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Bad Liebenzell Stadt möchte Klima-Experten anstellen

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Klimaaktiv nennt sich Bad Liebenzell – jetzt soll die Anstellung eines Klimaschutzmanagers folgen.Foto: Biermayer Foto: Schwarzwälder Bote

Bekommt Bad Liebenzell einen Klimaschutzmanager? Wenn es nach der Stadtverwaltung geht: ja. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellten deshalb Experten des Landratsamtes die Arbeitsschritte zu diesem Ziel vor und beantworteten Fragen.

Bad Liebenzell. Beim Klimaschutz geht es ja eigentlich stets ums große Ganze. Aber um das zu erreichen, sind viele kleine Schritte notwendig. So kann jede Kommune ihren Beitrag leisten. Deshalb gibt es in Bad Liebenzell die Überlegung, einen eigenen Klimaschutzmanager einzustellen.

Eine solche Stelle benötigt jedoch selbstverständlich finanzielle Mittel. "Es gibt aber einige Fördermöglichkeiten", erklärte Sandra Hinke vom Landratsamt den Gemeinderäten. Der Projektträger Jülich (PtJ) übernehme beispielsweise 65 Prozent dieser Kosten für die ersten 24 Monate. Die Stadt müsse in diesem Zeitraum lediglich 17 000 Euro selbst beisteuern, wenn man der Modellrechnung Hinkes folgt.

Beschreibung von Zielen und Zeiträumen nötig

Nur sei es sehr zeitaufwendig, solche Fördermittel zu bekommen. Denn der PtJ wolle für ein solches Erstvorhaben einen detaillierten Plan. Erstellen müsse die Stadt zum einen einen Arbeitsplan. In ihm sei eine genaue Benennung der geplanten Tätigkeiten nötig. Es bedürfe hier einer tagesbezogenen Auflistung.

Zum anderen müsse ein Erfolgskontrollplan vorgelegt werden. Eine detaillierte Beschreibung der Ziele und der Zeiträume, in welchen diese erreicht werden sollen, sei hier wichtig. Außerdem fordere der PtJ eine Kostenaufstellung sowie die Erstellung eines Konzepts für Tätigkeiten nach dem Förderungszeitraum.

"All diese Vorbereitungen sind sehr zeitintensiv", meinte Hinke. Bei der Besetzung der Klimaschutzmanagerstelle im Kreis Calw seien von der Erarbeitung des Konzepts bis schließlich zur Einstellung rund zweieinhalb Jahre vergangen. "Aber aufgrund dieser Erfahrung kann der Landkreis Calw den Kommunen eine Hilfestellung geben", so Hinke. Man könne hier auch auf ein Netzwerk der Klimaschutzmanager im Kreis zurückgreifen.

Gerade was die Beantragung von Fördermitteln oder die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes gehe, stehe das Landratsamt den Gemeinden zur Seite. Zu einem solchen Konzept gehörten Pläne zu Energie- und CO2-Effizienz, konkrete CO2-Minderungsziele, ein Plan zur Akteursbeteiligung und eine sogenannte "Verfestigungsstrategie". Unter letzterem versteht man, wie sich die Maßnahmen langfristig durchsetzten und von allen Beteiligten angenommen werden.

Schon ein Stück weitergekommen

"Wir arbeiten bei diesen Schritten schon mit dem Bauamt der Stadt Bad Liebenzell zusammen", erzählte Hinke. Man sei bei der Erstellung der Pläne und Förderanträge schon ein Stück weitergekommen. Hinke informierte zudem über weitere Fördermöglichkeiten für weitere einzelne Projekte.

Ihr Kollege Elias Weigel, Klimaschutzmanager beim Kreis Calw, war ebenfalls bei der Sitzung des Gemeinderats. Er erklärte den konkreten Arbeitsalltag. So stellte Weigel Projekte vor, welche er im Kreis mit vorantreibe. Es gebe Workshops für Unternehmer zum Thema Energieeffizienz, ein Netzwerk zur Photovoltaik oder Maßnahmen wie das Recup-Programm.

Ein Klimaschutzmanager könne auch gleich zu Beginn wirkungsvoll tätig werden. Workshops und Schulbesuche seien hier Möglichkeiten. Auch Hausmeisterschulungen, damit diese sich mit der neuen Energietechnik vertraut machen können, gehörten dazu.

Eine wichtige Tätigkeit sei aber darüber hinaus die Kommunikation. Nur wenn diese richtig geschehe, würden Konzepte und Maßnahmen von der Bevölkerung angenommen.

"Der Klimawandel ist da und wird eine große Herausforderung", so Weigel. Deshalb brauche man Experten wie Klimaschutzmanager. Dieser koste eine Stadt auch nicht bloß Geld. Er bringe ebenso wieder welches rein und zwar in Form von Fördergeldern für Klimaschutzprojekte. Es sei also eine lohnende Investition.

Volker Kliewer (Unabhängige Liste) wollte wissen, ob es wirklich notwendig ist, dass jede Gemeinde ihren eigenen Klimaschutzmanager brauche. Für ihn sei es logisch mit anderen Gemeinden zusammenzuarbeiten. So spare man Kosten. Auch an dem großen bürokratischen Aufwand störte er sich. Weigel meinte eine Zusammenarbeit der Gemeinden sei möglich, würde das Prozedere aber noch verkomplizieren.

Katrin Heeskens (UL) wollte von der Stadt Informationen zum Zeitplan haben. Rainer Becht vom Bauamt sagte, er strebe noch eine Beschlussfassung vor der Sommerpause an.

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