand somit auch seine Bestimmung im Sophi Park.

Nach 26 Monaten wird Gallus vom Westen freigekauft, doch ihre Kinder mussten im Osten bleiben. Die verzweifelte Mutter will ihre Kinder unbedingt "rüber" holen. Um auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen, protestierte sie täglich mit einem Plakat am Berliner Grenzübergang Checkpoint Charlie.

Leider brachte dies anfangs nur Ärger und weitere Drohungen mit sich, aufgrund derer sie um ihr Leben fürchten musste. Vier Jahre lang kämpfte Gallus weltweit um die Freilassung ihrer Töchter aus der DDR.

Am 25. Jahrestag der Berliner Mauer nutzte Gallus die Chance und appellierte vor gesamter Weltpresse mit den Worten "Keine großen Sprüche! Vier Jahre Trennung sind genug!" um die Freilassung ihrer Töchter.

Endlich setzte man sich auf höchster Ebene für ihr Schicksal ein. Seelisch und körperlich fast am Ende erhielt Jutta Fleck nun das erlösende Signal, dass ihre Töchter am 25. August 1988 ausreisen dürfen.

Die weltbekannte Lebensgeschichte von Fleck und Beate Gallus wurde als TV-Event Zweiteiler mit Veronica Ferres in der Hauptrolle verfilmt und erreichte mehr als zwölf Millionen Zuschauer.

Am Samstag, 12. Oktober, berichten die beiden Zeitzeuginnen mit Film-Dokumentationen und Berichten im Bad Liebenzeller Parksaal über ihre ereignisreiche Lebenszeit. Alle Interessenten sind hierzu gerne eingeladen.

Die Teilnahme ist kostenlos, jedoch wird um Spenden für das Internationale Forum Bad Liebenzell, das sich als politische Bildungsstätte mit Themen wie "Widerstand und Zivilcourage – gestern und heute" beschäftigt, inständig gebeten.

Weitere Informationen: www.bad-liebenzell.de

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