Für die Nutzung der Aussegnungshalle auf dem Waldfriedhof fallen nochmals zusätzliche Gebühren an. Foto: Eitel

Für Bestattungen fallen höhere Gebühren an. Sätze steigen am 1. September zwischen 24 und 30 Prozent.

Bad Liebenzell - In Anbetracht gestiegener Kosten beschloss der Bad Liebenzeller Gemeinderat eine Anpassung der Bestattungsgebühren ab 1. September des Jahres.

"Umsonst ist der Tod", heißt es in einer alten Redensart. Aber das stimmt schon lange nicht mehr. Denn für die Bestattung und die Gräbernutzung verlangen auch die Kommunen ihren Obolus. So auch die Kur- und Bäderstadt.

Seit den letzten Abpassungen der Bestattungsgebühren sind sieben Jahre ins Land gegangen. Grund genug, die geltende Kosten- und Gebührenlage durch ein neutrales Beratungsinstitut begutachten und durchkalkulieren zu lassen. Auch Bestattungsgebühren müssen nämlich so weit wie irgendwie möglich die nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen ermittelten Kosten der Grablegung zu 100 Prozent abdecken.

Die vorgesetzten Dienststellen der Kommunen und die Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) überwachen insoweit genau, dass die entstehenden Bestattungskosten in vollem Umfang der Nutzer trägt, damit keine Subventionierungen aus Steuermitteln stattfinden. Das beauftragte Institut stellte in einer Nachkalkulation fest, dass die Stadt zwischen 2008 und 2011 mit den berechneten Gebühren im Schnitt nur einen Deckungsgrad von 49 Prozent erreichte. In dem untersuchten Zeitraum mussten demzufolge durchschnittlich 125 000 Euro pro Jahr aus allgemeinen Haushaltsmitteln abgedeckt werden. Insgesamt ein Verlustgeschäft von 500 000 Euro.

Die Stadt verzichtet zwangsläufig auf einen nachträglichen Ausgleich, gestaltet jedoch die Tarife für die nächsten Jahre nach den verbindlichen Vorschriften der Gemeindeprüfungsanstalt. Ab 1. September steigen die Gebühren deshalb je nach Bestattungsart zwischen 24 und 30 Prozent. Für die Bestattung in einem Normalgrab fallen dann einschließlich Nutzung der Aussegnungshalle und des Aufbewahrungsraumes 2800 Euro anstatt wie bisher 2140 Euro an. Für ein Urnenreihengrab steigen die Gebühren von 1 092 auf 1360 Euro, und bei der Urnenbestattung im neuen Gemeinschaftsgrabfeld erhöhen sich die Gebühren von 440 auf 550 Euro. "Kostenrenner" dabei sind die von 40 auf 20 Jahre verkürzten Nutzungsrechte, denen die dadurch entstehenden höheren Jahresbeiträge angelastet werden. Und dabei handelt es sich sogar nur um eine abgefederte Steigerungsvariante, weil man den betroffenen Bürgern die tatsächliche Steigerung nicht auf einen Schlag zumuten wollte.

Ab 1. August 2014 muss nämlich für Normalgräber und Urnenreihengräber nochmals mit einer Erhöhung von zusätzlich elf beziehungsweise 22 Prozent gerechnet werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: