Die Jugendlichen zeigten vor Publikum, was sie in den Workshops gelernt hatten. Foto: Kraushaar Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Jugendliche erlernen in Workshops Tanzen, Sprayen oder Rappen / Aufführung zum Schluss

Bad Liebenzell. "Kultur erleben, Kreativität entfalten, Begabungen fördern", so lässt sich das Projekt "talentCampus", ein Bildungskonzept der Deutschen Volkshochschulen-Verbandes, am besten beschreiben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt "Kultur macht stark" verbunden mit "Bündnisse für Bildung" als ein Angebot für Kinder und Jugendliche von neun bis 18 Jahren. Gerade in Corona-Zeiten, in der viele stark eingeschränkt ihre Zeit verbringen müssen, eine willkommene Abwechslung.

Das ganztägige Ferienprojekt in der Sporthalle machte diese Woche in Bad Liebenzell Station. "Mit Unterstützung durch den Arbeitskreis ›Asyl Bad Liebenzell‹ und ›VHS Calw Kids‹", wie Marieke Henriques von der Volkshochschule (VHS) Calw betonte. Ihr zusätzlicher Dank ging an die Stadt Bad Liebenzell für die Unterstützung durch den Bauhof, und die Bereitstellung der Infrastruktur. "Die Teilnehmer konnten täglich in das Kurhaus zum Essen kommen", hob sie als einen weiteren Eckpunkt des fünftägigen Ferienprogramms hervor.

Kontakte knüpfen

Täglich von 10 bis 16 Uhr konnten die Jugendlichen Graffiti-Sprayen, Programmieren, Rap-Texte schreiben oder Comics zeichnen – je nach Lust und Laune. "Uns ist sehr wichtig, die Jugendlichen entscheiden zu lassen was sie machen wollen und sie dann begleitend dahingehend zu motivieren, dass sie an den Aufgaben auch dran bleiben", erklärte Sozialpädagoge Nathan Grant. Am Ende durfte jeder ein Video mitnehmen, auf dem zu sehen ist, was man einzeln und in der Gruppe geleistet habe.

"Die Projekte sind auf Gruppen bis 15 Jugendliche ausgelegt", erklärte Henriques, in Bad Liebenzell haben insgesamt 13 Jugendliche unterschiedlicher Herkunft, unter anderem aus dem Gemeinschaftshaus, teilgenommen. Kontakte knüpfen, Sprachkenntnisse verbessern, den lokalen Kultur- und Bildungskreis kennenlernen – drei weitere Punkte, die sich im Laufe der Woche in geradezu spielerischer Weise aufgetan haben. "Es war sehr spannend und sehr aufregend für alle", fasste Grant die fünf Tage in der Kurstadt zusammen und lud anschließend zur großen Abschlussshow ein.

In einem Programm, eingerahmt von Graffiti, bunten Lichtern und Musik hatten die Jugendlichen unter anderem mit Hip-Hop-Aufführungen, Rap-Texten und Break Dance-Einlagen Gelegenheit, das Publikum – darunter auch Bad Liebenzells Bürgermeister Dietmar Fischer – auf ihre Seite zu ziehen. "Ich wünsche mir zum Abschluss, dass ihr zu Hause weiter macht" ermutigte der Sozialpädagoge die Projektteilnehmer, für sich neue Perspektiven zu entwickeln.