Kurstadt jetzt Standort der überregionalen Wanderführerausbildung / Interessen verändern sich ständig

Von Wolfram Eitel

Bad Liebenzell. Die Bad Liebenzeller Ortsgruppe des Schwarzwaldvereines bietet künftig überregionale Ausbildungsgänge der Heimat- und Wanderakademie der Wandervereine an.

Nach dem Umzug in das alte Notariatsgebäude stehen der Ortsgruppe genügend Räume zur Verfügung, um sich als Ausbildungsstandort zu empfehlen. Erstmals fand in der Kur- und Badestadt nun ein neuntägiger Lehrgang für 15 angehende Wanderführer statt. Die Teilnehmer kamen aus ganz Deutschland und waren im Waldhotel Post untergebracht. Alle bestanden ihre Abschlussprüfung und nahmen aus den Händen von Lehrgangsleiter Günther Henning von der Heimat- und Wanderakademie ihre Zertifizierung entgegen.

Die modernen Lehrinhalte sind anspruchsvoll. Es geht nicht mehr allein um Wegeauszeichnungen und Pflege eines großen Wandernetzes. Oben auf der Liste der Lehrinhalte steht zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den Tourismusorganisationen.

Bei der Vermarktung etwaiger Wanderangebote sind die Wandervereine als Partner der Tourismuszentren gefordert. Auch die Interessen der Wanderer verändern sich permanent. Neue Gruppen müssen angesprochen und betreut werden. So besteht ein gesteigerter Wissensbedarf an kulturellen, geschichtlichen und landschaftsbezogenen Informationen und an gesundheitsorientierten Aspekten.

Neben der fachlichen Fülle der Lehrpläne bilden die Methoden der Wissensvermittlung und der Führung von Gruppen einen Schwerpunkt in der Ausbildung.

Ziemlich neu ist die Berücksichtigung von Wanderfreunden mit Behinderungen. "Wandern mit Handicap" war eine überregionale Fortbil-dungsmaßnahme im neuen Domizil der Bad Liebenzeller Ortsgruppe vor wenigen Tagen überschrieben. Dort liegen aus der langjährigen Wanderbetreuung von Gästen des ehemaligen Blindenerholungsheimes Erfahrungen vor. Wie Vorstandsfrau Ursula Odinius von der Ortsgruppe berichtet, kommen auch heute noch jährlich blinde und stark sehbehinderte Wanderer in die Kurstadt. Nicht zuletzt sind die mehr als 30 eigenen Wanderführer der Ortsgruppe in der Nutzung technischer Hilfsmittel auf der Höhe der Zeit. Sie wurden dieses Jahr im Rahmen von drei Lehrgängen in die Nutzung des satelliten-gestützten Navigationsystems GPS sowie im Umgang mit digitalen Wanderkarten geschult.

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