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Bad Liebenzell Schon Steiner riet vom Anbau neuer Züchtungen ab

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Heidi Franzke entfaltete in ihrem Vortrag beim ersten Ulmenhof-Forum Unterlengenhardt das Innenleben einer Getreidepflanze. Foto: Fisel Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Andrea Fisel

Bad Liebenzell-Unterlengenhardt. Vor wenigen Tagen wurde der 150. Geburtstag Rudolf Steiners gefeiert, der Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts feststellte, dass "unsere lebensnotwendigen Nahrungsmittel degenerieren" und sich dies in minderwertiger Qualität und schlechterem Geschmack zeige.

Heidi Franzke aus Unterlengenhardt stellte diese Erkenntnis an den Anfang ihres Vortrags, den sie im Rahmen des ersten Ulmenhof-Forums im Dorfsaal hielt. Sie ist auf dem Gebiet der biologisch-dynamischen Saatgutforschung und -entwicklung tätig.

1924 hielt Steiner auf Bitten einiger Landwirte einen "Landwirtschaftlichen Kursus", der die geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft legen sollte. Synthetische Düngemittel, Saatgut aus Kombinations- und Selektionszüchtungen sowie Produkte aus dem Ausland eroberten damals den Markt.

In seinen Vorträgen riet er dringend vom Anbau dieser neuen Sorten ab. Er eröffnete den Menschen mit seiner Denkweise einen neuen Zugang zur Natur und ihrem Wirken. "Das Zusammenleben von Erde und Kosmos" und "die planetarischen Wirkungen" wurden von Steiner immer wieder thematisiert.

Das Bestreben, die Belebung des Bodens und eine dauerhafte Fruchtbarkeit zu erhalten, dabei neue Ideen für Düngerwirtschaft und Kompostherstellung zu erarbeiten, hatte Auswirkungen auf Landbau, Tierhaltung und Saatgutproduktion. Es wurde die biologisch-dynamische Landwirtschaft begründet.

Franzke gab Einblicke in die inneren Ordnungsprinzipien einer Getreidepflanze und zeigte Zusammenhänge in den einzelnen Entwicklungsphasen in Verbindung mit den Kräften aus dem Umkreis auf. Eine entscheidende Rolle im Wachstumsverhalten einer Pflanze spielen der Standort und der Zeitpunkt der Aussaat, insbesondere Sommer- oder Winternähe.

Die Agrarwissenschaftlerin widmete sich dem methodischen Ansatz von Martin Schmidt, der seit 1947 an der Regeneration des Roggens arbeitete. Zur intensiven Beobachtung eignete sich das Ährenbeet, in das die Körner so eingelegt wurden, wie sie an der Ähre angeordnet waren. Das Wurzelwachstum war gut in einem mit einer Glaswand versehenen Wurzelkasten zu analysieren und konnte dort mit dem der Kurzstrohsorten verglichen werden. Auch in Abreife und Verfärbung waren deutliche Unterschiede zu den konventionellen Züchtungen festzustellen.

Deutliche Verbesserungen zeigten sich in Ernährungsqualität, Resistenz sowie Toleranz gegenüber Schädlingen und Krankheiten.

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