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Bad Liebenzell Verkehrszeichen stiften Verwirrung

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Wer in der Kirchstraße in Bad Liebenzell aus Richtung Schömberg kommt, muss bei Gegenverkehr mitunter auf den Gehweg ausweichen. Doch das Befahren des Gehweges ist verboten. Foto: Krokauer

Bad Liebenzell - Die Situation in der Kirchstraße in Bad Liebenzell ist für alle Verkehrsteilnehmer besonders verwirrend. Das Landratsamt Calw und die Stadt wollen jedoch für Abhilfe sorgen.

Wer an der Kirchstraße Richtung Schömberg fährt, kann die Strecke wegen parkender Fahrzeuge nicht überblicken. So passiert es des Öfteren, dass Verkehrsteilnehmer aus der Gegenrichtung auf den Gehweg ausweichen müssen, damit es nicht zum Zusammenstoß kommt. Fahrzeuge dürfen laut Straßenverkehrsordnung aber nicht auf einem Gehweg unterwegs sein.

Erschwerend kommt hinzu, dass Straßenschilder große Verwirrung stiften. So haben es drei Verkehrszeichen an einem Pfosten besonders in sich. Ein Schild weist darauf hin, dass an dieser Stelle ein eingeschränktes Halteverbot beginnt. Dort ist das Parken nicht erlaubt. Gleichzeitig weist aber ein anderes Verkehrszeichen darauf hin, dass an dieser Stelle das Parken auf dem Gehweg erlaubt ist. Ein glatter Widerspruch! Das dritte Verkehrszeichen bedeutet, dass die eingeschränkte Halteverbotszone aufgehoben wird. Doch das angebrachte Schild kommt in der amtlichen Liste der Verkehrsschilder gar nicht vor, weil das Wort "Zone" fehlt, wie Joachim Zwirner, Leiter des Referats Verkehr im Polizeipräsidium Karlsruhe, auf Nachfrage des Schwarzwälder Boten deutlich macht.

Und was gilt jetzt? "Man darf parken", stellt Zwirner angesichts der Situation klar. Hinzu kommt, dass das Schild mit dem eingeschränkten Halteverbot teilweise zugeklebt und schon ziemlich verblasst ist. Gerade die Farbe Rot sei sehr empfindlich, gibt Zwirner zu bedenken. Auch in diesem Schild kommt diese Farbe vor. Verkehrszeichen mit dieser Farbe sollten nach sechs bis acht Jahren ausgetauscht werden, mahnt Zwirner, zumal sie in der Nacht auch ausreichend reflektieren sollten. Ein Blick hinter das Schild verrät, dass die Tafel mit dem Zeichen für das eingeschränkten Halteverbot bereits 23 Jahre alt ist. Darüber hinaus sollte es größer sein, findet Zwirner.

Außerdem fragt sich der Polizeibeamte, wie das Schild, das es in der Liste der Verkehrszeichen gar nicht gibt, überhaupt dorthin kam. Es ist inzwischen stolze 30 Jahre alt. Das Zeichen, das das Parken erlaubt, ist an dieser Stelle sogar schon seit 31 Jahren. Höchste Zeit also, sie auszutauschen, findet Zwirner. "Neue Schilder werden besser beachtet", gibt der Polizeibeamte zu bedenken. Er schlägt vor, die bisherigen drei Schilder durch ein einziges neues zu ersetzen, das auf ein eingeschränktes Halteverbot hinweist. Der Schilderwald würde gelichtet und die Verwirrung hätte ein Ende.

Für alte Verkehrsschilder gibt es sogar einen Markt. In Karlsruhe würden sie auf einem Flohmarkt verkauft, so Zwirner. Das eingenommene Geld werde für einen guten Zweck gespendet. Dadurch spare sich die Fächerstadt die Entsorgungskosten und weniger neue Schilder würden gestohlen, gibt Zwirner zu bedenken.

Übrigens: Das Einzeichnen von Parkplätzen mit weißer Farbe an bestimmten Stellen ist unerheblich, macht Zwirner deutlich. Entscheidend seien allein die Verkehrszeichen.

Anja Härtel, Pressesprecherin des Landratsamtes Calw, teilte auf Anfrage des Schwarzwälder Boten mit, dass Mitarbeiter der Straßenmeisterei Calw in Abstimmung mit der Abteilung Ordnung und Verkehr des Landratsamtes die Gesamtsituation vor Ort zeitnah überprüfen würden. Anschließend soll die Situation verbessert werden.

Bürgermeister will mehr Parkraum schaffen

Das bestätigte auch Bad Liebenzells Bürgermeister Dietmar Fischer. Nach seinen Worten soll das Ganze überarbeitet werden. Darüber hinaus will Fischer die Verkehrssicherheit erhöhen. Schließlich befindet sich in der Kirchstraße der Kindergarten Marienstift.

Der Bürgermeister möchte ohnehin generell mehr Parkraum in der Stadt schaffen, zum Beispiel durch ein Parkhaus. Dafür soll die Kommune Geld verlangen. Damit will Fischer die Ärzteschaft, die Gastronomie, den Handel und das Gewerbe unterstützen. "Die notwendigen Maßnahmen werden im Gemeinderat diskutiert", so Fischer. Auch die erforderlichen Gutachten würden erstellt. Anschließend werde das Ganze im Gemeinderat diskutiert. "Dann muss das Gremium sagen, was es will."

Der Wald leidet wegen des Klimawandels. Der ganze Wald? Nein! Deutschlands Schilderwald kann der Klimawandel nichts anhaben. Ein Beispiel ist die Kirchstraße in Bad Liebenzell. Dort sind an einem Pfosten drei Verkehrszeichen angebracht. Das Besondere: Ein Schild weist auf ein eingeschränktes Halteverbot hin. Ein anderes zeigt, dass die eingeschränkte Halteverbotszone endet – allerdings gibt es dieses Schild in der Liste der Verkehrszeichen gar nicht. Das dritte Schild zeigt, dass Parken erlaubt ist. Zwei sich widersprechende Schilder und ein drittes, das es nicht gibt. Preisfrage: Darf dort geparkt werden? Das wäre doch eine Herausforderung bei jeder Führerscheinprüfung. Antwort: Man darf dort sein Fahrzeug abstellen. Ach ja, der Schilderwald in der Kirchstraße soll durchsichtiger werden. Das wäre gut fürs Klima bei den Verkehrsteilnehmern.

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