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Bad Liebenzell Sie ist allen Kontinenten verbreitet

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Bernd Brandl sprach über die Anfänge der Liebenzeller Mission. Foto: Pfrommer Foto: Schwarzwälder Bote

"120 Jahre Liebenzeller Mission – das ist 120 Jahre gelebte Nächstenliebe, Verkündigung des Evangeliums und Hilfe für Arme." Das sagte der Sozialdezernent des Landkreises Calw, Norbert Weiser, vor 600 Gästen bei der Jubiläumsfeier anlässlich der Gründung des Werkes im November 1899.

Bad Liebenzell. Er dankte dabei den Mitarbeitern auch für den Einsatz in der Flüchtlingshilfe durch die "Hoffnungshäuser" in Bad Liebenzell.

In seinem Vortrag "120 Jahre Liebenzeller Mission – Wurzeln und Flügel" erinnerte Bernd Brandl, Professor für Kirchen- und Missionsgeschichte an der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL), an die geistlichen Wurzeln der Liebenzeller Mission. Die Gründung sei auf den Engländer James Hudson Taylor (1832-1905) zurückzuführen. Auf dessen Wunsch hin gründete Pfarrer Heinrich Coerper (1863-1936) in Hamburg 1899 einen deutschen Zweig der von Taylor ins Leben gerufenen China-Inland-Mission. 1902 siedelte man in den Schwarzwald über und nahm den Namen "Liebenzeller Mission" an. Dabei sei die Liebenzeller Mission ein Kind der sogenannten Glaubensmissionsbewegung. Deren besonderes Finanzierungssystem – das Verlassen ganz auf Gottes Versorgung – machten diese auch zu einer Gebetsbewegung. Taylor wollte zudem, wie Coerper, alle Christen für die Mission mobilisieren, nicht nur ordinierte Theologen, sondern ebenso Frauen, unverheiratete und verheiratete. Sie galten als vollwertige Missionare. Das sei damals revolutionär gewesen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Liebenzeller Mission aus einer nur in Asien wirkenden Mission zu einer weltweit, in allen Kontinenten vertretenen internationalen Organisation heran. Heute ist die Liebenzeller Mission eine der größten evangelischen Missionsgesellschaften in Deutschland mit 230 Missionaren in 23 Ländern.

Stunden-Bethaus eingerichtet

Brandl erinnerte daran, dass in der Grundsteinlegung des Missionshauses 1906 der Satz festgehalten wurde: "Dies Haus soll ein Bethaus sein." Dabei sei schon immer auf dem Missionsberg viel gebetet worden, vor allem auch durch die Missionsschwestern: "Das ist eine Tradition, die zukunftsfähig ist. Sie muss neu gestärkt werden."

Direktor Pfarrer Johannes Luithle wies darauf hin, dass man anlässlich des 120. Geburtstages des Werkes ein 24-Stunden-Bethaus im Missionshaus eröffnet habe und an die alten Wurzeln anknüpfen wolle. Dieser Gebetsraum wurde liebevoll eingerichtet und kann rund um die Uhr aufgesucht werden.

Im Vorfeld der Feierlichkeiten beteten Mitarbeiter, Studenten und Missionsfreunde 120 Stunden in dem Raum für die Anliegen der Mission. Dabei erinnerte jede Gebetsstunde an Ereignisse aus einem der zurückliegenden 120 Jahre, die sowohl für die Mission als auch für die Welt bedeutsam waren, heißt es in einer Pressemitteilung der Liebenzeller Mission.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Hans-Joachim Fuchtel, sagte in einem Video-Grußwort, dass die Gesellschaft Menschen brauche, die Gottes Wort weitergeben. Er habe größten Respekt für die Arbeit der Missionare.

Der Bürgermeister von Bad Liebenzell, Dietmar Fischer, wie auch der evangelische Pfarrer Dieter Lohrmann dankten für das gute Miteinander. Das Werk bereichere die Kurstadt.

Der Rektor der IHL, Volker Gäckle, betonte, dass Missionsgesellschaften verstärkt begründen müssten, warum es ein Menschenrecht ist, von Jesus Christus, dem Erlöser der Welt, zu hören. Dabei verwies er auf die dramatischen Veränderungen des christlichen Lebens in Deutschland: Die Kirchen verlieren laut einer Prognose in den nächsten 40 Jahren rund die Hälfte ihrer Mitglieder. Deutschland sei zu einem Missionsland geworden. Es gelte ferner, das Evangelium in die digitale Welt zu tragen. Dabei sei er zuversichtlich, dass Gottes Wort Zukunft habe: "Gott weist den Weg."

Studenten der IHL und der Interkulturellen Theologischen Akademie gestalteten musikalisch die Feier.

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