Schilder in Bad Liebenzell sollen helfen, das Aufkommen an wildem Müll zu verringern. Foto: Stadt Foto: Schwarzwälder Bote

Stadtputzete: Kindern wird früh Verantwortung für die Umwelt vermittelt

Bad Liebenzell. Es kann demotivierend sein, jedes Jahr an denselben Stellen die gleiche Menge Müll zu finden. Umso erfreulicher ist es, dass auch 2021 die Aktion "Saubere Landschaft" der Stadt Bad Liebenzell bei der Bevölkerung großen Anklang fand, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung. Nach 2020 war es erneut eine "Stadtputzete im Alleingang". Die Bürger durften sich Müllsäcke und Handschuhe an zentralen Orten ihrer Stadtteile abholen. Alle Helfer hatten bis zu einer Woche Zeit, in eingeteilten Gebieten Müll zu sammeln.

Eines dieser Gebiete war die Straße über dem Golfplatz in Monakam. Ortsvorsteherin Beatrice Gottschalk sprach hier von einem "absoluten Drecksloch" und einer "puren Katastrophe". Dort habe die Vermüllung noch einmal zugenommen. Sie dankte besonders den Eheleuten Markus und Christine Jäger, welche dort mehrere Säcke Müll aufsammelten. Insgesamt nahmen mehr als 50 Monakamer an der Aktion teil.

Ähnlich viele Teilnehmer sammelten Unrat in Unterhaugstett, wie Ortsvorsteher Martin Krauth mitteilte. Am Ende kamen dort 22 Müll­säcke zusammen.

"Ein ganz neues Niveau" –­das sagte Bad Liebenzells Ortsvorsteher Lucas Wehner zum Müllaufkommen. "Ich bin wirklich verärgert über die Rücksichtslosigkeit, die so mancher an den Tag legt. Wenn mich nach der Putzete Bürger anrufen, dass sie nicht allen Müll aufsammeln konnten, weil sie im Wald beim Kaffeehof ganze Autoteile gefunden haben, dann kann ich nur mit dem Kopf schütteln", so Wehner. Er freut sich jedenfalls über die regelmäßige Unterstützung von 35 Helfern in der Kernstadt.

Viola Gärtner, Ortsvorsteherin in Unterlengenhardt, konnte Ähnliches feststellen: "Es war mal wieder er­schreckend zu sehen, was sich so manch einer leistet. Eine Ladung Automatten samt Teppich einfach am Waldrand ablagern. Oder einige Meter Kunstrasen irgendwo im Gelände. Das ist einfach unerträglich!" Umso mehr freute sie sich, mit welchem Eifer die neun Müllsammler unterwegs waren.

22 Jungen und Mädchenin Begleitung unterwegs

Dass es bei der Aktion "Saubere Landschaft" nicht nur um Müllsammeln geht, sondern auch darum, schon Kindern Verantwortung für die Umwelt zu vermitteln, zeigte Beinberg. Dort nahmen 22 Jungen und Mädchen sowie Betreuer des örtlichen Kindergartens an der Aktion teil. "Bei so viel Unterstützung macht es sogar Spaß, unser Beinberg vom wilden Müll zu befreien. Insgesamt nahmen 33 Beinbergerinnen und Beinberger an der Stadtputzete teil.

Auch Bürgermeister Dietmar Fischer ist sehr dankbar über den Einsatz der Bürger bei der diesjährigen Putzete: "Es ist schon etwas Besonderes, mit wie viel Elan Menschen anderen Menschen hinterherräumen, um unsere Stadt schöner zu machen. Als Stadt haben wir an verschiedenen Orten Schilder aufgestellt, um Menschen, die sich ihres Mülls wild entledigen wollen, vor Augen zu halten, was wir davon halten: nichts! Ich kann nur immer wieder appellieren, Wertstoffhöfe und nicht Wälder und Straßenränder zu nutzen, um Material zu entsorgen."

Auch wenn dieses Jahr die müllsammelnden Bürger wieder auf ein anschließendes Vesper verzichten mussten, bedankte die Stadt sich zu mindestens mit Essensgutscheinen bei den Beteiligten und hofft auch 2022 auf rege Teilnahme.

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