Unterhaugstett leidet unter einer stark befahrenen Ortsdurchfahrt. Foto: Eitel

Eltern haben Angst um Kinder. Geschwindigkeitsbegrenzung und zwei Blitzer werden vorgeschlagen.

Bad Liebenzell-Unterhaug­stett - Im Bad Liebenzeller Stadtteil Unterhaugstett hat sich eine "Interessengemeinschaft Verkehrssicherheit" formiert. Sie fordert die Verkehrsberuhigung der Ortsdurchfahrt.

Die viel befahrene Landstraße L 343 ist eine wichtige West-Ost-Verbindung zwischen dem nördlichen Schwarzwald und den Ballungsräumen des Mittleren Neckars. Sie wurde deshalb als Stuttgarter Straße benannt, war aber wegen der Verkehrsdichte und der Lärmbelästigung schon immer ein Dorn im Auge der Unterhaugstetter.

Schon 1960 begründete der damalige Bürgermeister Gottlob Rau den dringenden Bedarf für eine neue Schule mit dem Argument, in den Klassenräumen im alten Rathaus sei wegen des Verkehrslärmes kein Unterricht mehr möglich.

Verschärfte Situation durch mehr Pendler und neues Gewerbegebiet

Fünf Jahre danach stellte der damalige Büttel den Ausruf der neusten Nachrichten ein, weil er vom Verkehrslärm übertönt wurde. Eine starke Zunahme des Pendelverkehrs und das neue Gewerbegebiet verschärfen die Situation weiter, was auch in jüngster Zeit zunehmend zu Klagen führte. So verließen im Juli des vergangenen Jahres aufgebrachte Anrainer unter Protest eine vom Ortschaftsrat einberufene Bürgerversammlung. Bürgermeister Dietmar Fischer hatte damals darauf hingewiesen, dass die Probleme eine Sache des Landratsamtes seien. Er wolle sich jedoch für eine Verbesserung einsetzen und sagte die Aufstellung von Geschwindigkeitsanzeigern zu. Das ist geschehen, hat aber die Lage nur geringfügig verbessert.

Klagen von Einzelpersonen gab es schon immer, sie verliefen jedoch im Sand, erzählt Matthias Erlenmayer. Deshalb hat er in Abstimmung mit dem Ortschaftsrat eine Gemeinschaftsaktion gestartet, eine Interessengemeinschaft ins Leben gerufen und 200 Unterschriften gesammelt. In einem Schreiben, das er über die Stadt an das Landratsamt sandte, schilderte er die Notlage: Da wird gerast, gehupt und überholt. Die Messinstrumente würden Geschwindigkeiten von 65 bis zu 90 Kilometern pro Stunde anzeigen, beklagt er sich.

Viele Eltern haben Angst um ihre Kinder, vor allem in Nähe der Schule

Die Fahrzeuge seien so schnell unterwegs, dass sie häufig auch vor Zebrastreifen nur knapp anhalten könnten. Das sei lebensgefährlich, wird eine Fußgängerin zitiert. Sei spricht stellvertretend für viele Eltern, die Angst um ihre Kinder haben.

Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge sei so hoch, dass insbesondere auch auf den Schulwegen eine starke Sogwirkung entstehe, beschreibt Erlenmayer die eklatante Gefahr für Kinder auf dem Schulweg. Im Namen der Interessengemeinschaft schlägt Erlenmayer deshalb eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 Kilometer pro Stunde sowie die Aufstellung von zwei Blitzern vor. Wie in vielen anderen Orten könne dies positive Auswirkung auf Verkehrsberuhigung und Unfallgefahr haben.