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Bad Liebenzell Schutzausrüstung: Angst vor Engpass

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Die Celenus Klinik in Schömberg hat keine Intensivbetten. Foto: Schwarzwälder Bote

Die Kliniken in Schömberg und Bad Liebenzell müssen sich wegen des Coronavirus auf eine neue Situation einstellen. Sie werden vor allem die Akutkliniken unterstützen.

Schömberg/Bad Liebenzell. Das Paracelsus-Krankenhaus in Unterlengenhardt mit 65 Betten ist eine Klinik für Innere Medizin. Das Haus kann im IMC-Bereich bis sechs Betten aufstocken und bei Bedarf zur Verfügung stellen, teilt die Klinikleitung schriftlich auf Nachfrage mit. Mathias Sauer und Thomas Breitkreuz sind Leitende Ärzte des Krankenhauses. Yong-Chul Singer-Bayrle leitet den Pflegedienst. Träger des Krankenhauses ist ein Verein. Sauer und Singer-Bayrle sind Vorstände des Trägervereins. ICM ist die Abkürzung für den englischen Ausdruck Intermediate Care. Der IMC-Bereich sei keine Intensivstation, so Singer-Bayrle. Die Patienten würden am Monitor überwacht, erläutert er. "Für Covid-19-Patienten können wir 30 Betten zur Verfügung stellen", schreibt die Klinikleitung per E-Mail. Kranke dürften derzeit nicht besucht werden. Eine Ausnahme seien sterbende Patienten. Schutzausrüstung wie Handschuhe und Gesichtsschutz sei ausreichend vorhanden. "Urlaube können nach Absprache genommen werden, allerdings mit der Option, bei Bedarf aus dem Urlaub zurückgeholt werden zu können", so die Klinikleitung.

Besuche sind derzeit verboten

Das Reha-Zentrum Schömberg, Klinik Schwarzwald, ist eine Klinik der Deutschen Rentenversicherung Bund mit 244 Betten. "Nach Aufnahmestopp am 13. März befinden sich derzeit noch 60 Patienten im Haus und das Haus wird Ostern leer sein, sofern keine neuen Patienten kommen", teilte Tanja Mahel von der Pressestelle der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin per E-Mail mit. Auf diese Weise seien die Patienten in "Gruppenquarantäne" gewesen, so Mahel. Aufgrund drohender Ausgangssperren und die Reduzierung des öffentlichen Personennahverkehrs seien die Patienten großzügig entlassen worden. Das habe auch für Risikopatienten gegolten, bei denen eine "Einzelisolation zu Hause" besser sei als ein Verbleib im Reha-Zentrum.

Die Tests auf Corona bei Verdachtsfällen seien negativ gewesen, teilte Mahel mit. Nach dem gegenwärtigen Stand könnten bis zu 100 leicht erkrankte Patienten sowie solche, die den Infekt bereits hinter sich hätten, aufgenommen werden. Es gebe Überlegungen, diese Kapazität zu erhöhen. Im laufenden Betrieb müssten die Abstandsregeln von eineinhalb Metern eingehalten und Vorträge in Kleinstgruppen abgehalten werden. Dadurch sei ein Betrieb mit 100 Patienten möglich. Schwimmbad und Sauna seien geschlossen. Aus Schutzgründen werde auf Therapien mit intensivem Körperkontakt verzichtet. Gruppentherapien gebe es mit dem vorgeschriebenen Abstand von eineinhalb Metern bevorzugt draußen. Dabei sei die Größe der Gruppe eingeschränkt, eine erfolgreiche Therapie aber dennoch möglich. Die Patienten und Mitarbeiter würden täglich über die Corona-Lage vor Ort informiert sowie auf die Regeln von "Hustenetikette", Händehygiene, Abstand und Vermeidung unnötiger Kontakte hingewiesen. "Zusätzliche Händedesinfektionsmöglichkeiten sind aufgestellt. Die Bestuhlung ist so geändert worden, dass mindestens eineinhalb Meter Abstand voneinander eingehalten werden, auch beim Essen", schrieb Mahel.

"Wir haben die Belegung heruntergefahren", sagte Michael Remmler, Verwaltungsleiter der Kinderklinik Schömberg. Nach seinen Worten gebe es auch keine Neuaufnahmen, außer wenn es medizinisch notwendig sei. Die Kinderklinik werde gegebenenfalls Patienten aufnehmen, wenn Akutkliniken Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten benötigten. Sein Haus könne rund 20 Betten zur Verfügung stellen. Dabei spreche man sich mit dem Landratsamt in Calw ab, so Remmler. Die Kinderklinik Schömberg hat 62 Betten. Kopfzerbrechen bereitet Remmler aber noch etwas anderes: "Alle Kliniken haben Probleme, genügend Schutzausrüstung zu beschaffen." Derzeit reiche es noch.

Auf dieses Problem macht auch Renate Iffland aufmerksam. Sie ist Leiterin der Unternehmenskommunikation bei der Caritas Trägergesellschaft Saarbrücken (cts). Zur Gesellschaft gehört auch die Reha-Klinik auf dem Schlossberg in Bad Liebenzell mit 130 Betten. Die Rehakliniken stellten Kapazitäten zur Verfügung, um die Akutkrankenhäuser zu entlasten, so Iffland. Dabei stimme sich die cts eng mit dem Landkreis Calw ab. Die Trägergesellschaft habe einen Krisenstab gebildet, der sich täglich treffe. Besuche in den Krankenhäusern seien ab sofort verboten. "Es wird nur das Notwendigste gemacht", sagte Iffland. Stand Freitagnachmittag sei weder ein Patient noch ein Mitarbeiter der cts Klinik Schlossberg in Bad Liebenzell positiv auf Corona getestet worden, teilte sie mit.

"Wir sind grundsätzlich bereit zu helfen", sagte Patrick Zander von der Celenus Klinik in Schömberg. Er ist Klinikdirektor in der Einrichtung, die als psychosomatische Rehaklinik keine Intensivbetten hat. Es komme auf den Bedarf an, so Zander.

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