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Bad Liebenzell Krebskranken den letzten Wunsch erfüllt

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Josef Richter war von der Aussicht begeistert. Foto: Privat

Bad Liebenzell-Unterhaugstett/Rottweil - Seit 2014 erfüllt der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bunds (ASB) regelmäßig schwerkranken Menschen ihre letzten Wünsche. Zuletzt bescherte er dem krebskranken Josef Richter aus Unterhaugstett "einen wunderschönen Tag, wie schon lange nicht mehr", schwärmt seine Frau ­Hannelore ­Richter.

Solche schönen Tage hatten sie früher viele, sagt Hannelore Richter. Doch seit der Diagnose ihres Mannes sei vieles anders.

Im März 2018 wurde bei ihrem Mann Josef Prostatakrebs diagnostiziert. Im vergangenen Jahr sollte er sogar schon seine letzten Tage im Hospiz antreten. Doch dann ging es ihm wie durch ein Wunder plötzlich doch wieder besser. Das Ehepaar fing damit an, ihre letzten gemeinsamen Tage so schön wie möglich zu gestalten.

Helfer überreichen Fotoalbum am Schluss des Ausflugs

Über den Wünschewagen des ASB wurde ihnen schließlich die Möglichkeit eröffnet, Josef Richter einen seiner letzten großen Wünsche zu erfüllen: Schon lange hatte sich der 89-Jährige, der mit 14 Jahren als Flüchtling aus dem damaligen Sudetenland nach Deutschland kam, gewünscht, noch einmal in seine Heimat zurückzukehren. Zusammen mit dem Wünschewagen planten und organisierten die beiden die Reise. Doch kurzfristig musste sie wegen der Corona-Pandemie ausfallen.

Stattdessen erfüllte der Wünschewagen also Richters zweitgrößten Wunsch, der auch innerhalb Deutschlands zu verwirklichen war. Und so fuhr das Ehepaar Richter mit mehreren ehrenamtlichen Helfern zum Thyssenkrupp-Testturm nach Rottweil. Hannelore Richter berichtet gerührt davon, wie engagiert die Helfer des ASB gewesen seien. Alles sei hervorragend betreut und organisiert ­worden, das Ehepaar habe nie irgendwo warten müssen und das Turm-Personal sei schon im Vorfeld über alles ­informiert worden. Besonders beeindruckt waren die ­Richters aber von einem Moment gegen Ende des Ausflugs, nach dem Turmbesuch und einem gemeinsamen Essen. Auf dem Rückweg überreichen die Helfer ihnen nämlich ein Fotoalbum, dass sie direkt nach dem Ausflug, wohl mit einer eigenen ­Maschine gedruckt hatten.

Wunderschöne letzte Erinnerungen für todkranke Menschen

Für Josef Richter war diese Geste das "Non plus ultra" an diesem Tag - und das, obwohl jeder andere Moment auch schon so schön gewesen sei.

Gemeinsam wollen die Richters "all den ehrenamtlichen Helfern des ASBs und des Wünschewagens für diesen wunderbaren Tag danken", sagen sie. Die jungen Leute opferten ihre Freizeit, um todkranken Menschen wunderschöne letzte Erinnerungen zu verschaffen und das sollte öffentlich gewürdigt werden, findet Hannelore Richter.

Mehr als 2000 Menschen haben die Freiwilligen des ASB schon auf diese Weise geholfen. Das Ehepaar ist davon überzeugt, dass davon jeder wissen sollte – um zu spenden, oder um sich selbst dort seinen letzten Wunsch erfüllen zu lassen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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