Susanne Santos aus Unterhaugstett kocht in der Fernsehsendung "Das perfekte Dinner". Foto: TVNOW/ITV Studios

Kandidatin aus Unterhaugstett zieht positive Bilanz: "Eine Highlightwoche im Leben."

Bad Liebenzell-Unterhaug­stett - Das Kochen hat Susanne Santos schon immer Spaß gemacht. Nur war sie in ihrer Küche bisher meistens alleine Zugange. Bisher. Für die TV-Sendung "Das perfekte Dinner" nahm sie nun ein Kamerateam sowie vier weitere Hobby-Köche mit in ihr Reich. Am Mittwoch, 4. März, ab 19 Uhr wird "ihre" Folge bei VOX zu sehen sein.

Jeden Abend schaut Santos aus Unterhaugstett gemeinsam mit ihrem Ehemann die Sendung "Das perfekte Dinner" an. Das gehöre zur festen Routine, erzählt sie im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Klar, dass eine der drei Töchter irgendwann auf die Idee kam, dass ihre Mutter doch einmal selbst daran teilnehmen könnte. Immerhin kocht Santos schon gerne, seit sie ein Teenager war. Und darum geht es ja in der Show.

Bei "Das perfekte Dinner" treten jede Woche fünf Hobby-Köche gegeneinander an. An jedem Wochentag lädt ein anderer Teilnehmer seine Mitstreiter zu sich nach Hause ein und kocht für sie ein Menü. Dieses wird bewertet und wer am Ende der Woche die meisten Punkte abgesahnt hat, gewinnt.

Während andere Bewerber sich monatelang auf das TV-Projekt vorbereiten, ist Santos mehr "hineingeschlittert", wie sie selbst sagt. Ihre Tochter schrieb eine E-Mail an den Sender und dieser reagierte sofort. Das Timing hätte nicht besser sein können: Nachdem in den vergangenen Monaten keine der Sendungen in der Region Stuttgart gedreht worden war, waren die Macher im November wieder in der Gegend auf der Suche – gerade zu dem Zeitpunkt, als die ­E-Mail von Santos’ Tochter eintraf. Was folgte waren das Anmelden auf dem Online-Portal, ein zweieinhalbstündiges Telefonat mit einem Vertreter der Produktion und ein Besuch des Kamerateams. Das alles innerhalb weniger Tage. "Ich war total überfahren", gibt Santos schmunzelnd zu. Zumal sie kurz danach nach Ägypten flog und dort von der Zusage erfuhr. Erst eine Woche vor Drehbeginn im November kam sie zurück nach Hause.

Hobby-Köchin möchte ein vielseitiges Menü zubereiten

"Ich habe wild Sachen bestellt", erinnert sich Santos. Dekoration, Geschenke für die Gäste, zusätzliches Geschirr und vieles mehr. Drei Tage lang sei sie nur am Einkaufen gewesen. "Ich habe ein Vermögen ausgegeben." Erst dann widmete Santos sich der alles entscheidenden Frage: Was soll sie kochen? Trüffel kamen ihr sofort in den Sinn. "Obwohl ich noch nie Trüffel zubereitet habe", schmunzelt sie. "Aber wann macht man das denn sonst mal?" Dazu sollte es Rinderfiletsteak sein. Santos probierte einige Dinge aus – mehr oder weniger erfolgreich, wie sie zugibt. Schlussendlich kam der Hobby-Köchin ihr finaler Plan in den Sinn: Sie will "ihr Leben kochen".

Die Unterhaugstetterin ist schon viel herumgekommen. So hat sie zwei Jahre lang mit ihrem Mann und ihren damals noch drei Kindern in Brasilien gelebt, später drei Jahre lang in den USA. In Portugal, woher Santos’ Ehemann stammt, besitzt die Familie ein Ferienhaus. Was das für die Kulinarik bedeutet, dürfte klar sein: Ihr Menü soll portugiesische, brasilianische, amerikanische sowie schwäbische Komponenten enthalten.

Das sah dann folgendermaßen aus: Als Aperitif servierte Santos Cranberry-Gin mit brasilianischen Käsebällchen. Zur Vorspeise stand portugiesischer Tintenfischsalat (Polvo), Scampi mit einer amerikanischen Soße und Feldsalat mit Orangenfilet sowie Pekannüssen auf dem Tisch. Hauptgang waren besagte Rinderfiletsteaks mit Trüffel, Spätzle und Cranberrysoße. Zum Nachtisch reichte Santos ihren Gästen Schokosahne, New Yorker Cheesecake, filetierte Orangen in Cointreau, Orangenmousse und eine brasilianische Praline – alles selbst gemacht, versteht sich.

Auf einer Tafel, die ihre Tochter auf dem Tisch dekorierte, waren die Speisen lediglich stichwortartig aufgeführt. Auf der Rückseite stand ein Zitat aus dem Film "Forrest Gump": "Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man kriegt." "Mir ist in meinem Leben auch viel Überraschendes passiert", erklärt Santos. Einschließlich der Teilnahme bei "Das perfekte Dinner".

Als sie am ersten Drehtag auf dem Sofa des ersten Kandidaten saß, habe sie sich einen Moment lang gefragt: "Oh Gott, was habe ich da schon wieder gemacht?", erzählt Santos. "Aber dann habe ich gedacht: Das gehört jetzt zu meinem Leben. Es sollte so sein." Abschließend ist die Teilnehmerin sogar sicher: "Es war eine Highlightwoche in meinem Leben."

Mitstreiter wollen sich zu den Ausstrahlungen treffen

Wenn die Tage mitunter auch lang waren. Die Drehtage begannen gegen 14 Uhr und endeten erst gegen 3 Uhr nachts. Der "eigene" Kochtag startete sogar schon um 9 Uhr morgens. Viel Zeit für Schlaf blieb da nicht. "Aber man ist so voller Adrenalin, dass man es kaum merkt."

Etwas aufgeregt ist sie auch jetzt, da die Ausstrahlung der Folge, in der sie die Hauptperson ist, kurz bevorsteht. Santos selbst sieht die Folge dann zum ersten Mal – wenn sie das Ergebnis des Wettbewerbs auch schon kennt. Dazu hat sie sich mit einigen ihrer ehemaligen Dinner-Mitstreitern zusammengetan: "Wir haben eine WhatsApp-Gruppe und stehen immer noch in Kontakt", erzählt sie. Zur Ausstrahlung treffen sie sich abends bei dem- oder derjenigen, die an dem jeweiligen Abend dran ist. "Wir sind uns einig, dass wir die beste Gruppe seit Jahren waren", bekräftigt Santos. Natürlich mussten sie trotz aller Harmonie das Essen der anderen objektiv bewerten – und mitunter kritisieren. "Aber wir waren nicht so motzig wie die Kandidaten in anderen Wochen."

Kurzum: Santos würde sofort wieder bei dem Format mitmachen. "Wir waren alle richtig traurig, als es vorbei war", meint sie. "Am liebsten hätte ich gleich montags wieder weitergemacht", lacht sie.

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